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Fahrbericht Lettmann Bullet
geschrieben von Christian Zicke, erstellt am 21.05.2002

Vorgestellt von Christian Zicke.

Der Bullet:

Als großer Bruder des Plan B hat der Bullet einiges auszubaden was man mit dem Plan B verbockt hat. Mit verbockt meine ich nicht etwa, dass der Plan B nicht gut war, ganz im Gegenteil. Verbockt deshalb, weil man mit dem Plan B eines der besten Rodeoboote für schwere Leute nicht in PE baute und deshalb so gut wie kein Boot verkauft hat. Mit dem Bullet soll alles anders werden. Als PE-Boot mit breitem Käuferspektrum, mit ausgewogenen Fahreigenschaften für Jung und Alt will man mit ihm die Lettmann Wildwasser-Verkaufsstatistik wieder nach oben treiben. Besonders Wildwassereinsteigern soll er ne ganze Menge Möglichkeiten bieten, angefangen vom erlernen des Frontsurfs, übers Karven bis hin zum klassischen WW-Fahren.


Immer schön lächeln - Dobre Mercha ;-) Zicke auf da Soca

Doch nun einige Eindrücke. Dies ist KEIN Test. Meine erste Erfahrung machte ich mit dem Bullet als Schulungsboot auf der Soca im Kanukurs. Mein Rage tropfte an allen Enden und es war an der Zeit sich von ihm zu trennen. Aber um den Kurs nicht ins Wasser fallen zu lassen musste natürlich ein anderes Boot her. Da lag er in der Sonne: rot, 2 Meter 60 lang, schlank. Das perfekte Boot um gestresste Kursteilnehmer/innen aus dem Bach zu ziehen - dachte ich. Doch kaum auf dem Wasser entpuppte sich der brave Lettmann (bei gehörig viel Wasser auf der Kobarit-Strecke) als Spassboot. Hecksquirts gehen ohne Schwierigkeiten, auch schon mal unfreiwillig, und sogar Eddyline-Cartwheels klappen bei 90 Kilo Lebendgewicht. Doch bei einem Kanuschulboot ist kerzeln nicht immer angesagt, klammern sich die hübschen Schülerinnen doch gerne mal ans Heck des netten Kanulehrers und wollen dann weniger von seinem Rückwärtsüberschlag als vielmehr von der Fahrt zum rettenden Ufer beeindruckt werden. (Denn merke: Nur wer Frauen abschleppen kann (Cowtail), muss abends nicht alleine am Lagerfeuer sitzen.)


Wer booft wird nicht naß.

Wieder am Camp griff ich also zum Imbus und verstellte den Sitz: So weit nach vorne wie möglich. Jetzt waren die Fahreigenschaften für mich nahezu perfekt. Guter Geradeauslauf, relativ fix für nen Flachboden und immer noch gut über das Heck zu drehen. Nur mit der Luke wurde es etwas eng. Stellt man den Sitz weit nach vorne, bleibt einem wenig Platz für den Ein- bzw. Ausstieg. Beide Knie gleichzeitig raus? Irrtum. (Das gleiche Problem gab es übrigends auch schon beim Plan B). Doch erst eimal im Boot fühlt man sich pudelwohl, der Bullet läßt sich gut aus der Hüfte und mit Gewichtverlagerung fahren, lediglich beim surfen bohrt er ganz gerne und ist ziemlich träge. Besonders Kanuschüler schätzen die sicheren Fahreigenschaften des Bullet. Das flache Unterschiff erschwert das Kentern und das Boot kann etwas passiver (weniger Kante) ins kehrwasser gefahren werden als die alten Runbodenschiffe


Zicke im Bullet

Zu den Einbauten: Die Innereien des Bullet wirken auf den ersten Blick etwas spatanisch, keine verstellbaren Schenkelstützen, kein Ratschensystem für den Rückengurt. Dafür kann man den Sitz verstellen, das Boot ist mit Schaumkeilen vertärkt und Shockpat sowie Fittings für die Füße tun den Rest für den guten Halt im Boot. Der Sitz, der qualitativ einen guten Eindruck macht, bietet viel Fläche zum Anbringen von Fittings und auch die mitrotierten Schenkelstützen bieten viele Möglichkeiten zum auspolstern. Im großen und Ganzen ist der Bullet fast ein Schnäppchen. Zwar ohne große Modeschmankerl (Ratschen, krasse Kanten oder Muster im Unterschiff, mitgelieferter Schwamm usw.) Für 795 EUR gibtŽs schon ganz gut was fürŽs Geld, und das ist es doch eigentlich was wir alle wollen!


Zicke (mit Becks Dose) und Rainer Krause bei der Bierpause an der Soca. (18.05.02)

by Christian Zicke, Kanu-Wild
Pics by Darko

© Soulboater.com 2002

 

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