| Soulboater Creeker Test 2002 Team Soulboater, und hier die Triple S Connection, (Soulboater Salzburg Squad) hat keine Mühen und kein Wetter gescheut, und hier ist er, der ultimative Creekertest auf der geilsten Kajak-HP im Universum ;-): Als Einleitung sei erwähnt, dass dieser Test natürlich die subjektiven Eindrücke aller Paddler wiedergibt. Dadurch, dass praktisch jeder jedes der 4 Boote getestet hat, konnte ein passabler Überblick gewonnen werden. Und um auch dem nächsten Kritikpunkt zuvor zu kommen: Alle 4 getesteten Boote sind uns für diesen Test zur Verfügung gestellt worden. Andere Firmen, die wir angeschrieben haben, haben sich teilweise nicht einmal um eine Antwort bemüht, geschweige dem ein Boot für diesen Test verliehen. Bedingt durch diesen Umstand konnten eben auch "nur" diese 4 Boote getestet werden. Wir schauen aber was wir machen können um demnächst auch andere Creeker zu testen ;-) Kennzahlen: | Boot: | Länge: | Breite: | Volumen: | Gewicht: | | Blunt | 245cm | 64cm | 285l | 21,6kg | | Salto | 244cm | 65cm | 250l | 18kg | | Micro 240 | 245cm | 62cm | 257l | 18,5kg | | Kompressor | 250cm | 63cm | 265l | 17,2kg | DER NECKY BLUNT:
| Durch sein flaches, sehr breites Unterschiff liegt der Bluntrichtig satt auf dem Wasser. Dadurch kommt man gar nicht auf die Idee, mankönne kentern. Die Kanten des Bootes sind typisch für die FirmaNecky, sprich, nicht allzu aggressiv, dennoch bleibt das Boot relativ exaktzu fahren. Die Rolle sollte durch diese beiden Umstände allerdingssauber durchgeführt werden. Das Volumen des Blunt ist für unsereBreiten vielleicht etwas zu hoch bemessen, allerdings kann man sich in schwierigenund heiklen Situationen dadurch auf einige Sicherheitsreserven verlassen.---> passiert ja öfter, oder? ;-) |  |
Anschi im Blunt auf der Lammer
Auffallend beim Blunt ist vor allem sein ausgezeichnetes Boof - Verhalten. Boofen geht mit diesem Boot dermaßen leicht, dass auch Paddler, die meinen, sie seien dieser Technik nicht mächtig, von nun an kein gröberes Problem mehr damit haben dürften. Die Sitzanlage ist leider auch Necky - typisch; Etwas lieblos, man sitzt wie in einer Badewanne, große uns stärkere Fahrer haben aber dadurch zumindest anständig Platz, die Schenkelstützen lassen sich nicht verstellen. Auch die Luke ist etwas kleiner geraten, zumindest für große Paddler mit starken Oberschenkeln. Einziger Komfort: Eine Flaschenhalterung zwischen den Beinen. Der Blunt wird vorne und hinten mit Mittelkeilen verstärkt, was das Boot deutlich stabilisiert, ein Mitführen von einer Pelibox jedoch stark behindert. Die Trageschlaufen sind miserabel, simple Stoffschlaufen sollen hier das gesamte Gewicht tragen. Dafür gibt es zwei Berge- oder Absperrösen aus Metall am Vorder- und Hinterschiff. Dass der Blunt ein "kleines" Gewichtsproblem hat, ist hinlänglich bekannt. Trotz des mit Abstand größten Gewichtes bietet der Blunt den geringsten Komfort, um nicht zu sagen, das Boot ist spartanisch. Nur der Bombergeargurt ist, wie auch bei allen anderen Boote, (in ähnlicher Form) Standard. Nachdem man einen Creeker durchaus auch einmal tragen muss, können sich einige Kilo mehr durchaus negativ bemerkbar machen. Im Wasser ist dieses Manko jedoch nicht mehr spürbar. FAZIT: Ein sehr gelungener Creeker, mit dem vor allem eingefleischte "Necky - Fahrer" und typische Flachbodenfans ihre Freude haben werden. Zuhause ist der Blunt eher auf wuchtigem Wasser, als auf engen, steilen Rinnen. DER ESKIMO SALTO:  
Der Salto ist ein Creeker der typisch europäischen Bauart. Das Unterschiff ist leicht gerundet, die Führungskanten sind nicht ausgeprägt, seitliche Kanten fehlen. Der Salto besitzt einen extremen Scoop, das heißt, das Vorderschiff ist sehr stark aufgebogen. Vom Volumen und der Länge ist der Salto tadellos proportioniert, er bietet selbst im heftigsten Wildwasser genug Reserven. Durch die relativ stark aufgebogenen Enden liegt ein geringerer Teil des Unterschiffs im bzw. am Wasser, was sich ein wenig nachteilig auf die Spurtreue des Salto auswirkt, er "schwänzelt" bei der Geradeausfahrt leicht hin und her, was aber bei Sturzrinnen eher nicht zum Tragen kommt. Der Boof funktioniert nicht ganz so einfach wie beim Kompressor, dafür kann man das Auftauchverhalten nach hohen Stürzen als tadellos bezeichnen, und das ist schließlich verdammt wichtig, wenn es danach gleich ordentlich weitergeht.
Salto und Soulboater auf der Slalomstrecke der Saalach
Der Salto an sich ist ein sehr wendiges Boot, und lässt sich auch sauber Rollen. Die Sitzanlage ähnelt dem Blunt, sie ist sehr großzügig ausgeführt, kleinere Paddler müssen diesen Sitz ordentlich fitten, um sich nicht zu verlieren. Ein tadelloser Rückengurt, eine sehr große Luke und ein tief herabgezogener Süllrand vervollständigen das Paradecockpit eines Creekers. Dazu kommen auch noch einige Features wie eine Wurfsackhalterung unter dem vorderen Oberdeck, zwei zusätzliche Bergeschlaufen zu den perfekten Griffen, und eine äußerst solide Prallplatte. Ein gewaltiges Plus stellt das Gewicht dar. Eskimo (und auch Prijon) sind in diesem Punkt einfach unschlagbar. Durch die Stabilität des Materials kann auch auf zusätzliche Keile verzichtet werden, was das Einpacken von (Sicherheits-) material enorm erleichtert.
FAZIT: Ein Creeker ohne entscheidende Nachteile, dessen gewaltiges Plus das
geringe Gewicht und das zuverlässige Material ist. Ordentlich gefittet ist er
sicher auch eine interessante Alternative für kleinere Paddler und Mädels. Der
Salto freut sich, wenn er enge Bäche unter seinen Boden bekommt. Steil ist geil,
das gehört ihm ins Stammbuch geschrieben.
PYRANHA MICRO 240:  
Mit welchem Satz könnte man beim Micro besser beginnen, als mit "Oldies but Goldies" ?? Der älteste Creeker im Test ist bei weitem nicht der schwächste.... Technisch gute Paddler haben ihre wahre Freude mit dem Gerät, schwächere Fahrer kämpfen anfangs ein wenig. Grund dafür sind die langen Führungsrillen vorne und die beiden hinteren Kanten. Der Geradeauslauf beim Micro ist dadurch einsame Spitze, hat man eine Linie, dann hält er sie auch, schnelle Korrekturen oder spontane Richtungswechsel sind allerdings nicht seine Stärke. Boofen ist mit dem Micro kein Kunststück, durch das schlanke, sauber abgerundete Unterschiff sind auch flache Landungen nicht all zu schlimm. Auch das Auftauchverhalten ist durch die schöne runde Form sehr sauber.  | Von der Ausstattung ist der Micro ebenfalls nicht zu verachten.Verstellbare Schenkelstützen kombiniert mit einem sauberen, relativengen Sitz bieten festen Halt, ein satter Rückengurt tut ein übrigesdazu. Die große Luke ermöglicht "normalen" Paddlerneinen sauberen Notausstieg, größeren Paddlern bietet sich jaauch noch der Micro 250 an. Feste Griffe, eine Trinkflaschenhalterung, eineRammschutzkappe und eine zusätzliche Aufreissleine für die Spritzdeckerunden das umfangreiche Programm ab. Anmerkung: Inzwischen wurde der Micro von der Innenausstattung und vom Materialstark verbessert. | Die aktuelle Version kommt mit einem versteiften Cockpit, Ausstiegshilfe im Fußbereich, Pelicasehalterung hinter dem Sitz, neuem PE-Material (Metalite) und RS-Ratschensystem daher. Dieser "neue" Micro wurde von uns leider noch nicht getestet. Fazit: Ein schnelles schlankes Boot, das aktiv gepaddelt werden will. Seine 6 Jahre merkt man dem Micro nicht an, es ist nach wie vor ein Topcreeker, der sich auf unseren Sturzbächen genauso zuhause fühlt, wie auf (norwegischen) Wuchtwasserhämmern.
Gimbach Styling - Action by Toni im Micro240
PRIJON KOMPRESSOR:  
Lange hat es gedauert, aber das Warten hat sich gelohnt, der Kompressor ist ein Creeker der Topklasse geworden. Das Boot ist etwas länger als die anderen getesteten Boote, was ihm Vorteile in Bezug auf Geschwindigkeit und Spurtreue bringt. Der Kompressor ist, was die Spurtreue betrifft, zwischen Salto und Micro einzuordnen, insgesamt leichter zu fahren als der Micro, sprich noch spontan zu korrigieren, aber nicht so nervös wie der Salto.
Anschi im Kompressor
Er verzeiht Fahrfehler großzügig, und ist sauber zu beschleunigen. Das Auftauchverhalten ist super, auch das Boofen gelingt tadellos. Die Seitenwasserempfindlichkeit ist sehr gering, er läuft sauber jedes Kehrwasser an.  | Von der Ausstattung ist der Kompressor sicher das reichhaltigsteder getesteten Boote. Ein wirklich ausgezeichneter Sitz, der zudem leichtverstellbar ist, macht den Anfang. Wir verspürten beim Paddeln allerdingseinige Schläge deutlich, Abhilfe verschafft hier ein simples StückCampingmatte, dass man unter den Sitz klemmt. Ein breiter ( fast zu breiter) Rückengurt, der über Ratschen anzupassen ist, eine saubere Sicherheitsluke,bei der allerdings wirklich große Fahrer (>1,88m) bei einem "beidbeinigen"Ausstieg Schwierigkeiten haben dürften, und eine Prallplatte mit Schockabsorber,sprich an Gurten aufgehängt, dazu noch die besten Griffe im Test, 2zusätzliche Berge- und Absperrösen aus Metall und eine Wurfsackhalterungvervollständigen das Angebot. Bei dem Gurtsystem der Prallplatte stelltsich die Frage, wie es Stürze aus große Höhe verträgt.Aufgrund der Hochwasserlage, die während des Tests herrschte, konntenwir (leider) unseren 10m Referenzfall nicht befliegen. |
Pause an der Soca
Der Kompressor ist das leichteste der getesteten Boote, was natürlich ein weiteres Plus darstellt. Durch das verwendete, sehr steife Material, sind keine Keile notwendig, das Hinterschiff ließ sich allerdings ein wenig eindellen, was aber mit zwei prall aufgeblasenen Auftriebskörpern nicht mehr möglich war. Fazit: Es hat sich gelohnt, Prijon hat einen Treffer gelandet. Das Boot ist auf dem neuesten Stand der Technik, die Ausstattung ist überkomplett, und das Fahrverhalten angenehm. Dass sich der Kompressor auf wuchtigen Wasser wohl fühlt, das wissen wir schon, wie ihm Sturzrinnen zusagen, das wird sich in den nächsten Wochen herausstellen!
Schraubi folgt den Spuren auf der Soca
Ein Dank an Anschi, Harry "EsWeiss" und an den Rest der Crew für die unermüdliche Testarbeit !!! Also, viel Spaß bei allem, was immer ihr auch macht !!
Cu on a river, Toni
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