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Noname POP STOP - Die Spritzdecke für alle Fälle
geschrieben von Nils Kagel, erstellt am 11.08.2004
Noname Pop-Stop
Eine Spritzdecke für die Härtefälle im Paddlerleben

Welcher Stürzer kennt das nicht: Gerade noch hat man sich über den gelungenen Boof gefreut, da geht das Boot auf Tauchstation. Die Spritzdecke ist aufgesprungen und man befindet sich auf direktem Weg in die nächste Unterspülung oder ähnliche Unannehmlichkeiten. Auf diese oder eine andere Weise habe ich in den letzten Jahren fast alle Spritzdecken unfreiwillig aufgekriegt. Der Hauptgrund ist, dass die meisten Spritzdecken für den Durchschnittsfahrer konzipiert sind und daher einen Kompromiss zwischen gutem Halt und Sicherheit bieten müssen. Nur wenige Decken sind für das Boofen aus großen Höhen oder extremen Wasserdruck ausgelegt.


Pop-Stop

Die tschechische Firma Noname hat diesen Notstand erkannt und die "Pop-Stop" entwickelt, eine Decke bei welcher der Name Pogramm sein soll und die speziell für norwegische Wuchtfossen gedacht ist. Ich hatte dieses Jahr die Gelegenheit, die "Wunderdecke" einem Belastungstest zu unterziehen und war positiv überrascht.


Bernhard Mauracher, die die ihn kennen wissen dass er die Ötz oftmals bei "Alptraumwasserständen" befährt...

Ganz entgegen meinen Erwartungen handelt es sich bei der Pop-Stop nicht um ein osteuropäisches Billigfabrikat, sondern um eine aus hochwertigen Materialien hergestellte, gut verarbeitete Wildwasserspritzdecke, die dem Vergleich mit bekannten Marken aus Deutschland und Übersee locker standhalten kann.


Nils auf der Store Ula

Die Pop-Stop ist aus 4 mm dickem, beidseitig kaschiertem Neopren hergestellt. Die Auflagefläche an der Unterseite ist mit einer Latexbeschichtung versehen, während die Ränder an der Oberseite mit einer Kevlarauflage verstärkt sind. Neben einem speziellen Schnitt soll ein extrastarkes Rundgummi mit 11,5 mm Durchmesser aus hauseigener Produktion für den nötigen Halt im harten Einsatz sorgen. Die Decke ist sowohl mit einfachem als auch mit Doppelkamin erhältlich.


Bernhard in Norwegen - Stordöla

Ich habe die Pop-Stop auf einem Pyranha Micro 250 und einem Wavesport Diesel 75 getestet. Zusätzlich konnte mein Mitpaddler Bernhard Mauracher die Decke auf einem Dagger Nomad 8.1 und einem Dagger GTX ausprobieren. Als Testrevier dienten uns u.a. die norwegischen Schwerwasserklassiker Raundalselva, Skjöli und Rauma.


Bernhard auf der gut eingeschenkten Ötz

Schon beim Aufziehen der Pop-Stop auf den Süllrand merkt man, dass etwas anders ist. Gerade wenn die Decke noch trocken ist, muss man einen wahren Kraftakt vollbringen. Ähnlich schwierig gestaltet sich das Öffnen mit Hilfe der Frontschlaufe. Meist stellt sich das gewünschte Resultat erst unter Einsatz beider Hände ein. Ein Kniegurt gehört nicht zur Serienausstattung, kann jedoch auf Wunsch vom Hersteller geliefert werden.


Auf solchem Wildwasser wünscht man sich keine aufgesprungene Spritzdecke - Nils auf der Wellerbrückenstrecke der Ötz

Beim Testen machte die Pop-Stop ihrem Namen alle Ehre. Ob beim Durchstechen von ultrafetten Rückläufen und Walzen oder beim Zehnmeterboof, die Decke hielt jeglichen Belastungen stand. Eine kleine Beschädigung, die eine Felsberührung an der Oberseite hervorgerufen hatte, konnte mit einem Neoprenflicken und entsprechendem Kleber schnell behoben werden. Eines muss jedoch ganz klar gesagt werden: Die Pop-Stop ist ausschließlich für Paddler gedacht, die in der Lage sind, auch unter erschwerten Bedingungen zu rollen. Insbesondere im Hinblick auf mögliche Steck- und Klemmunfälle sollte beachtet werden, dass sich die Decke nicht allein durch das eigene Körpergewicht, sondern erst durch beherztes Ziehen an der Griffschlaufe lösen lässt. Die Pop-Stop eignet sich daher vor allem für die Sorte Alptraumwildwasser, die man auf keinen Fall mit einer offenen Spritzdecke erleben möchte.


Weitere Infos zu Spritzdecken von Noname findet ihr auf der Webseite von Milan Mach

Testbericht: Nils Kagel
Fotos: Bernhard Mauracher, Nils Kagel

 

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