Noname Pop-Stop Eine Spritzdecke für die Härtefälle im Paddlerleben
Welcher Stürzer kennt das nicht: Gerade noch hat man sich über den
gelungenen Boof gefreut, da geht das Boot auf Tauchstation. Die Spritzdecke
ist aufgesprungen und man befindet sich auf direktem Weg in die nächste
Unterspülung oder ähnliche Unannehmlichkeiten. Auf diese oder eine
andere Weise habe ich in den letzten Jahren fast alle Spritzdecken unfreiwillig
aufgekriegt. Der Hauptgrund ist, dass die meisten Spritzdecken für den
Durchschnittsfahrer konzipiert sind und daher einen Kompromiss zwischen gutem
Halt und Sicherheit bieten müssen. Nur wenige Decken sind für das
Boofen aus großen Höhen oder extremen Wasserdruck ausgelegt.

Pop-Stop
Die tschechische Firma Noname hat diesen Notstand erkannt und die "Pop-Stop"
entwickelt, eine Decke bei welcher der Name Pogramm sein soll und die speziell
für norwegische Wuchtfossen gedacht ist. Ich hatte dieses Jahr die Gelegenheit,
die "Wunderdecke" einem Belastungstest zu unterziehen und war positiv
überrascht.

Bernhard Mauracher, die die ihn kennen wissen dass er die Ötz oftmals bei
"Alptraumwasserständen" befährt...
Ganz entgegen meinen Erwartungen handelt es sich bei der Pop-Stop nicht um
ein osteuropäisches Billigfabrikat, sondern um eine aus hochwertigen Materialien
hergestellte, gut verarbeitete Wildwasserspritzdecke, die dem Vergleich mit
bekannten Marken aus Deutschland und Übersee locker standhalten kann.


Nils auf der Store Ula
Die Pop-Stop ist aus 4 mm dickem, beidseitig kaschiertem Neopren hergestellt.
Die Auflagefläche an der Unterseite ist mit einer Latexbeschichtung versehen,
während die Ränder an der Oberseite mit einer Kevlarauflage verstärkt
sind. Neben einem speziellen Schnitt soll ein extrastarkes Rundgummi mit 11,5
mm Durchmesser aus hauseigener Produktion für den nötigen Halt im
harten Einsatz sorgen. Die Decke ist sowohl mit einfachem als auch mit Doppelkamin
erhältlich.

Bernhard in Norwegen - Stordöla
Ich habe die Pop-Stop auf einem Pyranha Micro 250 und einem Wavesport Diesel
75 getestet. Zusätzlich konnte mein Mitpaddler Bernhard Mauracher die Decke
auf einem Dagger Nomad 8.1 und einem Dagger GTX ausprobieren. Als Testrevier
dienten uns u.a. die norwegischen Schwerwasserklassiker Raundalselva, Skjöli
und Rauma.

Bernhard auf der gut eingeschenkten Ötz
Schon beim Aufziehen der Pop-Stop auf den Süllrand merkt man, dass etwas
anders ist. Gerade wenn die Decke noch trocken ist, muss man einen wahren Kraftakt
vollbringen. Ähnlich schwierig gestaltet sich das Öffnen mit Hilfe
der Frontschlaufe. Meist stellt sich das gewünschte Resultat erst unter
Einsatz beider Hände ein. Ein Kniegurt gehört nicht zur Serienausstattung,
kann jedoch auf Wunsch vom Hersteller geliefert werden.


Auf solchem Wildwasser wünscht man sich keine aufgesprungene Spritzdecke
- Nils auf der Wellerbrückenstrecke der Ötz
Beim Testen machte die Pop-Stop ihrem Namen alle Ehre. Ob beim Durchstechen
von ultrafetten Rückläufen und Walzen oder beim Zehnmeterboof, die
Decke hielt jeglichen Belastungen stand. Eine kleine Beschädigung, die
eine Felsberührung an der Oberseite hervorgerufen hatte, konnte mit einem
Neoprenflicken und entsprechendem Kleber schnell behoben werden. Eines muss
jedoch ganz klar gesagt werden: Die Pop-Stop ist ausschließlich für
Paddler gedacht, die in der Lage sind, auch unter erschwerten Bedingungen zu
rollen. Insbesondere im Hinblick auf mögliche Steck- und Klemmunfälle
sollte beachtet werden, dass sich die Decke nicht allein durch das eigene Körpergewicht,
sondern erst durch beherztes Ziehen an der Griffschlaufe lösen lässt.
Die Pop-Stop eignet sich daher vor allem für die Sorte Alptraumwildwasser,
die man auf keinen Fall mit einer offenen Spritzdecke erleben möchte.

Weitere Infos zu Spritzdecken von Noname findet ihr auf der Webseite
von Milan Mach
Testbericht: Nils Kagel
Fotos: Bernhard Mauracher, Nils Kagel
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