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Prijon Hercules - Allroundboot für große Paddler
geschrieben von Jan-Peter, erstellt am 21.07.2005
Erste Testfahrten mit dem Prijon Hercules

Ein Wildwasserboot für große und schwere Leute: Das scheint eine Marktlücke zu sein, die nach den Beiträgen im Soulboater-Forum wie auch in anderen Paddelpublikationen so schnell wie möglich geschlossen werden sollte.

Viele große und schwere Paddler sind es leid, sich in zu enge und für ihre Gewichtsklasse niedrigvolumige Creekboote zu zwängen, die dadurch zwangsläufig zum Sicherheitsrisiko werden.


Der Prototyp des neuen Prijon Hercules

Die Firma Prijon macht endlich Nägel mit Köpfen und entwickelt einen Wildwasser-Allrounder ausschließlich für große Paddler mit entsprechend hohem Kampfgewicht. Während mit dem erst vor kurzem auf den Markt gebrachten Cross schon laut eigenen Aussagen ein großer Wurf gelungen ist, könnte das neue Big-Volume-Boot im wahrsten Sinne des Wortes zu einem richtig großen Wurf werden.

Um den Prototyp des "Hercules" in der Praxis zu testen, nahm ich den "Erlkönig" für zwei Wochen mit nach Osttirol, um auf Drau, Isel und Möll damit zu paddeln und mögliche Schwächen noch vor Beginn der Serienproduktion herauszufinden. Mit meinen 100 kg Gewicht und knapp 2 Meter Körperlänge bin ich schließlich genau der Prototyp für die Zielgruppe der Wildwasserfahrer, für die dieses Boot gebaut werden soll.

Mein erster Eindruck: Ein riesiges Schiff, wenn es neben einem herkömmlichen Creeker liegt. 2,70 Meter Länge und über 300 Liter Volumen wirken optisch einfach sehr groß, sind es im Wildwasser dann aber gar nicht so sehr, alles ist eben relativ. Ein großes Cockpit und sehr gute Rückenfreiheit geben ein gutes Sicherheitsgefühl, dass im Ernstfall ein schneller Ausstieg möglich ist und das Boot sich sehr leicht rollen lässt.

Nach einer ersten Fahrt auf der Isel bin ich begeistert: Das Boot läuft wie auf Schienen in Kehrwasser, scheint über Walzen zu schweben und hat Platz, viiiel Platz. Endlich einmal kein enger Fußraum, endlich einmal keine Probleme mit einem absaugenden Heck in Verschneidungszonen. Trotzdem ist es agil, surft gut auf den Spielwellen und ist insgesamt sehr wendig. Von Trägheit aufgrund der grossen Masse keine Spur.

Schwächen zeigen sich dann natürlich auch nach einigen Fahrten, so läßt sich das Boot aufgrund seiner Länge schlecht Boofen, es gibt den berühmten "Walzenschlag" wenn das Heck auf die Abbruchkante aufschlägt. Das Boot könnte gerne 20 cm kürzer und sogar ein wenig schlanker und weniger voluminös sein, aber um so etwas herauszufinden, habe ich es schließlich mitgenommen.

Nach 2 Wochen intensiven Paddelns steht für mich fest: Dieser Prototyp ist das beste Wildwasserboot, mit dem ich bisher gefahren bin. Es ist kein reinrassiger Creeker, sondern ein Boot für einen breit gestreuten Einsatzbereich, das voll auf die Wünsche großer und schwerer Paddler abgestimmt ist.

Nach dem Feedback-Gespräch mit Prijon sollen die oben erwähnten Schwächen gleich abgestellt werden, d.h., das Boot wird im Volumen insgesamt noch etwas schrumpfen und die Länge wird um ca 15 cm zurückgenommen. Auch das Cockpit wird noch etwas verlängert, um einen sicheren Ausstieg für Langbeiner zu gewährleisten.

Ich bin davon überzeugt, dass dieses Boot großen und schweren Paddlern einen völlig neuen Spass am Wildwasserfahren auf steilen, gefällestarken Bächen bieten wird.

Jan-Peter


Fotos von Frank Bonnmann

Prijon: www.prijon.com

 

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