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Pyranha I:3 222 und I:4 M im Direktvergleich
geschrieben von Hiasi, erstellt am 12.08.2005
Pyranha I:3 222 vs. I:4 M

2002 brachte die englische Bootsschmiede Pyranha den I:3 heraus. Jetzt, drei Jahre später kommt bereits sein Nachfolger, der I:4, mit kleinen Designänderungen und einer neuen Ausstattung auf den Markt. Ob beim I:4 die Schwächen seines Vorgängers, wie z.B. die Hecklastigkeit, behoben wurden, sollte ein Praxistest an der Soca zeigen.


Hiasi beim testen


Ausstattung

Der I:4 wird mit der neuen Syncro5 Ausstattung geliefert. Doch was hat sich gegenüber der Syncro4 Ausstattung verändert?

Schenkelstützen
Die Schenkelstützen des I:4 wurden komplett überarbeitet. Sie sind großflächiger gepolstert und dadurch nicht mehr so scharfkantig wie ihre Vorgänger. Das Material der Polsterung ist um Welten besser als bei der Syncro4 Ausstattung. Die Stützen geben guten Halt, sind aber nicht mehr auf der Schenkelinnenseite verstellbar, sondern nur noch entlang des Oberschenkels. Die Schrauben sind mit Metallplatten unterlegt. Ärgerlich: Durch die etwas scharfkantigen Gelenkbuchsen an den Metallratschen der Schenkelstützen, haben wir uns gleich zwei Popstop Spritzdecken genau in dem Bereich wo das Neopren auf den Metallratschen aufliegt mit 2cm langen Rissen beidseitig ruiniert.


links der I:4, rechts das alte System des I:3

Sitz
Der Sitz ist bei beiden Modellen identisch. Einzig die Sitzauflage ist neu und von sehr guter Qualität. Der gesamte Sitz ist mit Schaumstoff unterlegt und liegt komplett auf dem Bootsboden auf. Die Hüftfittings werden seitlich eingesteckt und sind nicht mehr mit dem Rückengurt verbunden. Da die Fittings keine fixe Verankerung haben und der Rückengurt zwischen Fitting und Bootshülle verläuft, zieht er die Fittings leicht nach innen. Das Ratschensystem ist bis auf die oben genannte Umlenkung bei den Fittings identisch.

Fußstütze
Die Prallplatte des I:3 wurde durch eine Instafit Fußstütze (Testbericht) ersetzt. Sie läßt sich der Ergonomie der Füße gut anpassen und erfüllt ihren Zweck. Leider geht durch das Volumen der neuen Fußstütze eine Menge an Fußraum verloren. Größere Paddler haben so kaum noch die Möglichkeit die Sitzposition nach vorne zu verändern. Eine Alternative wäre das Instafit von LiquidLogic, bei dem sich an einem Verschluß die Menge der Styroporkugeln variieren läßt.

Sonstiges
- Das Boot läßt sich durch die mitgelieferten Fittings viel leichter und schneller anpassen.
- Leider sind im I:4 die Materialschlaufen verschwunden.


Bootshülle und Fahreigenschaften

Volumen
Legt man die beiden Kajaks nebeneinander, so fällt das zusätzliche Volumen am Heck des I:4 sofort ins Auge. Hierdurch war es möglich, den Sitz weiter hinten anzubringen, ohne dass Boot hecklastig zu machen. Gleichzeitig kann der Sitz durch die großzügigen Verstellmöglichkeiten nach vorne oder hinten geschoben und so den individuellen Vorlieben des Paddlers angepasst werden.

Unterschiff
Die ausgeprägten Kanten des I:3 sind einer starken Doppelkante gewichen, die den Rest der zusätzlichen 15 Liter Volumen erklärt. Durch sie wird der Boden um 1cm schmäler und das Boot lässt sich leichter auf die Kante bringen. Die neuen Kanten verlängern die Wasserlinie, die nun etwas höher liegt, was den I:4 in Kombination mit dem flachen Surfunterschiff um einen Tick schneller als sein Vorgänger macht. Allerdings ist zugleich auch die Anfangsstabilität gesunken.

Bug
Der Bug ist bei beiden Modellen, bis auf kleine Designänderungen am Oberschiff identisch.

Süllrand
Der Süllrand wurde nochmals um 90° nach unten gezogen und steht nun vertikal nach innen. Leider steht er jetzt so ungünstig, dass man sich mit langen Beinen leicht die Schienbeine aufschürfen kann.


Fazit
Das neue Design wirkt sich sehr positiv auf das Fahrverhalten aus. Die zusätzlichen 15 Liter an Mehrvolumen machen den I:4 im Wildwasser etwas sicherer, wirken sich jedoch auch auf die Spieleigenschaften aus. Die Unterschiede sind allerdings nicht so groß, als dass sich eine Neuanschaffung für einen I:3 Besitzer wirklich lohnt.

 

Text: Matthias Rittmann
Bilder: Darko, Hiasi

Hier noch ein paar Impressionen von I3 und I4


Hiasi im I3, dahinter Richie


Hiasi beim Rocksplat im I3


Lisi testet die Loopability Eigenschaften des I4 auf der Soca Friedhofstrecke ;-)


Matthias im I4 auf der Abseil


Darko im I4, ebenfalls Soca Abseilstrecke


Nochmal Darko am Beginn der Abseil

Weitere Infos zu den Booten: www.kanu-treff.de

 

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