Toni berichtet:
Ich steh mittlerweile mit der örtlichen Gendarmerie in direktem Kontakt
zur Aufarbeitung des Unglücks, hier die Fakten:
Wasserstand: 34m³ das entspricht einem Pegel von zirka 180cm an der Ausstiegsbrücke,
also verdammt viel Wasser, hier sollte man wirklich sicher im Boot sizen.
Gruppengrösse: 3 Personen, 2 Männer (Ehemann und Freund) und die verunglückte
36 jährige Frau.
Boote: normale Wildwasserboote
Erfahrung: der Mann fährt seit über 10 Jahren, sie fuhr gut 5 Jahre
Wildwasser.
Das Unglück ereignete sich am Beginn des großen Kataraktes (lt.
Aussage "at the big cascades) Alle drei kenterten und stiegen aus. Der
Ehemann kam links ans Ufer und konnte seinem Freund noch den in der Schwimmweste
mitgeführten Wurfsack werfen. Auf Grund der starken Strömung musste
dieser ihn aber loslassen, konnte sich aber aus eigener Kraft ans rechte Ufer
retten. Die Frau wurde vorbei getrieben, und schwamm vom Beginn des Kataraktes
bis zum Ausgang.
Es konnten keinerlei "grobe" Verletzungen festgestellt werden, es
dürfte sich also um einen klassischen Erschöpfungs/Ertrinkungstod
handeln.
Die Öfen haben bei diesem Wasserstand enorme Press- und Schiebewässer,
ein Schwimmen muss unbedingt unterbleiben. Es gibt ab dem "S" praktisch
keine Möglickeit mehr ans Ufer zu kommen, und nur wirklich "große"
Boote bieten auch die Möglichkeit einen Schwimmer eventuell zu "shutteln".
Hier noch die Feuerwehrangaben zum Einsatz:
Rufempfängeralarm um 11.45 Uhr für die FF: Suchaktion nach vermisster
Person auf der Lammer in Oberscheffau". Nach 3 Minuten rücken 24 Mann
der FF Golling mit 4 Fahrzeugen, dem Jet- sowie dem Schlauchboot unter der Einsatzleitung
von BI Michael R. zur Unterstützung der örtlichen Feuerwehr aus. Nach
Rücksprache mit der Einsatzleitung Scheffau (Nachbargemeinde) wurde das
Schlauchboot Golling sofort in der Nähe des Unfallortes zu Wasser gelassen
und mit der Suche begonnen. Jet-Boot Golling wurde in Golling zu Wasser gelassen
und begab sich zur Flussmündung Lammer/Salzach. In der Zwischenzeit waren
auch das Rote Kreuz, Gendarmerie, Wasserrettung und AFK 3 Tennengau mit der
Tauchgruppe der FF Hallein an der Unfallstelle eingetroffen. Zusätzlich
zu Boot Golling begannen Trupps der FF Golling sofort mit der Suche nach der
Frau (mittlerweile konnte Kontakt mit den anderen beiden Paddlern hergestellt
werden) am Flussrand Richtung Lammerbrücke. Nach wenigen Minuten konnte
die verunfallte Frau von den Suchtrupps am Böschungsufer gefunden werden.
Sofort wurde mit dem Roten Kreuz die junge Frau mittels Schaufeltrage geborgen
und zum Rettungsfahrzeug gebracht. Leider konnte durch den Notarzt des Rettungshubschraubers
C 6 nur mehr der Tod der Frau festgestellt werden.
Wie Benny auch schon schrieb sollte man mache Flüsse (nicht "Bäche")
keinesfalls unterschätzen, und vielleicht ist es auch zu hinterfragen,
wer wem etwas zu beweisen hat, wenn man mit immer noch kleineren Booten noch
"wildere" Abschnitte paddelt. Linie zu fahren gilt ja heute schon
fast als altmodisch, oder ?? Stylisch gekleidet mit Microbooten den Bach runterblödeln
ist hip, eine Seilbergung ist ungefähr so fremd wie altgriechich, und ........
(Halt, aus, keine Moralapostelsachen von hier)
take care, hoffe euch am Freitag "den Rest" mitteilen zu können.
Toni
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