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Pyranha M:3 im Test
geschrieben von Toni, erstellt am 24.10.2003

Pyranha M:3 - Der brandneue Nachfolger des Micro

Micro, ein Name, der bei Paddlern ebenso für Creeking steht, wie Topo das man nach wie vor einfach mit Kurzboot verbindet. Nun, mittlerweile ist der Micro in die Jahre gekommen, und Pyranha hat sich zu einem satten Facelifting entschlossen, bei dem auch gleich der Name des Bootes der neuen Pyranhalinie angepasst wurde! Bei diesem Boot handelt es sich um nichts weniger als um eine völlig überarbeitete Neuauflage des legendären Sturzstummels. Nicht umsonst ist der Micro Favorit vieler Extremstpaddler (Tao Berman, Nils Kagel etc.) und überdurchschnittlich oft Darsteller in diversen Hardcorevideos.


Hier steht er - Einer der ersten seiner Art

Der M:3 ist also der lang ersehnte und schon von vielen erwartete Nachfolger des Micro. Was fällt vorneweg auf? Was kann man an dem, laut KM "Besten-Creeker-aller-Zeiten", noch verbessern?



Zur Zeit gibt es den M:3 in zwei Größen, nämlich den M:3 233 und den M:3 243
Der von uns getestete 243er ist 3cm länger als der alte 240er nämlich 248cm. Mit 67cm Breite ist er auch um 5cm breiter als sein Vorgänger. Das Volumen ist mit 257 l praktisch gleich geblieben, leider ist der Neue aber auch um 1,5kg schwerer geworden und bringt nun stattliche 20 kg auf die Waage oder Schulter.

Die aktuelle Version kommt mit einem deutlich steiferen Cockpit, mit einer zusätzlichen Metallbügel-Versteifung am Bug, die ein Eindrücken im Oberschenkelbereich verhindern soll, sowie zahlreichen weiteren Sicherheitsfeatures, z.B. signalfarbene Griffschlaufen auf den Markt. Eine Pelicasehalterung und eine weitere Wurfsackhalterung hinter dem Sitz, sowie die neue Syncro 4 Cockpitausstattung runden das Innenleben ab. Der neue Sitz ist super bequem, er lässt sich absolut easy fitten, da die Basiscaps mittels Gummi fix angebracht sind, und man nur noch Keile der gewünschten Stärke zwischenschieben muss. Auch das Ratschensystem funktioniert einwandfrei, auch wenn die Stellung der Ratschen nicht zu 100 % optimal erscheint, da sie in den Lukenbereich ragt, und somit bei einem Panikausstieg für schmerzhafte Stellen sorgen kann. Die Prallplatte lässt sich ausgezeichnet verstellen, Pyranha liefert in einem Fittingkit auch eine Prallplatte in zweiter Größe mit, um noch variabler zu sein.
Am Oberdeck fallen sofort die massiven Bergeösen auf, die ein sicheres Einklinken des Karabiners gewährleisten, aber auch zum Absperren des Bootes dienen.


Toni auf der Soca

Zu den Fahreigenschaften:

Einer der größten Vorteile des alten Micro nämlich die sensationelle Spurtreue in Verbindung mit einem beachtlichen Speed sind zugleich auch sein größter Nachteil: Es ist zwar möglich die krassesten Linien zu halten - diese sieht man sich vorher allerdings besser ganz genau an, denn Spontankorrekturen waren und sind die Stärke des Micro sicher nicht. Laut Hersteller ist der M3 aufgrund des völlig neu konzipierten Unterwasserschiffs nun wendiger, ohne die Spurtreue negativ zu beeinflussen und noch schneller. Ein erster Augenschein auf die lange Wasserlinie mit wenig Scoop und komplett durchgezogenen Kanten, die zudem deutlich schärfer als beim alten Micro sind, lässt Skepsis aufkommen: Schnell ist das Boot bestimmt, aber ob die Angaben bezüglich Wendigkeit nicht doch etwas zu vollmundig geraten sind? Außerdem sieht es durch die hohen Seitenflächen recht seitenwasserempfindlich aus.

Ein Test des M3 243 an der Soca bei oberem Mittelwasser sollte unsere Zweifel zerstreuen. Wie erwartet hält der M3 exakt die Linie und fährt wie auf Schienen. Die gute Beschleunigung und die für diese Länge hervorragende Endgeschwindigkeit lassen Freude aufkommen. Und siehe da - auch spontane Kurskorrekturen gelingen leicht. die Wendigkeit gegenüber dem Micro ist tatsächlich deutlich verbessert.
Bei der für einen Creeker recht hohen Sitzposition ist der Hüfteinsatz und der Kantenwechsel mühelos durchführbar, und dies ohne das Boot kippelig werden zu lassen.


Anschi und Harry

Die Seitenwasserempfindlichkeit ist letztendlich auch kein Thema, der M3 überzeugt vielmehr durch eine satte stabile Wasserlage, will aber durch die Kantenführung aktiv gefahren werden. Boofen gelingt allerdings nicht unbedingt von selbst, es bedarf der beherzten und sauberen Anwendung der entsprechenden Technik, soweit wir das auf der Soca feststellen konnten. Falls man einen Boof vergurkt, hat man allerdings als kleinen Trost die Möglichkeit, sich prompt vom verbesserten Auftauchverhalten des M3 zu überzeugen, das durch die neu gestaltete Form des Oberschiffes deutlich berechenbarer geworden, das Boot sitzt durch den flacheren und deutlich breiteren Boden auch satter und stabiler auf dem Wasser. Bei flachen Landungen aus größerer Höhe könnte sich der neue Boden durch stärkere Verzögerung an der Wirbelsäule bemerkbar machen.


Harald Weiss

Fazit: Fast wie gehabt, nur einen Tick besser !!

Der neue M:3 ist ein wirklich schnelles Boot, das einen aktiven Fahrstil fordert. Seinen geringen Scoop merkt man ihm nicht an, sauber pflügt es durchs Wasser. Nach wie vor hat Pyranha mit dem Micronachfolger M:3 einen Topcreeker im Programm, der sich auf unseren gefällestarken Bächen genauso wohl fühlen dürfte, wie auf richtig sattem Wasser a la Ötz und Co…... Fahrverhalten und Ausstattung lassen keine Wünsche offen. Der M3 glänzt in allem was man von einem Creeker erwartet. Ein Boot also mit dem man sich getrost auf die Linie konzentrieren kann und das die nötigen Sicherheitsreserven bietet, die eigenen Grenzen auszuloten. Pyranha ist es damit tatsächlich gelungen die Latte noch etwas höher zu setzen.



Wir haben die Tage an der Soca genossen und freuen uns darauf euch hoffentlich bald mehr über seine Stürzereigenschaften berichten zu können!

Harry und Toni, soulboater.com
© Alle Bilder von Team Soulboater.com

 

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