| Pyranha M:3 - Der brandneue Nachfolger des Micro
Micro, ein Name, der bei Paddlern ebenso für Creeking steht, wie Topo
das man nach wie vor einfach mit Kurzboot verbindet. Nun, mittlerweile ist der
Micro in die Jahre gekommen, und Pyranha hat sich zu einem satten Facelifting
entschlossen, bei dem auch gleich der Name des Bootes der neuen Pyranhalinie
angepasst wurde! Bei diesem Boot handelt es sich um nichts weniger als um eine
völlig überarbeitete Neuauflage des legendären Sturzstummels.
Nicht umsonst ist der Micro Favorit vieler Extremstpaddler (Tao Berman, Nils
Kagel etc.) und überdurchschnittlich oft Darsteller in diversen Hardcorevideos.

Hier steht er - Einer der ersten seiner Art
Der M:3 ist also der lang ersehnte und schon von vielen erwartete Nachfolger
des Micro. Was fällt vorneweg auf? Was kann man an dem, laut KM "Besten-Creeker-aller-Zeiten",
noch verbessern?

Zur Zeit gibt es den M:3 in zwei Größen, nämlich den M:3 233
und den M:3 243
Der von uns getestete 243er ist 3cm länger als der alte 240er nämlich
248cm. Mit 67cm Breite ist er auch um 5cm breiter als sein Vorgänger. Das
Volumen ist mit 257 l praktisch gleich geblieben, leider ist der Neue aber auch
um 1,5kg schwerer geworden und bringt nun stattliche 20 kg auf die Waage oder
Schulter.
 
Die aktuelle Version kommt mit einem deutlich steiferen Cockpit, mit einer
zusätzlichen Metallbügel-Versteifung am Bug, die ein Eindrücken
im Oberschenkelbereich verhindern soll, sowie zahlreichen weiteren Sicherheitsfeatures,
z.B. signalfarbene Griffschlaufen auf den Markt. Eine Pelicasehalterung und
eine weitere Wurfsackhalterung hinter dem Sitz, sowie die neue Syncro 4 Cockpitausstattung
runden das Innenleben ab. Der neue Sitz ist super bequem, er lässt sich
absolut easy fitten, da die Basiscaps mittels Gummi fix angebracht sind, und
man nur noch Keile der gewünschten Stärke zwischenschieben muss. Auch
das Ratschensystem funktioniert einwandfrei, auch wenn die Stellung der Ratschen
nicht zu 100 % optimal erscheint, da sie in den Lukenbereich ragt, und somit
bei einem Panikausstieg für schmerzhafte Stellen sorgen kann. Die Prallplatte
lässt sich ausgezeichnet verstellen, Pyranha liefert in einem Fittingkit
auch eine Prallplatte in zweiter Größe mit, um noch variabler zu
sein.
Am Oberdeck fallen sofort die massiven Bergeösen auf, die ein sicheres
Einklinken des Karabiners gewährleisten, aber auch zum Absperren des Bootes
dienen.

Toni auf der Soca
Zu den Fahreigenschaften:
Einer der größten Vorteile des alten Micro nämlich die sensationelle
Spurtreue in Verbindung mit einem beachtlichen Speed sind zugleich auch sein
größter Nachteil: Es ist zwar möglich die krassesten Linien
zu halten - diese sieht man sich vorher allerdings besser ganz genau an, denn
Spontankorrekturen waren und sind die Stärke des Micro sicher nicht. Laut
Hersteller ist der M3 aufgrund des völlig neu konzipierten Unterwasserschiffs
nun wendiger, ohne die Spurtreue negativ zu beeinflussen und noch schneller.
Ein erster Augenschein auf die lange Wasserlinie mit wenig Scoop und komplett
durchgezogenen Kanten, die zudem deutlich schärfer als beim alten Micro
sind, lässt Skepsis aufkommen: Schnell ist das Boot bestimmt, aber ob die
Angaben bezüglich Wendigkeit nicht doch etwas zu vollmundig geraten sind?
Außerdem sieht es durch die hohen Seitenflächen recht seitenwasserempfindlich
aus.

Ein Test des M3 243 an der Soca bei oberem Mittelwasser sollte unsere Zweifel
zerstreuen. Wie erwartet hält der M3 exakt die Linie und fährt wie
auf Schienen. Die gute Beschleunigung und die für diese Länge hervorragende
Endgeschwindigkeit lassen Freude aufkommen. Und siehe da - auch spontane Kurskorrekturen
gelingen leicht. die Wendigkeit gegenüber dem Micro ist tatsächlich
deutlich verbessert.
Bei der für einen Creeker recht hohen Sitzposition ist der Hüfteinsatz
und der Kantenwechsel mühelos durchführbar, und dies ohne das Boot
kippelig werden zu lassen.


Anschi und Harry
Die Seitenwasserempfindlichkeit ist letztendlich auch kein Thema, der M3 überzeugt
vielmehr durch eine satte stabile Wasserlage, will aber durch die Kantenführung
aktiv gefahren werden. Boofen gelingt allerdings nicht unbedingt von selbst,
es bedarf der beherzten und sauberen Anwendung der entsprechenden Technik, soweit
wir das auf der Soca feststellen konnten. Falls man einen Boof vergurkt, hat
man allerdings als kleinen Trost die Möglichkeit, sich prompt vom verbesserten
Auftauchverhalten des M3 zu überzeugen, das durch die neu gestaltete Form
des Oberschiffes deutlich berechenbarer geworden, das Boot sitzt durch den flacheren
und deutlich breiteren Boden auch satter und stabiler auf dem Wasser. Bei flachen
Landungen aus größerer Höhe könnte sich der neue Boden
durch stärkere Verzögerung an der Wirbelsäule bemerkbar machen.

Harald Weiss
Fazit: Fast wie gehabt, nur einen Tick besser !!

Der neue M:3 ist ein wirklich schnelles Boot, das einen aktiven Fahrstil fordert.
Seinen geringen Scoop merkt man ihm nicht an, sauber pflügt es durchs Wasser.
Nach wie vor hat Pyranha mit dem Micronachfolger M:3 einen Topcreeker im Programm,
der sich auf unseren gefällestarken Bächen genauso wohl fühlen
dürfte, wie auf richtig sattem Wasser a la Ötz und Co…... Fahrverhalten
und Ausstattung lassen keine Wünsche offen. Der M3 glänzt in allem
was man von einem Creeker erwartet. Ein Boot also mit dem man sich getrost auf
die Linie konzentrieren kann und das die nötigen Sicherheitsreserven bietet,
die eigenen Grenzen auszuloten. Pyranha ist es damit tatsächlich gelungen
die Latte noch etwas höher zu setzen.
 
Wir haben die Tage an der Soca genossen und freuen uns darauf euch hoffentlich
bald mehr über seine Stürzereigenschaften berichten zu können!
Harry und Toni,
soulboater.com
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