Deutsch / English
08.10.2008 02:05Uhr 
Soulboater-Livesuche Suchergebnisse
 
Newsletter abonnieren:
 
 zurück
berichte.navi
News Übersicht
Freestyle
Sjoa...
Artikel
Bewertung: 0.0 / 6
 
zufalls.gallerie
::soulboater.berichte - Freestyle

  Artikel   Kommentare (0)   Bewertung:
  • Voting
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
(0 Bewertungen)

Sjoa River-Festival 2002
geschrieben von Jan-Peter, erstellt am 25.07.2002

Sjoa Kayak Festival 2002

Wer nach Norwegen zum Paddeln fährt, muß schon viel Glück haben, bei seinen Touren auf Wildwasserfahrer zu treffen. Vielleicht kommen einem in Oslo oder Südschweden noch ein paar Autos mit Seekajaks oder Wandercanadiern auf dem Dach entgegen, ansonsten sind die Chancen ziemlich gering, andere Paddler zu treffen. Deshalb wird vom Norwegischen Kanuverband einmal im Jahr ein Treffen der Wildwasserfahrer organisiert, zu dem jeder anreist, der in der norwegischen Kanuszene auch nur einigermaßen eine Neospritzdecke schließen kann. Seit einigen Jahren findet diese Treffen der norwegischen Wildwasserfahrer traditionell an der Sjoa, dem bekanntesten Wildwasser vier Autostunden nördlich von Oslo statt, und es wird einiges für die 300 Kronen Teilnahmegebühr geboten:



Führungsfahrten für Anfänger, Fortgeschrittene und Experten auf den umliegenden Flüssen und Sturzrinnen, Rodeoclinics durchgeführt von international bekannten extra importierten Playboatern, abendliche Diskussionsforen moderiert von Weltklassepaddlern, sportliche Wettkämpfe in Form eines Kopf-an-Kopf-Rennens, eines Internationalen Rodeos und eines Extreme-Race genannten Um-die-Wette-eine-Wasserfallkombination-Herunterrutschens, die obligatorische Samstag-Abend- Paddler-Party und natürlich das Allerwichtigste: das Festival T-Shirt, das dokumentiert: Ich war dabei!


Auch Nico Langner verteilt schon fleißig Autogramme

Am 1. Abend hatten sich bereits 145 Paddler auf dem Übernachtungsplatz an der Slalomwettkampfstrecke der Sjoa bei Nedre Heidal angemeldet, amerikanische und englische Creeker und Spielboote dominierten auf den Dächern der bulligen Geländewagen, Pick-Ups und Vans, die sich ihren Weg durch den Schlamm den steilen Weg hoch auf die Zeltwiese schaufelten, denn es regnete an diesem Mittwoch fast ununterbrochen. Das Wasser der Sjoa war in der Woche zuvor so hoch gewesen, dass selbst das kommerzielle Raften aus Sicherheitsgründen eingestellt wurde, sank jetzt aber von Tag zu Tag, so dass von einem Idealwasserstand für das Rodeo gesprochen wurde.


Olli Grau beim Aerial

Zunächst gab es aber am nächsten Abend das Head-to-Head-Race, das von dem Schweizer Simon Hirter gewonnen wurde. Die Wettkämpfe fanden immer erst am späten Nachmittag statt, weil tagsüber die Paddler auf den Bächen der Umgebung unterwegs waren und die Sonne in Norwegen im Sommer erst gegen Mitternacht kurz verschwindet. Man kann also gut noch abends gegen 21.00 Uhr zum Paddeln gehen oder auch einen Freestyle-Event erst nach 18.00 Uhr beginnen lassen.


Der strahlende Sieger Ed Cornfield. Wächst ihm schon das Wikingerhorn oder ist das nur ein Ast? ;-)

Das Rodeo fand dann am Freitag auf einer brechenden Welle vom Charakter ähnlich der in Kuchl statt. 200 Meter oberhalb der Eisenbrücke in Nedre Heidal trennte sich ziemlich schnell die Spreu vom Weizen, d.h. die Norweger von den ?Zugreisten?. Im Finale waren von 40 Rodeoten nur noch die Briten Ed Cornfield und Andy Philips, der Schweizer Simon Hirter und die Germanen Olli Grau und Nico Langner dabei, die sich einen harten Kampf mit Aerials, California Rolls, Pan Ams und Cut Backs lieferten. Das fahrerische Niveau war so hoch, dass das Rodeo letztlich dadurch entschieden wurde, wer die meisten Moves hinzauberte, bevor er durch einen Fahrfehler oder letztlich einfach Pech von der Welle flog und sich mühsam im Kehrwasser gegen die laufende Stoppuhr wieder hocharbeiten mußte. Letztlich siegte ?Fast Eddy? Cornfield vor Olli Grau und Andy Philips mit einer Aneinanderkettung von Blunts, Spins und Aerials und dem Glück, am längsten auf der Welle geblieben zu sein.


Abschlußfall Store Ula Extreme Race


Extreme Race: Rutsche im Mittelteil

Der nächste Tag sah die Stürzertruppe unter den Wettkampfpaddlern an den Rutschen und Wasserfällen des Store Ula, der europäischen Antwort auf den kalifornischen Dry Meadow Creek. 43 Paddler hatten sich zum Extreme-Race angemeldet, es waren aus Sicherheitsgründen nur richtige Creekboote zugelassen und hier zeigten die Norweger, dass sie als echte Nachfahren der Wikinger das Pullen nicht verlernt haben, sie keulten wie wild die Rutschen runter und behaupteten sich damit in der Mehrzahl in der Spitzengruppe der ersten Zehn. Ehrensache, dass nach dem Rennen noch zu der Fünfwasserfällekombination 500 Meter flussabwärts weitergepaddelt und die drei ersten Fälle von vielen auch gleich mehrfach befahren wurden. Sorgsam wurde vor dem 4. Wasserfall gesichert und ausgestiegen, denn diesen doch deutlich höheren und vor allem gefährlicheren Absturz überlässt man dann doch lieber Paddlern vom Schlage eines Nils Kagel?


Andy Philips hat vom Wasserfalltroll einen auf die Nase bekommen

Den norwegischen Veranstaltern muß ein dickes Lob ausgesprochen werden: Das Treffen war super organisiert, der Zeitplan bei den Wettkämpfen stimmte auf die Minute, es wurde auch an die Zuschauerfreundlichkeit der Locations gedacht, sogar das Einfliegen eines Arztes per Helikopter an die Wasserfälle des Store Ula wurde organisiert.


Andy Phillips im 3. Abfall der Store Ula Kombination vor der hohen Kagelstufe

Der Ort der Veranstaltungen war gut gewählt, um im Alpenraum etwas Vergleichbares auf die Beine zu stellen, müßten sehr viel weitere Anfahrtswege in Kauf genommen werden: Wasserfallrennen in der Dreierkombination des Schwarzbachs, Rodeo in Kuchl, Head-to-Head-Race auf der Mittleren Ötz, oder ähnlich. Aber wo bekommt man dort problemlos den Heli für den Oberarzt her???

Jan-Peter

© Pics by Jan-Peter, Soulboater.com 2002

 

soulUser.bereich
Nickname:
Passwort:
Eingeloggt bleiben:
Passwort vergessen?
- Anzeige -
Klick mich!
artistic-sportswear.de