| Zuwachs in der Korkenklasse - Fahrbericht Dagger Nomad
Die Steigerung des Niveaus im extremen Wildwassersport hat ähnlich wie
im Freestylebereich zur Entwicklung von sehr spezialisierten Booten geführt.
Sie sollen dem Paddler ein Maximum an Sicherheitsreserven sowohl beim Fahrverhalten
als auch bei der Ausstattung bieten. Dagger hatte bereits mit dem CFS vor zwei
Jahren einen reinrassigen "Creeker" rausgebracht, der sich als Toponachfolger
mit Korkeneigenschaften einen Namen machte.
Nils im großen Nomad 8.5
Im Oktober dieses Jahres kommt nun sein Nachfolger, der Nomad in zwei Größen
auf den europäischen Markt. Ich hatte die Gelegenheit, das Boot im Vorwege
zu testen.

Nils auf der Krimmler Ache
Der Nomad ist auf den ersten und auch auf den zweiten Blick wirklich keine
Schönheit, aber man will ja schließlich nicht am heimischen Rodeospot
glänzen, sondern im schweren Wildwasser bestehen. Wie schon beim CFS ist
die Luke sehr großzügig geschnitten und so ein schneller Notausstieg
gewährleistet. Die Schenkelstützen bieten guten Halt und drücken
nicht. Der Rückengurtstraffer ist eher überflüssig, zumal die
Riemen ständig irgendwo zwischen den Beinen rumbaumeln. Der Sitz ist wie
bei Dagger üblich für die schwergewichtige US-Klientel konstruiert
und muss daher von normal gebauten Paddlern erst mal ordentlich gefittet werden.


An der Sicherheitsausstattung ist nur wenig zu bemängeln. Der Plastiksteg
im Vorderschiff behindert kaum beim Ein- und Aussteigen, kann sich jedoch u.U.
ein wenig zur Seite verschieben. Die soliden Metallgriffe an Bug und Heck sowie
hinter der Luke hat man sich von Liquid Logic abgekuckt. Sie eignen sich gut
zum Einhaken von Karabinern, sind allerdings etwas dünn geraten und daher
schlecht zu greifen.
Krimmler Ache
Bei den Fahreigenschaften hat sich einiges gegenüber dem CFS verändert.
Aufgrund des längeren Unterschiffes mit seinen stark gerundeten Kanten
ist der Nomad wesentlich schneller und laufruhiger. Gleichzeitig ist nur wenig
von der Wendigkeit des Vorgängers verloren gegangen und auch die Boofeigenschaften
geben keinen Anlass zum Klagen.

Durch den leicht gerundeten Boden ist eine flache Landung aus größeren
Höhen erträglich. Das Auftauchverhalten ist dank des bauchigen Oberschiffs
erstklassig und das voluminöse Hinterschiff sorgt dafür, dass der
Nomad weniger zum Kerzen neigt.
Puckl Franz mit dem kleinen Nomad
Fazit: Mit dem Nomad hat Dagger einen Creeker entwickelt, der eine gelungene
Mischung aus bewährten Gestaltungselementen darstellt. Auch an der Sicherheitsausstattung
ist nur wenig auszusetzen. Eine elegante Form und sportliche Fahreigenschaften
lässt der Nomad zwar vermissen, aber darauf verzichtet man gerne, wenn
es ums Ausloten der eigenen Grenzen geht.
| Technische Daten: |
Nomad 8.1 |
Nomad 8.5 |
| Länge: |
246cm |
257cm |
| Breite: |
65cm |
67cm |
| Volumen: |
257l |
295l |
| Gewicht: |
19kg |
20,1kg |
| Paddlergewicht: |
50-80kg |
70-110kg |
| Luke: |
86x48cm |
86x48cm |
von Nils Kagel
© Flußbilder Manuel Arnu,
Messefotos Pietro Linda
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