| Riot Tekno
Long time ago, in a galaxy far, far away...
Im Mai 2000 gab es die ersten Bilder. Da stand ein Gipsmodell eines Tie-fighters
von Boot an einen Maschendrahtzaun gelehnt. Im Text erzählte uns Arnd Schäftlein,
damals noch bei Eskimo, dass das sein neues Baby ist und die Geburt ohne Probleme
verlaufen sei. Einen Namen hatte er auch schon: Tekno. Seltsam sah er schon
aus, drei Spitzen und Enden und Kufen im Boden.
Irgendwie wurde die Geburt dann doch von einigen Wehen begleitet. Und sie dauerte
vor allem noch einige Zeit. Aus drei Spitzen wurden zwei und eine neue Familie
für Vater und Sohn musste gefunden werden, Riot. Aber ein Jahr später war er
endgültig auf der Welt. Und wenig später hatte auch ich einen vor der Tür liegen.
Adoptiert sozusagen.
Ausstattung:
Wenn man ein neues Boot hat, fängt man meistens sofort mit dem Fitten an. Bei
dem Elastomer Outfit im Tekno ist das nicht viel anders. Nur muss man viel weniger
mit Schaum hantieren. Lediglich den Sitz sollte man den persönlichen Bedürfnissen
anpassen. Also etwas Schaum an die Seiten. Jetzt noch den passenden Schaumblock
vor die Fußstütze kleben und fertig. Sitzt man dann im Boot, kann man sich entweder
bequem räkeln oder bombig festzurren. Das funktioniert mit den diversen Straps
und Schnallen. Erst wird die Fußstütze angezogen, dann der Rückengurt und zum
Schluss die Schenkelstützen. Oder andersherum oder gleichzeitig. Die Einstellung
kann man beliebig oft verändern und optimieren. Also z.B. im Kehrwasser etwas
Entspannung und dann für Welle oder Walze wieder richtig anziehen. Platz für
die Füße und für lange Beine ist im Tekno viel, er ist auf jeden Fall bequemer
als Ultrafuge, Booster 50 oder New Disko. Ansonsten ist alles dran und drin,
was zu einem Rodeoboot gehört.
Fahrverhalten -Flachwasser:
Im Flachen geht mit dem Tekno alles, was im Flachen so gehen muss. Ob das jetzt
unbedingt sein muss, ist eine andere Sache. Cartwheels sind jedoch schwieriger
einzuleiten als z.B. beim Booster 50. Das Vorderschiff ist doch etwas voluminöser.
Unterschneiden, Stalls und Loops funktionieren natürlich auch.
-Welle:
Da gehört er hin und da will er auch hin. Es gibt meiner Meinung nach kein besseres
Boot für Wellen! Dank des ausgetüftelten Boden-Designs ist der Tekno extrem
schnell und gleichzeitig super loose. Die kleinere Spin-Disk in Verbindung mit
den kufenartigen Rillen macht es möglich. Auf der Kante lässt sich das Boot
super beschleunigen. Jetzt wird auch klar, warum der Tekno über zwei Spitzen
verfügt, so hat man trotz der Kürze des Bootes eine lange Außenkante um zu carven.
Die leicht konkaven Seitenwände verstärken den Grip zusätzlich. Über diese kann
man aber auch leichter stolpern als bei höhergelegten Kanten. Im Frontsurf bohrt
der Tekno nicht. Blunts lassen sich fast aus dem Stand werfen, sogar auf sehr
kleinen und langsamen Wellen (Steindamm) kann man nach dem Blunt direkt clean
in den Frontsurf weiter spinnen. Spins gehen leicht von der Hand, wenn andere
aktuelle Boote sich mit Mühe auf derWelle halten, kann man mit dem Tekno schon
spinnen. Im Vergleich zum Booster ist der Tekno zwar leichter zu verkanten,
jedoch viel schneller auf der Welle unterwegs. Auf größeren Wellen macht das
alles noch mehr Spaß, und wenn das Unterschiff nach kurzem Flug wieder ins Wasser
knallt, weiß man, dass alles richtig war... Hier kann man sich dann auch bis
zu vier Finnen an sein Boot schrauben und noch krassere Lines ziehen.
-Walze:
Der Tekno ist ein Wellenboot! Trotzdem macht er auch in der Walze viel Spaß.
Cartwheels, Splitwheels gehen leicht von der Hand. Durch das ordentliche Volumen
im Sitzbereich bleibt das Boot schön stabil in der Walze. Jedoch ist das Volumen
nicht gleichmäßig über das Boot verteilt. So braucht man etwas mehr power um
Moves über den Bug zu starten, das kleine Heck dreht dagegen, mit der Lizenz
zum Clean, sehr leicht weiter. Loops, Space Godzillas oder Tricky Woos sind
allein eine Frage des Fahrkönnens.
-Wildwasser:
Ich bin mit dem Tekno bisher nur leichteres offenes Wildwasser gefahren. Nicht
zuletzt, da mir das Boot für alles andere zu schade ist. Aber eine Tour auf
der Durance mit abschließender Session im Rabioux hat trotzdem viel Spaß gemacht.
Eddyline Cartwheels, Wavewheels und Unterschneiden gehen einfach. Der Komfort
ist auch auf "großer Fahrt" in Ordnung.
Fazit: Der Tekno ist ein stylisches Rodeoboot, mit Schwerpunkt beim
Surfen, das auch in der Walze eine gute Figur macht. Und: Der Tekno ist nicht
nur für die Profis, sondern auch für die normalen Paddler wie dich und mich.
On a wave Thomas
Bilder by Thomas Müßig & Riot,
Paddler: Thomas
weitere Infos.: Kanu-Outdoor-Center
Freiburg, Gert Spilker
www.kanutreff-ksgr.de
Riot Tekno
Länge: 210 cm
Breite: 62 cm
Volumen: 185 l
Gewicht: 15 kg
Paddler-Gewicht: 56-105kg
Tester: Größe:187cm Gewicht:70kg
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