| Bootstest Serie 2002
Es ist vollbracht, dank Fönwetterlage und Schmelzwasser Mitte November bei
gigantischen 24° C (PLUS !!) in Salzburg gibt es einen neuen, natürlich subjektiven
Test auf der SuperSoulboaterSeite:
Beide Boote sind uns von Wolfgang Bolg vom Kanutreff
Augsburg für diesen Test zur Verfügung gestellt worden. Die Boote wurden
von uns im Salzkammergut und im Salzburgerland ausgiebig getestet.
Wolf und Hiasi
Zu den Testpersonen: meine Wenigkeit (175cm/70kg und 42er Latschen) und sowie Hiasi aus Freilassing, 190cm/80kg 44er
Vielleicht aber erst einmal einige Daten zu den beiden Raubfischen, die laut
Herstellerangaben die Nachfolger des legendären Inazone und des Hydrozone antreten
sollen: Beide Boote gibt es in altbewährter Pyranhamanier in 3 verschiedenen
Größen, wir haben jeweils die mittlere davon getestet;
PYRANHA H:3 PYRANHA I:3
Der H:3
Der H:3: Anders als früher der Hydrozone hat der H:3 ein deutlich flacheres, zeitgemäßes Unterschiff. Dadurch liegt er satt auf dem Wasser, das Boot bietet eine sehr hohe Anfangsstabilität. Die Kanten des Bootes sind typisch sauber, ziemlich über das ganze Unterschiff durchgezogen, jedoch gebrochen, d.h. nicht allzu aggressiv, dennoch ist das Boot ziemlich exakt zu fahren. Rollen lässt sich der H:3 sauber, da er nicht allzu breit ist, und auch die Kanten nicht zu scharf sind. Das Volumen des mittleren H:3 ist für Paddler bemessen, die in meiner Gewichtsklasse liegen, diese werden sich in dem Teil auch wohl fühlen. Ich hatte vorher den Micro 240er, der mir allerdings zu groß war, und bei meinem Gewicht das Verhalten eines Sektkorken an den Tag legte, zwar sehr sicher, aber schwer zum Linie fahren.
Auffallend beim H:3 ist seine extreme Wendigkeit. Kehrwasser ein- und auspaddeln
geht mit diesem Boot dermaßen leicht, dass es eine wahre Freude ist. Das auftauchverhalten
ist exakt, auch boofen funktioniert tadellos, man muss kein großer Künstler
sein, um das Boot an der Kante sauber abschieben zu können. Die Sitzanlage ist
okay, Pyranha liefert einen großen Sack mit Fittings mit, mit denen sich das
Boot wirklich gut anpassen lässt, vielleicht nicht ganz so exakt wie bei Dagger,
aber immerhin deutlich besser, wie bei manch einem anderen Boot.
Die Schenkelstützen sitzen gut, und da, wo Schenkelstützen greifen sollten,
das Ratschensystem für den Rückengut ist exakt und auch einfach zu lösen. Auch
die Luke ist sauber geraten, zumindest für "normal" gebaute Paddler, allerdings
ist sie X-large, d.h. mit normalen Spritzdecken bekommt man Probleme, was mir
bei meiner Jackenkombi fast zum Verhängnis wurde! *g*
Toni in Aktion
Weitere Ausstattung: Eine Flaschenhalterung, der beliebte
Pyranhaschwamm, Edelstahl-Bergeösen am Oberdeck, und 2 Schlaufen hinter dem
Rückengurt um Wurfsack und Pelibox anhängen zu können. Der H:3 wird mit Mittelkeilen
verstärkt. Das Boot wird dadurch deutlich stabilisiert, ein Mitführen von diversem
Zubehör (Wurfsack etc.) geht sich tadellos aus, auch die "normale" Pelibox hat
noch Platz. Die Griffe sind tadellos und schön steif, auch eine Absperr- bzw.
Bergevorrichtung ist wie erwähnt vorhanden.
Toni im H:3
Fazit: Ein verdammt gut gelungener Creeker, mit dem vor allem leichtere
Personen, die auf Wendigkeit Wert legen ihre Freude haben werden. Zuhause ist
der H:3 auf allen Gewässern, ein typischer(Semi-)Creeker halt, der mehr Potential
als Riverrunner als sein Vorgänger hat!!

Der i:3 Der i:3 ist der Nachfolger der von vielen geliebten Inazone-Serie. Zur Vorlage diente das bereits bewährte S8 Playboat, dessen Spielpotential mit Anforderungen an einen Riverrunner gemischt wurden.
Hiasi im I:3
Das erste optische Merkmal, das einem ins Auge sticht, ist der stark hochgezogene Bug. Er ermöglicht ein ruhiges und sauberes Überfahren von kleinen Wellen und Walzen, ohne von diesen gebremst zu werden. Des weiteren verhindert er ein zu schnelles Einspitzeln in kurzen, steilen Wellen. Das Unterschiff ist schlicht gestaltet und weist eine leichte Wölbung zu den durchgezogenen Carving - Kanten hin auf. Diese Kanten geben dem Boot eine sehr gute Linientreue (trotzt der Länge), und lassen den i:3 in der Welle gut beschleunigen. Das Heck besitzt den mittlerweile schon "bewährten" Schwalbenschwanz, welcher die Gleiteigenschaften auf der Welle noch optimieren soll. Auf dem Oberdeck sind außer den Schlaufen auch noch Edelstahl-Bergeösen zu finden. Beide wurden in Zusammenarbeit mitdem amerikanischen Kletterzubehör-Hersteller D.M.M. entwickelt. Die Griffschlaufen wurden mit einer Belastung von 1000kg getestet, und sind sehr steif. Die Bergeösen, in welche alle gängigen Karabiner passen, halten einer Belastung von 800kg stand.
Hiasi
Sitzt man sich in den i:3, ist man vom Platzangebot überwältigt. Hier dürften auch weitaus größere Paddler als ich, auch mit Riesenlatschen, Platz finden. Die neu entwickelten Schenkelstützen lassen sich individuell an wahrscheinlich jedes Paddlerbein anpassen. Sie lassen sich nicht nur wie gewohnt in Längsrichtung verschieben, sondern auch mittels 2 Imbusschrauben, je nach Wunsch zur Schenkelinnenseite vergrößern, um so den Kontakt zum Boot zu optimieren. Wer sie allerdings ganz nach innen zieht, sollte wirklich sattelfest im Boot sitzen. Ein Notausstieg ist nämlich so kaum mehr möglich, da der Mittelkeil sich den Schienbeinen in den Weg stellt. Der Rückengurt sitzt (zumindest bei mir) perfekt, und läßt sich mittels dem Ratschensystem einfach fest ziehen, und auch lösen. Der Sitz läßt sich mittels 2 Schrauben verstellen (ohne Werkzeug), welche hinter den mitgelieferten Fittings versteckt liegen. Der Rest des Fittingmaterials wird mit einer Plastikplatte an dem Rückengurtsystem festgemacht, und ist so immer an der richtigen Position. 
Der i:3 ist ein kleiner Riverrunner mit enormen Spielpotential. Sternsquirts sind kein Problem. Auch der Bug läßt sich mit etwas Aufwand gut unterschneiden. Flachwassercartwheels sind möglich, jedoch nur mit Kraftaufwand / guter Technik. In der Welle beschleunigt das Kajak schnell, und läßt sich sauber in der Strömung carven. Für mehr als Blunts reicht mein Können allerdings nicht aus. : Das Boot besitzt eine hohe Anfangsstabilität, welche auch nicht verlorengeht. Dadurch wirkt das Boot beim Kanten allerdings etwas träge. Seitenwasser gegenüber, wirkt der i:3 kaum anfällig. Er ist extrem wendig, und parkt im Kehrwasser exakt ein- und aus. Der moderne Riverrunner ist trotz seiner Länge von nur 222cm sehr spurtreu, schnell und fühlt sich so auch auf engen, verblockten WW wohl, wobei sich hier der Wasserdruck in Grenzen halten sollte. Der Boof funktioniert wunschgemäß einfach, und falls man ihn doch versauen sollte, ist das Boot leicht zu rollen. 
Fazit: Der i:3 wird seiner Rolle als Nachfolger der Inazones mehr als gerecht. Entstanden ist ein gutmütiger Riverrunner mit großem Spielpotential. Die Langsamkeit der Pyranha-Riverrunner gehört mit dem i:3 der Vergangenheit an.
Toni & Hiasi,
soulboater.com
Bilder by Toni & Hiasi
© Soulboater.com 2002
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