| Ein Wellengleiter für alle Gewichtsklassen.Fahrbericht zum Pyranha S8 225 und 235 Während der bissige Fisch im Allround- und Alpinbereich in den letzten Jahren ordentlich vorgelegt hatte, hatte er mit seinen Booten im Wellensektor bislang weniger Erfolg. Das soll sich mit den neuen Spielbooten der S8-Reihe ändern. Dabei ließ man sich bei der Gestaltung des Rumpfes durch bereits bewährte Formen inspirieren. Nicht ganz zufällig weisen beide Boote eine entfernte Ähnlichkeit mit den Kreationen eines kanadischen Trendsetters auf. 
Um die Gleiteigenschaften zu optimieren, wurde die breiteste Stelle sowohl beim 225er als auch beim 235er Mittschiffs platziert. Darüber hinaus weisen die Unterschiffe beider Boote einen relativ geringen Kielsprung und durchgehende Kanten auf. Lediglich der 235er erhielt eine leicht hochgezogene Bugpartie, um unfreiwilliges Einspitzeln zu vermeiden. Die brettflachen Böden sind eher schlicht gestaltet. Nach einer Spindisk oder ähnlichem sucht man vergebens. Querrillen deuten zumindest an, worum es gehen soll. Der surfbretttypische Schwalbenschwanz durfte natürlich auch nicht fehlen. In der Gestaltung des Oberschiffs dominieren runde Formen. Auffallend ist eine sogenannte "Powerpocket" auf dem Vorschiff, die das Vollführen eindrucksvoller Luftnummern unterstützen soll. Am Innenleben der Boote ist wenig auszusetzen. Insbesondere die verbesserte Sitzanlage tut sich in puncto Qualität hervor. Auch das neuerdings als Hüllenmaterial verwendete Metalite-PE weist bei Gewicht und Steifigkeit deutliche Vorzüge gegenüber der alten metallocenen Plaste auf. Setzt man sich in den S8, fällt zunächst die gute Ergonomie und das enorme Platzangebot auf. Besonders im 235er hat man den Eindruck, eher in einem Funcruiser denn in einer Park'n-Play-Schüssel zu sitzen. Hier dürften auch Zwei-Meter-Leute mit Schuhgröße 48 und 100 kg Lebendgewicht keine Probleme haben. Selbst im 225er fährt man für ein Spielboot seiner Klasse recht bequem.
Nils im S8 beim Blunt. Playspot: Aibling
Auf dem nassen Element offenbaren sich schnell die Stärken und Schwächen der S8er. Obwohl sich speziell der 235er als Boot für alle Lebenslagen eignet, machen sich die langgezogenen Kanten und das niedrige Hinterschiff bei erhöhter Wasserwucht schnell bemerkbar. Sitzen wie im Sessel daheim wird gnadenlos bestraft. Wie bei anderen P'n-P-Kajaks auch, ist bei den S8ern daher eine aktive Fahrweise gefordert. Ansonsten ist ihr Einsatzbereich in etwa mit dem der Inazones zu vergleichen, wenngleich man enges und stufiges Wildwasser besser meiden sollte. Das Unterschneiden des Hecks ist bei beiden Booten erwartungsgemäß einfach. Anders stellt sich die Sache beim Unterschneiden des Bugs dar. Während der 225er hierbei keinerlei Probleme bereitet, macht sich beim 235er das größere Volumen im Vorschiff bemerkbar, und es verlangt schon etwas Kraft und Geschicklichkeit, den Bug im Flachwasser nach unten zu bekommen. In druckvollen Walzen lassen sich wiederum beide Boote einfach und kontrolliert wheelen, wenn auch keine Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt werden. Insbesondere schweren Fahrern kommt es beim 235er zugute, daß sie aufgrund des großen Auftriebs nicht so weit einsinken. Leichtere Fahrer unter 80 kg sollten hingegen tendenziell auf den kleineren 225er zurückgreifen, um spieltechnisch auf ihre Kosten zu kommen. 
Ihre wahren Vorteile zeigen die S8er auf der Welle. Das flächige Unterschiff liegt satt auf dem Wasser und läßt beide Boote in Nullkommanix ins Gleiten kommen. Der Geschwindigkeitsunterschied zu den alten Prozones ist frappierend. Die S8er lassen sich auch auf kleinen Wellen gut über die Kante beschleunigen. Hier liegt ein klarer Vorteil gegenüber den Booten der Stummelklasse. Aufpassen muß man lediglich bei kurzen, steilen Wellen, da gerade die flache Schnauze des 225er ganz gerne mal bohrt. Dieses Problem ist, wie bereits oben erwähnt, beim 235er durch eine leicht hochgezogene Spitze etwas entschärft worden. Fazit: Endlich ist es Pyranha gelungen, ein Kajak mit soliden Welleneigenschaften auf den Markt zu bringen, das sich nicht zuletzt dank der guten Ausstattung durchaus mit der Konkurrenz messen kann. Aufgrund der komfortablen Ergonomie eignet es sich zudem hervorragend für größere Fahrer, die immer schon mal mit einem entspannten Lächeln auf den Lippen einen mittelschweren Wildfluß hinunterkreuzen wollten, ohne auf einen gepflegten Blunt verzichten zu müssen. Technische Daten (Herstellerangaben)
Länge: 225 / 230 cm
Breite: 65 / 67 cm
Volumen: 180 / 230
Liter Gewicht: 16,5 / 17,5 kg
Preis: 1099,- Euro
Weitere Infos unter www.kanu-treff.de
Nils Kagel
Photos by Ralf Schmitt
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