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Bliss-Stick Blitz im Fahrtest
geschrieben von Nils Kagel, erstellt am 26.01.2002

Fahrbericht Bliss-stick Blitz
Von Nils Kagel - Location: Luhewalze

"Oh je! Schon wieder so'n kleine Exotenschüssel, mit der ich nichts anfangen kann", dachte ich mir, als ich den Blitz das erste mal sah. Das war vor gut einem Jahr auf der Oker. Zumindest schien eine Menge Potential in dem Kahn zu stecken, wie sein stolzer Besitzer umgehend bewies. Ein Jahr später erhielt ich die Gelegenheit, den Blitz selber zu testen und wurde nicht enttäuscht.

Was als erstes am Blitz auffällt, sind seine runden Formen. Die gleichmäßige Volumenverteilung vermittelt ein harmonisches Äußeres. Die Einbauten wirken solide. Der trimmbare Sitz und die verstellbaren, rund geformten Schenkelstützen ergeben eine gute Ergonomie. Der Rückengurt ist auch nicht schlecht. Allerdings läßt er sich im Sitzen und vor allen Dingen mit kalten Fingern nur schwer verstellen. Da der Süllrand vorne ein wenig heruntergezogen ist, fällt mir das Einsteigen mit einer Beinlänge von 90 cm und Füßen Größe 47 nicht gerade einfach. Irgendwie habe ich es jedoch immer geschafft, mit den Zehen am Stemmblock im Vorschiff vorbeizukommen. Große Menschen sollten sich diesen Störenfried herausbauen, denn Platz ist eigentlich genug vorhanden.

Trotz meines Körpergewichtes von 96 kg hält mich der Blitz noch recht anständig an der Wasseroberfläche. Das Wheelen auf Flachwasser gestaltet sich schnell und unproblematisch. In der Walze zeigt sich der Blitz von seiner agilen Seite. Obwohl Bug und Heck relativ voluminös sind, ergeben sich auch hier keine Schwierigkeiten, sämtliche gängigen Moves zu praktizieren. Die Drehfreudigkeit und stabile Lage in der Vertikalen lassen sogar den Tricky Woo gelingen. Selbst wenn die Walze mal flacher sein sollte, bleibt man dank der breiten und runden Enden nur selten am Grund hängen.

Überrascht haben mich die Welleneigenschaften des Kiwibootes. Normalerweise bin ich von niedervolumigen Booten gewöhnt, daß sie aufgrund meines Gewichtes nur schwer ins Gleiten kommen und ich in Nullkommanix von der Welle geworfen werde. Nicht so beim Blitz. Hier macht das Boot seinem Namen alle Ehre. Schnell ist er, der Kleine, und wirklich loose. Spinnen tut er sich buchstäblich aus dem Handgelenk. Vertikal ist auch nicht das Ding, obwohl es bei den Aerials bei mir noch hapert. Das liegt jedoch sicherlich weniger am Boot, sondern vielmehr am mangelnden Fahrkönnen des Testpiloten und dem Fehlen eines geeigneten Wellenspots im Norden Deutschlands. Der Blitz verhält sich recht gutmütig, weil die seitlichen Bordwände leicht angeschrägt sind und der Absatz zwischen äußerer Kante und Spindisk verhältnismäßig breit ausgefallen ist. Hierin liegt allerdings auch ein Nachteil, da die Kanten nicht so gut greifen und das Aufbauen eines Gegendrucks beim Carven erschwert wird.

Was auf der Welle vielleicht ein Nachteil ist, erweist sich auf richtigem Wildwasser als Vorteil. Die Seiten- und Oberwasserempfindlichkeit hält sich nämlich in Grenzen, zumal das runde Oberschiff wenig Angriffsfläche bietet. Auch wenn der Boof mal in die Hose gehen sollte, taucht der Blitz nicht gleich in unergründliche Tiefen ab. Zudem wird die Steckgefahr durch die stumpfen Enden erheblich gemindert. Ein Creeker ist der Kahn aber bei weitem nicht. Die Luke wäre im Notfall auch für kleinere Fahrer zu eng, und das kantige Unterschiff kann in engen Passagen schnell für einen üblen Klemmer sorgen. Für offenes und mehr wuchtiges Wildwasser à la Finstermünzer oder Soca reicht's hingegen allemal.

Fazit: Der Blitz ist ein vielseitiges Rodeoboot mit Stärken vor allen Dingen in der Walze. Darüber hinaus kann er von guten Fahrern auch als Riverrunner bis WW IV benutzt werden. Leichtere Fahrer mit Hang zum Spielerischen greifen besser zur kleineren Version Blitz-special.

Technische Daten (Herstellerangaben)

Länge: 222 cm
Breite: 66 cm
Volumen: ca. 185 l
Gewicht: ca. 15 kg
Farben: Multicolour
Preis: 1020,- Euro
Weitere Infos unter: www.bliss-stick.com

by Nils
© Soulboater.com 2002,
Photos by: Fabian Krummreich,
Paddler: Nils Kagel

 

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