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Desolate Ways -...
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Desolate Ways - Video über hartes Wildwasserfahren
geschrieben von Jan-Peter, erstellt am 08.01.2004
Desolate Ways – Bernd Maurachers Video vom Wildwasserfahren in Österreich und Norwegen

Gähn, schon wieder ein Paddelporno, werden viele jetzt erstmal sagen und nicht weiterlesen.

Zu oft kommen neue Paddelvideos heraus und die Filme laufen alle nach dem gleichen Muster ab. Hohe Fälle, mit und ohne Unterwasser, Monsterwalzen und dazwischen kleine scheinbar hilflose Paddler, die gehörig aufgemischt werden. Nebenbei noch lustiges Lagerleben mit gespielter Paddlerglückseligkeit.


Benjamin Mauracher auf der Store Ula

Na gut, natürlich wird auch in diesem Film der Voyeurismus befriedigt, wenn es darum geht, sich hohe und höchste Wasserfälle runterzustürzen oder beim Wuchtwasser noch zehn Zentimeter mehr auf die bisher maximal tödliche Befahrensgrenze draufzupacken und das ganze dann mit der Videokamera zu begleiten.


Stefan Renner am Jordalelva

Was unterscheidet dieses Video dann aber von anderen Produktionen des Genres, insbesondere den US-Filmen?

Viele der gezeigten Bäche sind für die hiesigen Paddlern Sonntagnachmittagsausflüge, zumindest die Ötz und Brandy sollte jeder Alpinpaddler von eigenen Befahrungen kennen.


Benjamin Mauracher auf der Mittleren Ötz

Das obere Zillertal mit seinen engen Schluchten ist dagegen den meisten Kajakfahrern und sogar den einheimischen Locals noch weitgehend unbekannt. Es ist schon erstaunlich, welche reizvollen Bäche in der nächsten Umgebung scheinbar erst jetzt entdeckt und befahren werden. So scheint auch in den Alpen noch jede Menge Neuland zu entdecken zu sein, man muß nur die Augen öffnen und mit topographischen Karten und Höhenmesser bewaffnet in Seitentälern auf Entdeckungsreise gehen.


Benjamin Mauracher auf der Zwischenbrückenstrecke der Mittleren Ötz

Wenn man beobachtet, bei welch hohen Pegelständen die Akteure in diesem Video paddeln, kann man nur staunend sagen: Respekt und Hut ab! Den Silberkatarakt der Brandenberger Ache kannte ich bisher nur als verblockte Passage mit Felsrippen, in diesem Video scheinen die Felsen gegen Walzen und Wellen ausgetauscht zu sein und die Paddler ähneln bei ihrer Befahrung eher kleinen Foamies, wobei sie auch ähnlich hin- und hergeschleudert werden. So ganz kontrolliert sieht die Befahrung bei Hochwasser dann doch nicht mehr aus....


Bernhard Mauracher am berühmten Money Drop Wasserfall in Norwegen

Der zweite Teil des Films führt das österreichisch-deutsche Team nach Norwegen. Die Befahrung der Bäche im Land der Trolle bringt noch einmal eine Steigerung des bisher gezeigten.


Schräge Platte auf der Mittleren Ötz - Bernhard Mauracher auf der Ideallinie

Wildwasser in Norwegen scheint generell wuchtiger und steiler als alles Vergleichbare in Europa zu sein. Das bekommen auch die Akteure zu spüren, die teilweise schon nach wenigen Minuten auf dem Bach aufhören müssen, weil sie sich krankenhausreif verletzt haben oder nach hartem Materialeinsatz paddellos nur noch mit "Handies" über den kalten Fingern weitermachen können.


Bernhard Mauracher am Nosebreaker in Norwegen


Bernhard am Jordalelva

Den Zuschauer freut so etwas natürlich insgeheim (nicht die Schmerzen der armen Verletzten, sondern die Action), denn wo gehobelt wird, fallen Späne und wo hart gepaddelt wird, kommen gute Szenen in die Kamera, die sich daheim vom Sofa aus mit wohligem Kribbeln im Bauch und der Tüte Chips in der Hand schön anschauen lassen.


Bernhard beim Filmdreh in Norwegen

Es ist jedenfalls wirklich sehenswert, wie auf dem Store Ula nicht wie üblich nach den ersten drei Fällen rausgepucklt wird, sondern auch der hoooooohe (mindestens 16 Meter???) vierte und der gleich anschließende fünfte Fall mit gierig saugender Unterspülung gleich von mehreren Fahrern beflogen werden.


Bernhard am Myrkedalelva

An dieser Stelle soll endlich auch einmal die Kameraführung gelobt werden:

Klare Schnitte, gute Standpunkte und schnörkellose Szenenführung machen aus dem Film eine Dokumentation über Kajakfahren im Extrembereich, die nicht ahnen lässt, dass es sich um das Erstlingswerk von Bernhard Mauracher handelt.


Nils Kagel im Durchbruch der unteren Defereggenbachschlucht

Natürlich fehlt es auch an lustigen Szenen nicht und die Kommentare des Mitpaddlers Franz Puckl bedürfen für den Nichtalpenbewohner eigentlich dringend der Übersetzung ins Hochdeutsche mittels Untertiteln.


Bernhard und Franz Puckl

Maren, die Kajakfilmen sonst nicht mehr viel abgewinnen kann ("ist doch immer dasselbe"), mußte sich den Film Sonntagvormittags beim Frühstück mit ansehen und war zu meinem Erstaunen wirklich angetan: "Da sieht man endlich mal Leute aufm Bach, die vernünftig paddeln können".


Schönster Wasserfallbach in Norwegen

Ich denke, diese Einschätzung spricht mehr für das Video als weitere Szenenbeschreibungen.

Eins frage ich mich jedoch immer noch: Warum heißt der Film "Desolate Ways"????


Bernhard Mauracher aus dem Zillertal im Dagger Nomad

Bei Interesse bitte an Bernhard Mauracher wenden.

Rezension von Jan-Peter

© Photos Bernhard Mauracher

 

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