| Bootstest Dagger Juice 6.9
Lange hat es gedauert, denn das Boot liegt schon seit April bei mir, aber nun
ist es so weit.
Es gibt einen weiteren Bootstest zum Lesen für euch.
Das Boot wurde uns von Pietro Linda von ALPIN
ACTION zur Verfügung gestellt.
Es wurde in Kroatien und im Salzburgerland ausgiebig getestet, und zwar im Flachwasser,
auf kleinen Bächen als auch auf wuchtigem Wasser.

Der Dagger Juice neben dem Riot Turbo
Testpersonen: Von 175cm / 70 kg mit 42er Schuhgröße und 187 / 88
kg und 44er
Vielleicht aber erst einmal einige Daten zum Dagger JUICE 6.9, der in der Klasse
der Riverrunning Playboats startet.

Auffallend beim Juice ist das absolut flache, zeitgemäße und moderne
Unterschiff. Dagger führt hier konsequent die Spielboot - Konzernlinie
weiter. Dadurch liegt das Boot satt auf dem Wasser, auch wenn durch die große
Fläche die Geschwindigkeit des Bootes ein wenig leidet. Die Kanten des
Juice sind sauber und nicht zu scharf. Allerdings sind sie relativ tief angesetzt,
und ziemlich über die gesamte Länge des Bootes gezogen. Dadurch bieten
sie seitlichen Schiebewässern viel Angriffsfläche. Der Juice verlangt
deswegen auch eine aktivere Fahrweise, als so manch anderes Boot.
Wenn der Hüftknick gut sitzt, dann lässt sich der Juice auch sauber
rollen, sonst braucht man schon etwas mehr "Power".
Das Volumen des kleinen Juice ist für Paddler bemessen, die in meiner Gewichtsklasse
liegen, Personen zwischen 60 und 75 kg ist das Boot auf den Leib geschnitten,
für schwerere Paddler gibt es ja noch die größere Version.

Toni auf der Cetina in Südkroatien
Kehrwasser ein- und auspaddeln geht mit diesem Boot relativ sauber, allerdings
will der Juice länger auf der Kante gehalten werden, sonst fährt er
stur gerade aus. Das Auftauchverhalten ist exakt, was wohl an der ausgewogenen
Volumenverteilung liegt. Auch Boofen lässt er sich sauber, obwohl man hier
die fehlende Geschwindigkeit durchaus bemerkt. Bei kräftigeren Walzen stoppt
einen das steil aufragende Mittelteil ein wenig, mit sauberer Körpervorlage
lässt sich dies jedoch gut korrigieren.
Auf der Welle ist der Juice sauber zu fahren und lässt sich leicht bouncen.
Bei den Manövern entscheidet allein das Können des Paddlers, die Performance
des Juice lässt die meisten gängigen Moves zu.

Am Flachwasser zeigt sich, dass der kleine Dagger doch eher fürs Fluss
fahren ausgelegt ist, er hat ein wenig zu viel Volumen für Flachwasserkunststücke.
Mit einer sauberen Technik ist aber auch am See einiges möglich.

Die Schenkelstützen samt obligatem Ratschensystem
Die Sitzanlage ist absolut perfekt. Sie lässt sich einfach auf die individuellen
Bedürfnisse anpassen. Durch die einzigartige, aufblasbare Fittinglösung
ist auch keinerlei Bastelei mehr notwendig. Die Schenkelstützen verlaufen
tief, das Ratschensystem für den Rückengut ist zwar exakt, aber nicht
ganz ausgegoren, da es nur einen relativ geringen Spannbereich zulässt.
Die Luke ist relativ hoch gezogen und fällt nach hinten stark ab, sämtliche
Normgrößen der Spritzdecken passen trotzdem. Auch über den Halt
gibt es eigentlich nichts zu bemängeln.

Cetina, Südkroatien
Weitere Ausstattung: Eine Flaschen- oder Wurfsackhalterung, eine Trinkflasche,
eine gut verstellbare Prallplatte und zusätzliche Fittingteile. Die Edelstahl-Bergeösen
am Oberdeck sind perfekt positioniert und groß genug, um auch im Trubel
einer Bergeaktion zielsicher einhängen zu können.
Das Mitführen einer mittlegroßen Pelibox ist möglich.

FAZIT: Der Juice ist ein lustiges Kajak, das sich auf großen Wellen und
auf mittelschwerem Wildwasser zuhause fühlt. Hier werden die meisten auch
ihre wahre Freudedaran haben. Prädestiniert für Bäche wie Koppentraun,
Isel, Sanna, Soca und Co, sowie für Kuchl ähnliche Wellen.
Toni
Ein herzliches Dankeschön für das zur Verfügung stellen der
Testboote geht an Pietro Linda von
Alpin Action in Trnovo an der Soca.
Bilder: Soulboyz
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