| Der Prijon Wizard – Praxistest:
Um euch erste Eindrücke des Bootes möglichst schnell präsentieren
zu können, waren wir mit den Booten bis jetzt „nur“ auf der
Salzach, in den Lammeröfen und in der Saalacher Teufelschlucht unterwegs.
Auch haben wir bis dato nur die Eindrücke von fünf Testfahrern. Weitere
Fahrten und andere Paddler werden aber sicherlich bald folgen.

Anschi auf der Lammer
Material:
Der Kunststoff ist, wie immer von Prijon, in bekannt astreiner Qualität.
Durch die gute Material- und Verarbeitungswahl gelang es, das Boot auf tolle
17 kg zu trimmen, und das ohne spürbare Qualitätseinbußen. Das
Boot wird, wie alle Prijonboote ohne durchgehende Mittelkeile ausgeliefert.
Der Wizard ist mit 3 Stoffschlaufen ausgestattet, wobei diese auch in nassem
Zustand ihre Form gut behalten. Am Heck sind zwei Schlaufen schräg angebracht,
dies erleichtert das Einhaken von Karabinern deutlich. Allerdings, und das ist
schade, können die Schlaufen nicht zum Absperren des Bootes gebraucht werden,
denn zu schnell wären sie durchschnitten. Hier sind Stahl- oder stabile
Kunststoffgriffe, wie sie bei manch anderen Booten Verwendung finden, natürlich
von Vorteil.

Anschi, Ian und Christoph kurz vor dem letzten Klammdrittel auf der Lammer

Stoke im Saalach-Labyrinth
Der Sitz lässt sich leicht verstellen, dabei kommt das bekannt-bewährte
Schienensystem für eine stufenlose Verstellung zum Einsatz. Ganz ohne Werkzeug
geht das Verstellen allerdings nicht von statten (Der kleine Imbus-Schlüssel
ist bei jedem Boot dabei). Die Sitzfittings sind einfach, erfüllen aber
den Zweck perfekt, auch wenn sie optisch nicht jeder Manns Sache sind. Das genialste
daran ist aber, dass man hinter die vorgeformten Hüftfittings noch zusätzlich
Schaumstoff einlegen kann und diesen mit dem vorhandenen Gurtsystem einquetschen
kann. Fittings die ohne festkleben halten, das ist fantastisch! Wir haben bei
einem Testboot durch Unterlegen einer Isomatte den Sitz um zirka 1,5 cm angehoben,
um eine bessere Performance zu erreichen, was damit auch gelungen ist. Der Sitz
selbst ist sauber in das Boot eingearbeitet, der abgeänderte Süllrand
verläuft nun so, dass eine zu eng sitzende Spritzdecke nicht im falschen
Moment aufgeht.

Der Rückengurt sitzt bequem an der Lendenwirbelsäule und gibt den
entsprechenden und notwendigen Halt. Die Anpassung erfolgt mittels Ratschensystem,
wobei beim Wizard neue breitere Plastikratschen und dickere Stripes zum Einsatz
kommen. Das Verbindungsstück zwischen Stripe und Rückengurt wurde
nun doppelt ausgeführt. Die leicht veränderten Schenkelstützen
geben schon deutlich besseren Halt, überzeugen allerdings noch nicht restlos.
Der Wizard wird mit einer klassischen Prallplatte ausgeliefert, die sich allerdings
weit nach vorne schieben lässt, um so auch großen Leuten genügend
Platz zu bieten, und das hat sich auch im Praxistest bewiesen, 1.90m passen
ins Boot!

Ein Notausstieg ist trotzdem jederzeit gut möglich, ohne dass man sich
blaue Schienbeine holt.
Ein wirklich tolles Feature haben sich die Tüftler rund um Wolfgang Haupt
mit der kleinen Materialluke im Bug einfallen lassen. Egal, was man nun auch
darin transportiert, man hat es ziemlich schnell zur Hand. Sollte dieser Neoprensack
einmal nicht gebraucht werden, dann kann man ihn nach oben hin weghängen.
Die Wasserablauföffnung ist optisch perfekt zwischen den beiden Enden des
kleinen Schwalbenschwanzes positioniert, allerdings bekommt man das Boot so
nicht restlos leer. (Paddler sind ja nicht hydrophob *g*)

Stocki in der Teufelschlucht
Die Formgebung entspricht der eines klassischen Riverrunners. Für seine
Länge ist das Boot unheimlich schnell, und wirkt dadurch noch sicherer.
Der Wizard ist überaus drehfreudig und leicht zu boofen. Er fährt
wie auf Schienen und ist dadurch wie gemacht für penible Spurfahrer. Ein
Traum für jeden, der gerne auf verblocktem WW unterwegs ist. Eine saubere
Linienführung, genügend rocker um zu fahren ohne ständig einzubohren,
das Oberschiff dezent abgerundet, um das Boot optimal auftauchen zu lassen,
und schön heraus gearbeitete Doppelkanten am Unterschiff geben dem Boot
genügend Grip, und machen das Kehrwasserfahren zum reinen Vergnügen.

Christoph im Katarakt
Außerdem lassen sie den Wizard auf genügend großen Wellen
exzellent surfen. Bei ausreichendem Wasserdruck lässt sich das Boot auch
unterschneiden, cartwheelen und sogar auf die Nase stellen. Eines muss einem
jedoch immer bewusst sein, es ist kein Creeker und dadurch auch nicht für
extremes WW gemacht. Obwohl die Spitze sauber hochgezogen ist, stoppt er mangels
Volumen in großen Walzen, oder man taucht wegen einem versautem Boof ordentlich
tief ab.

Fahrbericht, Zusammenfassung:
positiv
• Gute Position der Halteschlaufen
• Hohe Endstabilität
• leicht zu boofen
• superleicht zu rollen
• schnelle Beschleunigung und hohe Endgeschwindigkeit
• äußerst wendig und agil
• spurtstark und gut beherrschbar
• sauberes, vorhersehbares Auftauchverhalten
• genug Reserven für einen Riverrunner
• praktische Transportluke am Vorderschiff

Stocki, Saalach
Negativ:
• Gleicht zu Beginn einem nervösen Rennpferd ? „Anfangsstabilität
eher gering, aber ein wenig Herausforderung darf ja durchaus noch überbleiben,
wer fährt schon gern mit Autopilot ?
• Gurtssystem am Sitz etwas fummelig zu verstellen
• Schenkelstützen geben ohne Fittingarbeit keinen wirklich festen
Halt
• Halteschlaufen innen nicht unterlegt (sollte aber bei diesem Material
kein Problem sein)
• Transportluke lässt sich mit klammen Fingern etwas schwer öffnen

Fazit:
WIZARD, für alle die nur das EINE wollen !! Genau so kann man diesen Riverrunner
beschreiben. Ein schnelles, agiles und sicheres Wildwasserboot, das genügend
Reserven bietet, wenn es einmal zur Sache geht, aber durchaus auch noch ausreichend
Spielpotential hat, um nie Langeweile aufkommen zu lassen. Hier mal ein kurzer
Surf, dort ein kurzer Splat oder doch lieber ein Freewheel über die nächste
Stufe? Eines ist jedenfalls sicher - FREERIDEN lautet das Motto mit dem WIZARD!
Er ist sicherlich ein Boot, das auf allen Bächen dieser Erde zuhause ist,
die zum Einsatzgebiet eines sportlichen Riverrunners gehören.

Special thanxx to: Anschi, Christoph, Hiasi, Ian, Robert und Stocki,
Toni, soulboater.com Salzburg
Weitere Infos über Prijon unter: www.prijon.com
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