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Prijon Wizard Testbericht
geschrieben von Soulboaters, erstellt am 02.12.2004

Der Prijon Wizard – Praxistest:

Um euch erste Eindrücke des Bootes möglichst schnell präsentieren zu können, waren wir mit den Booten bis jetzt „nur“ auf der Salzach, in den Lammeröfen und in der Saalacher Teufelschlucht unterwegs. Auch haben wir bis dato nur die Eindrücke von fünf Testfahrern. Weitere Fahrten und andere Paddler werden aber sicherlich bald folgen.


Anschi auf der Lammer

Material:
Der Kunststoff ist, wie immer von Prijon, in bekannt astreiner Qualität. Durch die gute Material- und Verarbeitungswahl gelang es, das Boot auf tolle 17 kg zu trimmen, und das ohne spürbare Qualitätseinbußen. Das Boot wird, wie alle Prijonboote ohne durchgehende Mittelkeile ausgeliefert.
Der Wizard ist mit 3 Stoffschlaufen ausgestattet, wobei diese auch in nassem Zustand ihre Form gut behalten. Am Heck sind zwei Schlaufen schräg angebracht, dies erleichtert das Einhaken von Karabinern deutlich. Allerdings, und das ist schade, können die Schlaufen nicht zum Absperren des Bootes gebraucht werden, denn zu schnell wären sie durchschnitten. Hier sind Stahl- oder stabile Kunststoffgriffe, wie sie bei manch anderen Booten Verwendung finden, natürlich von Vorteil.


Anschi, Ian und Christoph kurz vor dem letzten Klammdrittel auf der Lammer


Stoke im Saalach-Labyrinth

Der Sitz lässt sich leicht verstellen, dabei kommt das bekannt-bewährte Schienensystem für eine stufenlose Verstellung zum Einsatz. Ganz ohne Werkzeug geht das Verstellen allerdings nicht von statten (Der kleine Imbus-Schlüssel ist bei jedem Boot dabei). Die Sitzfittings sind einfach, erfüllen aber den Zweck perfekt, auch wenn sie optisch nicht jeder Manns Sache sind. Das genialste daran ist aber, dass man hinter die vorgeformten Hüftfittings noch zusätzlich Schaumstoff einlegen kann und diesen mit dem vorhandenen Gurtsystem einquetschen kann. Fittings die ohne festkleben halten, das ist fantastisch! Wir haben bei einem Testboot durch Unterlegen einer Isomatte den Sitz um zirka 1,5 cm angehoben, um eine bessere Performance zu erreichen, was damit auch gelungen ist. Der Sitz selbst ist sauber in das Boot eingearbeitet, der abgeänderte Süllrand verläuft nun so, dass eine zu eng sitzende Spritzdecke nicht im falschen Moment aufgeht.



Der Rückengurt sitzt bequem an der Lendenwirbelsäule und gibt den entsprechenden und notwendigen Halt. Die Anpassung erfolgt mittels Ratschensystem, wobei beim Wizard neue breitere Plastikratschen und dickere Stripes zum Einsatz kommen. Das Verbindungsstück zwischen Stripe und Rückengurt wurde nun doppelt ausgeführt. Die leicht veränderten Schenkelstützen geben schon deutlich besseren Halt, überzeugen allerdings noch nicht restlos.
Der Wizard wird mit einer klassischen Prallplatte ausgeliefert, die sich allerdings weit nach vorne schieben lässt, um so auch großen Leuten genügend Platz zu bieten, und das hat sich auch im Praxistest bewiesen, 1.90m passen ins Boot!



Ein Notausstieg ist trotzdem jederzeit gut möglich, ohne dass man sich blaue Schienbeine holt.
Ein wirklich tolles Feature haben sich die Tüftler rund um Wolfgang Haupt mit der kleinen Materialluke im Bug einfallen lassen. Egal, was man nun auch darin transportiert, man hat es ziemlich schnell zur Hand. Sollte dieser Neoprensack einmal nicht gebraucht werden, dann kann man ihn nach oben hin weghängen.
Die Wasserablauföffnung ist optisch perfekt zwischen den beiden Enden des kleinen Schwalbenschwanzes positioniert, allerdings bekommt man das Boot so nicht restlos leer. (Paddler sind ja nicht hydrophob *g*)


Stocki in der Teufelschlucht

Die Formgebung entspricht der eines klassischen Riverrunners. Für seine Länge ist das Boot unheimlich schnell, und wirkt dadurch noch sicherer. Der Wizard ist überaus drehfreudig und leicht zu boofen. Er fährt wie auf Schienen und ist dadurch wie gemacht für penible Spurfahrer. Ein Traum für jeden, der gerne auf verblocktem WW unterwegs ist. Eine saubere Linienführung, genügend rocker um zu fahren ohne ständig einzubohren, das Oberschiff dezent abgerundet, um das Boot optimal auftauchen zu lassen, und schön heraus gearbeitete Doppelkanten am Unterschiff geben dem Boot genügend Grip, und machen das Kehrwasserfahren zum reinen Vergnügen.


Christoph im Katarakt

Außerdem lassen sie den Wizard auf genügend großen Wellen exzellent surfen. Bei ausreichendem Wasserdruck lässt sich das Boot auch unterschneiden, cartwheelen und sogar auf die Nase stellen. Eines muss einem jedoch immer bewusst sein, es ist kein Creeker und dadurch auch nicht für extremes WW gemacht. Obwohl die Spitze sauber hochgezogen ist, stoppt er mangels Volumen in großen Walzen, oder man taucht wegen einem versautem Boof ordentlich tief ab.


Fahrbericht, Zusammenfassung:

positiv

• Gute Position der Halteschlaufen
• Hohe Endstabilität
• leicht zu boofen
• superleicht zu rollen
• schnelle Beschleunigung und hohe Endgeschwindigkeit
• äußerst wendig und agil
• spurtstark und gut beherrschbar
• sauberes, vorhersehbares Auftauchverhalten
• genug Reserven für einen Riverrunner
• praktische Transportluke am Vorderschiff


Stocki, Saalach

Negativ:

• Gleicht zu Beginn einem nervösen Rennpferd ? „Anfangsstabilität eher gering, aber ein wenig Herausforderung darf ja durchaus noch überbleiben, wer fährt schon gern mit Autopilot ?
• Gurtssystem am Sitz etwas fummelig zu verstellen
• Schenkelstützen geben ohne Fittingarbeit keinen wirklich festen Halt
• Halteschlaufen innen nicht unterlegt (sollte aber bei diesem Material kein Problem sein)
• Transportluke lässt sich mit klammen Fingern etwas schwer öffnen

Fazit:

WIZARD, für alle die nur das EINE wollen !! Genau so kann man diesen Riverrunner beschreiben. Ein schnelles, agiles und sicheres Wildwasserboot, das genügend Reserven bietet, wenn es einmal zur Sache geht, aber durchaus auch noch ausreichend Spielpotential hat, um nie Langeweile aufkommen zu lassen. Hier mal ein kurzer Surf, dort ein kurzer Splat oder doch lieber ein Freewheel über die nächste Stufe? Eines ist jedenfalls sicher - FREERIDEN lautet das Motto mit dem WIZARD!
Er ist sicherlich ein Boot, das auf allen Bächen dieser Erde zuhause ist, die zum Einsatzgebiet eines sportlichen Riverrunners gehören.

Special thanxx to: Anschi, Christoph, Hiasi, Ian, Robert und Stocki,

Toni, soulboater.com Salzburg

Weitere Infos über Prijon unter: www.prijon.com

 

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