| C1-Ausbau von Markus Maas
Vor eineinhalb Jahren, als ich vom Open Canoe zum C1-Paddeln kam, stand ich
vor
dem gleichen Problem wie alle C-Boater, es gab fast keine C-Boote. Es blieb
mir also nichts anderes über, als das Problem selbst zu lösen.
Am Anfang stand die Idee, eine universelle Möglichkeit für den Ausbau
zu entwickeln. Das Ganze sollte so sicher wie möglich und dabei Gelenkschonend
sein. Die Verwirklichung dieser Idee hat sich über einen Zeitraum von eineinhalb
Jahren erstreckt und war von zahlreichen Verletzungen geprägt. Den Ausgangspunkt
bildete damals die Entwicklung eines guten Sitzes.

Über einen Zeitraum von mehreren Monaten hat sich das Shapen der Form,
die Suche nach einem Partner für die Rotation der Form, den Bau der Negativform
sowie der Vorrotationsläufen um die benötigte Kunststoffmenge zu bestimmen,
erstreckt. Außerdem mussten etliche Klebstoffe getestet, ein zuverlässiger
Partner für die Lieferung der Ausbauschäume und der Gurte gefunden
werden. Der gleiche Zeitraum verstrich noch einmal bei Testfahrten in Österreich,
Frankreich und Slowenien.
Der Ausbau findet in Handarbeit statt und nimmt daher viel Zeit in Anspruch,
ca. 24 bis 30 Stunden. Ich verarbeite dabei fünf Kunststoffarten, drei
verschiedene Kleber, benötigte diverse Spezialmaschinen und mein gesamtes
Know-how aus 9 Jahren Berufserfahrung als Ortophädieschuster. Der fertige
C1 ist „Maas“- gefertigt und ist aufgrund der hervorragenden Materialien
äußerst stabil. Sonderwünsche können selbstverständlich
berücksichtigt werden, vorausgesetzt man verfügt über das nötige
Kleingeld ?. Der C1 kann allerdings nicht mehr zu einem Kajak zurück gebaut
werden.
 Paps beim Zuschneiden



Wie man auf dem Bild oben eigentlich ganz gut sieht, sind die Gurte an der
Bootshülle angeschraubt. Am Sitz laufen sie unter einer Umlenkstange durch.
Das heißt, wenn man eine der Ratschen öffnet rutscht der Gurt zur
anderen Seite heraus und man ist frei. Sicherer ist es momentan kaum möglich.
Bevor man sich jedoch mit dem Gurtsystem auf das Wasser begibt, sollte ein möglicher
Notausstieg mehrmals unter Beobachtung geprobt werden.



Der Ausbau hat normalerweise keine richtigen Kniecups, da die Gurte einen bombenfest
im Boot halten. Der Ausbau hat statt dessen Frontblöcke (bestehend aus
verschiedenen Schäumen mit verschiedenen Shorhärten), die bei einem
Sturz das Trägheitsmoment kontrolliert abfangen und so Quetschungen durch
die Gurte verhindern sollen. Außerdem schont dies auch die Knie.
Die Hüftpads werden mit eigens für jedes Boot angefertigten Aluwinkeln
an der Hülle angeschraubt. Dies hat zur Folge, daß man sich das ständige
Tapen mit Gewebetape spart.
Wer will, bekommt noch Sprunggelenksblöcke, die durch Klettverschluss verstellbar
sind, eingebaut. Bei den letzten Fahrten habe ich allerdings festgestellt, dass
nur wenige Fahrer mit diesen Entlastungsstützen für die Sprunggelenke
klar kommen.
Fußrasten kommen beim Ausbau nicht zum Einsatz. Bei Tests hat sich gezeigt,
dass diese keine Wirkung mehr haben, da man schon unglaublich fest im Boot sitzt.
Der Gesamtausbau hat bei letzten Boot ca. 4,7kg gewogen. Also hatte der RAD185
C1 nachher das gleiche Gewicht wie das Kajak.
Die Ausbaukosten belaufen sich auf ca. 500,-€. Es ist auch möglich
Komplettboote der Firmen Eskimo, Prijon, Robson oder Bliss-Stick über mich
zu beziehen. Lieferfristen sind stark abhängig von den jeweiligen Firmen
und können abhängig vom gewünschten Modell mitunter stark schwanken.
Für Rückfragen zu den Ausbauten, aber auch Fragen zu Ausrüstung
und Technik stehe ich jederzeit zur Verfügung.
Rock'n Roll

Markus Maas
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