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Testberich Pyranha I:4 M
geschrieben von Stocki, erstellt am 01.06.2005

Testbericht Pyranha I:4 M

So, was lange währt wird schließlich gut, und nun ist er fertig, der Testbericht über den neuen Riverrunner von Pyranha, den I:4 M.

Der I:4 M ist uns freundlicher Weise von Wolfgang Bolg vom Kanutreff Augsburg für diesen Test zur Verfügung gestellt worden. Das Kajak wurde von uns vor allem auf der Lammer, Aubach und dem Zinkenbach aber auch im Schwarzwald ausgiebig getestet worden.


Michi auf der Lammer

Zu den Testpersonen:
Robert: 180 cm/66 kg/42er Schuhgröße
Michi: 182 cm/68 kg/42er Schuhgröße
Stocki: 175 cm/64 kg/43er Schuhgröße
Darko: 190cm/85 kg/45er Schuhgröße

Der I:4 ist die gelungene Überarbeitung des Top-Riverrunners I:3, der 2002 auf den Markt kam.
Zu Beginn springt einem sicher die noble Sitzanlage ins Auge. Die neue Syncro 5 Ausstattung lässt keine Wünsche offen, sie verbindet festes Sitzen mit dem Komfort eines Wohnzimmersessels. Sie ermöglicht ein präzises und schnelles fitten, sodass bestimmt jeder perfekt im Boot sitzen wird.

Top und mittlerweile doch schon Standard: Der Rückengurt wird mittels eines Ratschensystems gestrafft.

Die neu entwickelten Schenkelstützen bieten besten Halt und sind wegen eines Schienensystems stufenlos, in alle Richtungen verstellbar. Das beste daran ist, dass man dazu nur eine einzige Schraube lockern muss.


Das geniale Sitzsystem der Syncro 5 Ausstattung

Der Sitz an sich, ist wie beim I:3 ebenfalls stufenlos verstellbar. Hierzu muss man zwei Schrauben lockern, die sich hinter den Hüftpolstern verstecken.

Statt einer Prallplatte wird der I:4 mit einem Vakuumsack geliefert. Zuerst waren wir etwas skeptisch, doch schon nach der ersten Fahrt überzeugt diese Variante . Der Sack ist echt genial ;-) Er ist weich und dämpft daher jeden Aufprall, vermittelt aber trotzdem einen sehr guten Halt.
Die kleinen Styroporkügelchen passen sich, wenn man die Luft ausgepumpt hat, jedem Fuß an und bilden so eine individuell geshapte Fußstütze.

Aufgeblasen wird der Sack mittels eines standardmäßigen Schlauchs der sich im Keil befindet und durch ihn wird auch die Luft wieder abgesaugt, sodass sich ein perfekt geshaptes Fußbett bildet.

Der stark hochgezogene Bug ist geblieben und ermöglicht wie beim alten Modell ein sauberes, ruhiges Überfahren von kleinen Wellen und Walzen ohne von diesen gebremst zu werden. Im Gegenteil, der Bug schnellt regelrecht hoch, wenn man durch eine Walze paddelt.
Leider reagiert das Boot bei schwereren Paddlern ähnlich wie beim I:3 etwas hecklastig, wenn man den Sitz im hinteren Drittel positioniert hat.

Zudem fördert er ein stressfreies Surfen ohne gleich einzuspitzeln. Das Unterschiff ist schlicht gestaltet und weist eine leichte Wölbung zu den durchgezogenen Carving - Kanten hin auf. Diese Kanten geben dem Boot eine sehr gute Spurtreue, und lassen den I:4 in der Welle gut beschleunigen.


Stocki – Roundhouse auf der Lammer

Das Heck besitzt, wie schon der I:3, einen Schwalbenschwanz, welcher die Gleiteigenschaften auf der Welle noch optimieren soll.

Auf dem Oberdeck sind außer den Schlaufen auch noch Edelstahl-Bergeösen zu finden. Beide wurden in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Kletterzubehör-Hersteller D.M.M. entwickelt. Die Griffschlaufen wurden mit einer Belastung von 1000kg getestet, und sind sehr steif. Die Bergeösen, in welche alle gängigen Karabiner passen, halten einer Belastung von 800kg stand.


Robert am Zinkenbach

Der I:4 ist einen spurtreuer Riverrunner, der es mag, wenn man ihn durch lange Blockstrecken jagt. Es darf auch ruhig mal wuchtiger werden. Die Kanten greifen schön und man erwischt jedes Mikrokehrwasser. Rollen, boofen, splatten, freewheelen und unterschneiden geht easy und macht Spaß, ein richtiger Freerider halt.
Blunts, Nose-Dips und Loops gehen da hingegen schon eher mühsam.

Was uns nicht gefallen hat:
Wenn man erst mal fest „eingeratscht“ im Boot sitzt fällt der Notausstieg, schon einmal wegen dem tief hinuntergezogen Bug sehr schwer und man bleibt leicht mit den Knien an dem scharfkantigen Süllrand hängen.

Fazit:
Ein echt gut gelungenes Boot mit enormen Spielpotential, das den Begriff Riverunner neu definiert. Andere Hersteller dürften den I:4 wohl als Messlatte neuer Produktionen verwenden.

Technische Daten
Länge: 222 cm
Breite: 64 cm
Volumen: 218 l
Gewicht: 16 kg
Kosten: 1199.-€ mit der Syncro 5 Ausstattung. 959.-€ mit BASE Ausstattung.

Weitere Infos bei Pyranha oder Kanu-Treff Augsburg

Ein Vergleichstest zwischen I:3 222 und I:4 M wird in den nächsten Wochen zusätzlich zu diesem Bericht folgen.

Testbericht: Stocki

Bilder: Robert, Stocki

 

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