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RAD 195 Fahrbericht
geschrieben von J-P & AJ, erstellt am 23.08.2005

Der RAD 195 – Big Playboat 4 Big Paddlers

Nachdem wir vor einigen Wochen den neuen Bliss-Stick RAD 195 hier vorgestellt haben folgt nun der Fahrbericht:

Grosse Paddler haben es schwer, ein passendes Rodeoboot zu finden. Die meisten Boote sind entweder viel zu kurz, sodaß man schon auf halber Strecke mit den Zehen an die Grenzen des Vorderschiffes stößt oder so flach, daß erst aufwändig mit Heißluftfön und Wagenheber Platz für die Füsse geschaffen werden muß, immer mit dem Risiko, ein Loch ins Boot zu brennen, das danach kaum dauerhaft zu reparieren ist.

So hörten wir die Gerüchte und Meldungen von einem gut funktionierenden Big-Playboat aus Neuseeland und warteten über ein Jahr, bis endlich nach einigen Pannen der erste Container mit unversehrten Booten Deutschland erreichte.


JP in Osttirol

Die ersten Bliss-Stick RAD 195 schickte uns Europa-Importeur Schorschi Schauff sofort per Hermes-Express und ein erstes Resümee über das Boot steht jetzt fest:

Der RAD 195 ist mit 210 Litern Volumen, 2 Meter Länge und 68 Zentimetern Breite ein sehr großes Playboat. Der Fußraum ist supergeräumig. Mit meinen 2 Metern Körperlänge passe ich wirklich bequem in das Boot, was aber nicht nur an der durchdachten Ausstattung des Innenraums sondern auch an der breiten Sitzposition liegt.


Andreas "AJ" Pfeiffer in der Hubsi

AJ ist knapp 6 Zentimeter kleiner, er schnitzte sich in wenigen Minuten aus dem mitgelieferten Schaumkeil eine gut passende Fußauflage.

Der Sitz ist stufenlos mittels seitlicher Schienen verstellbar,man kann dabei wie im Auto sitzen bleiben.Auch die Schenkelstützen sind mittels eines mitgelieferten Inbusschlüssels einfach zu verstellen, neu an dem Boot ist wie inzwischen auch bei den den kleinen Brüdern RAD 175 und 185, daß mehrere Gewindebuchsen in der gepolsterten Schenkelstütze eingelassen sind, die damit ein individuelles Justieren einfach machen. Die Hip-Pads und das nötige Zubehör zum Fitten der Sitzanlage sind topp, vom Material her reichen die vorgefertigten Schaumteile, die in verschiedenen Stärken vorhanden sind auch für Paddler mit einem schmalen Hintern, sich eine feste Sitzposition zu schaffen.

Aufgrund der angenehmen Sitzposition bereitet es mit dem Boot keine Probleme, mehrere Stunden ohne Aussteigen darin zu verbringen, ich paddelte z.B. über 20 Kilometer am Stück auf der Isel in Osttirol und war dabei mehrere Stunden unterwegs, weil unzählige Wellen und Walzen zum Spielen lockten.

Die Fahreigenschaften am Playspot sind subjektiv sehr angenehm, Surfen, Walzenreiten aber auch vertikale Figuren und Aerials bringen so manches Aha-Erlebnis, das man sich als großer Paddler in bisher für einen persönlich zu niedervolumigen Booten schon oft gewünscht hat. Das Boot fliegt aufgrund seines Volumens regelrecht aus dem Wasser, aber nicht umsonst heißt es ja auch RAD: Radical Aerial Device. Dabei reagiert es eher gutmütig und läßt sich auch sehr gut rollen.

Leichtere Fahrer haben es natürlich etwas schwerer, mit dem Boot zu wheelen, aber nach einigen Anläufen gelingen auch Flatwater-Wheels und der Floop ist nur eine Frage des Übens.

Ein Nachteil sei aber an dieser Stelle nicht verschwiegen: Aufgrund seiner Kürze tendiert das Boot bei der Befahrung von langen Wavetrains zu plötzlichen Rückwärtsüberschlägen. Das kommt bisweilen sehr überraschend und erfordert präventiv eine Umstellung der Fahrtechnik: Immer schön Gewicht nach vorne und aktiv paddeln. Überhaupt darf man mit so einem Kurzboot nicht in passive Fahrweise verfallen, es ist wegen seiner Kürze und gleichzeitigen Breite recht langsam und damit bei plötzlich auftauchenden Löchern oder Verblockungen schlecht über größere Distanz seitlich zu versetzen. Vorausschauendes Fahren ist angebracht. Das gilt aber wohl für jede Befahrung von Wildwasser mit kurzen Rodeobooten.

Fazit: Der RAD 195 ist in erster Linie für große und schwere Paddler gedacht, die langen schlanken Bootfahrer haben zwar ein super bequemes Boot, das aber durch das große Volumen dem leichten Paddler unter 90 Kg Kampfgewicht die vertikalen Figuren nicht vereinfacht. Zum Walzenreiten, Surfen und Spinnen ist es aber auch für den leichteren Paddler gut geeignet, der sich aufgrund seiner Beinlänge nicht in den RAD 185 hineinzwängen will.

J-P und AJ
Bilder: Frank Bonnmann & Paddelladen.de

 

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