Bootstest Liquid Logic - El Jefe
Der Jefe (spanisch für „Boss“) ist die neueste Creekwaffe von LiquidLogic. Der Designer Johnnie Kern wollte eine schnelles Kajak kreieren, das sich für verschiedene Gewässertypen eignet – seien es nun kleine, steile und technische Bäche oder Wuchtwasserrinnen. Ob ihm das mit dem Jefe gelungen ist, sollte ein längerer Test zeigen.
Bei der Ausstattung des Jefes gibt es keine großen Neuerungen durch LiquidLogic. Die größte Innovation ist wohl das Staufach im Sitz, in dem alle möglichen Kleinigkeiten untergebracht werden können. Eine weitere Neuerung sind die Materialschlaufen aus Plastik, welche direkt im Sitzende integriert wurden.
 Die Materialschlaufen am Sitz
 Das Staufach im Sitz für allerlei Kleinkram
Der Rückengurt und die Schenkelstützen sind mit denen der anderen LL-Modellen identisch und wurden nicht verändert. Die Schenkelstützen lassen sich mit zwei Schrauben sehr leicht entlang des Oberschenkels verstellen. Bei dünnen Beinen kann ein kurzes Nachfitten nicht schaden. Der Drei-Punkt-Rückengurt ist nach wie vor fast starr und verhindert so ein Verrutschen nach oben bzw. unten. Für mein Empfinden ist er leider einen Tick zu hart und drückt bei längeren Fahrten gerne in den Rücken.
 Der LL-Rückengurt
Der Jefe wird mit zwei Prallplatten geliefert. Leider ist die Schiene für die Prallplatte nur mit einer Schraube mit der Hülle verbunden (gab unseres Wissens aber auch noch nie Probleme). Die sehr stabilen Bergegriffe von Black Diamond sind zwar etwas dünn, liegen aber trotzdem noch gut in der Hand. Zum Einklinken von einem Karabiner sind sie nahezu perfekt geeignet. Die Mittelkeile sind aus sehr weichem Material. Allerdings ist das Platzangebot für eine Pelicase durch den hinteren Mittelkeil und den Rückengurt sehr beschränkt.
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Bootshülle und Fahreigenschaften
Setzt man sich das erste mal in den Jefe, ist man zunächst vom Platzangebot überwältigt. Selbst 2-Meter-Riesen werden ausreichend Platz finden. Der Sitz läßt sich leicht mittels eines Kreuzschraubenziehers nach vorne und hinten verstellen. Die Sitzposition ist etwas „gestreckt“, da der Kniebereich niedrig gehalten wurde.

Ist man erst mal auf dem Wasser, spürt man sofort die Schnelligkeit des Creekers. Er läßt sich extrem gut beschleunigen und seine Endgeschwindigkeit ist enorm hoch. Die angegebene Breite von 65 cm bezieht sich auf die breiteste Stelle des Kajaks, die sich an der Kante zwischen Ober- und Unterschiff befindet. Das Unterschiff ist deutlich schmäler! Hierdurch lässt sich das Kajak einerseits leicht kanten, andererseits ist die Anfangsstabilität verhältnismäßig gering. Zieht man ordentlich am Paddel und fährt das Boot aktiv, liegt der „Boss“ jedoch sehr stabil im Wasser.  Hiasi auf der Ramauser Ache
Der Creeker ist trotz seiner großen Spurtreue noch überraschend leicht zu drehen. Auch im Wuchtwasser lässt sich das Kajak gut in der Spur halten. Grund dafür dürfte der am Heck angebrachte „Spoiler“ sein. Auf kleinen, steilen Meilen ist das Boot aufgrund seiner guten Wendigkeit ausgezeichnet zu fahren. Nur die hohe Geschwindigkeit des Bootes ist auf technischen Bächen anfangs etwas gewöhnungsbedürftig (wenn man kein schnelles Boot gewohnt ist!). Der Jefe lässt sich exzellent boofen und sollte mal ein Boof daneben gehen – das Auftauchverhalten des Creekers ist tadellos. Einzig das Heck dürfte etwas mehr Volumen vertragen.

Technische Daten:
Volumen: 278 Liter Gewicht:19,5 kg Länge: 250cm Breite: 65cm Luke: 85cm x 48cm
Fazit:
Liquid-Logic vereinigt mit dem Jefe die Gegensätze von Geschwindigkeit, Spurtreue und Drehfreudigkeit. Das Boot sollte bei einer Neuanschaffung ganz oben in der Auswahl stehen!
Text: Hiasi Bilder:Hiasi; Robert von paddeln.at
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