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Nils Kagel
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Nils Kagel
geschrieben von Nils, erstellt am 24.05.2002

Nils Kagel
(Soulboater NorhernDivision)


Nils auf der Oker

Als ich 1985 mit 14 Jahren in Hamburg zum Paddeln kam, war die Welt noch in Ordnung. Der Taifun war das Standardboot der Wildwasserkanuten und das Eskimo Akrobat das Traumpaddel der Neoprenritterschaft. Im Verein für Wassersport "Oberalster" lernte ich die Grundlagen des Kajakfahrens und bereits ein Jahr später machte ich meine ersten WW-Erfahrungen auf der Oker. Da Rebellion nun mal Spaß macht, kaufte ich mir 1987 ein Boot, das damals noch spöttisch belächelt wurde. Der Topo war alles in einem: Sturzmurmel, Spielboot und Prestigeobjekt. In ihm erlebte ich meine ersten Paddelabenteuer auf der Soca und im Grand Canyon du Verdon. Noch bremste mich allerdings das Elternhaus in meinem Tatendrang. Hauptsächlich fuhr ich Abfahrtsrennen und stellte Rekorde im Booteverschrotten auf. 1990 hatte ich endlich Abi und Führerschein in der Tasche.

Im Herbst ging es mit zwei Freuden in die Alpen, um einige Klassiker auszutesten. Partnachklamm, Rissbach, Loisach, Imster Schlucht, Pitzbach und die Ötz standen auf dem Pogramm. Auf der Mittleren Ötz wurde ich in der Hühnerleiter fürchterlich aufgemischt und lernte die Eigenarten des Schwimmens in einem Gletscherfluß kennen. Sogar an die Rissbachklamm wollte ich mich wagen. Unmittelbar vor dem hohen Fall verließ mich jedoch glücklicherweise der Mut und ich flüchtete den Hang hoch zur Straße. So ging es in den folgenden Jahren mit meiner WW-Karriere bergauf und auf den Flüssen immer öfter bergab. 1991 trat ich den Halbwilden Kajakfahrern Norddeutschlands bei und mein paddlerischer Horizont erweiterte sich beträchtlich. 1992 ging es das erste Mal nach Korsika und ins Berner Oberland. 1993 entdeckte ich das Tessin und Piemont für mich. 1995 hatte ich schließlich meine ersten überseeischen Paddelerlebnisse in Costa Rica. Nachdem ich die ersten zehn Jahre im schweren Wildwasser, trotz einiger haarsträubender Aktionen, überlebt hatte, kam ich im denkwürdigen Jahr 2000 erstmals nach Norwegen, und vor kurzem wurde ich sogar in den erlauchten Kreis des AKCs aufgenommen.


in der Fünferkombination auf der Store Ula, Norwegen

Seit meinen ersten Paddelversuchen hat sich viel in der Kajakszene getan. Als ich 1992 aus reinem Spaß an der Freude mit dem Squirten anfing und auf der Soca meine Splatwheels und Screw Arounds in die türkisfarbenen Fluten schnitt, wurde ich noch ungläubig bestaunt. Logischerweise ging dann auch die Entwicklung der Spielboote nicht spurlos an mir vorbei. In meinem tiefsten Inneren bin ich jedoch stets Alpinist geblieben. Lediglich den Topo habe ich schweren Herzens verkauft und gegen einen Micro 240 eingetauscht. Meine Paddelphilosophie beinhaltet, daß ich mir stets neue Herausforderungen suche. Diese liegen für mich nicht nur im Bezwingen von Höchstschwierigkeiten, sondern auch in der Weitergabe meines Erfahrungsschatzes und der Vermittlung von Techniken an andere Paddler. Mein Ziel ist es, die Vielfalt meiner Aktivitäten zu erhalten und dabei immer offen für Neues zu bleiben.

Nils

 

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