| Die EZG´s von Wavesport, nicht Wurst, nicht Käse???
Im Test: EZG 60 und EZG 40
Da ist den Jungs von Wave Sport ein großer Wurf gelungen, das ist der erste eindruck, wenn man die Boote das erste Mal sieht. Die neue EZG-Serie überzeugt nicht nur durch eine ansprechende Optik und ein tolle Einbauten. Auch die Fahreigenschaften der neuen Switter lassen kaum Wünsche offen. Auf den ersten Blick weiß man gar nicht so recht, wo man den EZG einordnen soll. Mit knapp über zwei Metern ist der EZG sicherlich kein moderner Rodeostummel, aber er ist auch irgendwie kein ausgewachsener Riverrunner. Dafür sind die Enden eigentlich doch zu dünn und das Cockpit ist zu dick, oder wie? Da hilft nix, wir müssen zum Testen an die Soca.

Test 1: Wildwasser auf der Soca: Hier können die Riverrunner-Eigenschaften durchaus überzeugen. Die hochgezogene Nase macht das Boofen leicht, ins Kehrwasser läuft die Karre aufgrund der schönen Kanten wie an der Schnur gezogen und auch beim Durchfahren größerer Walzen entpuppt sich der EZG nicht als Heckschleuder. Einzig eine hohe Endgeschwindigkeit ist beim EZG aufgrund des großen Kielsprung nicht zu erwarten und zu erzielen. Die gut eingeschenkte Soca bietet uns einen Spielparcours vom Allerfeinsten. Viele Wellen und Walzen laden zum Playboaten ein. Mit dem EZG kommt man auch meist noch ganz gut rein, die Länge des Bootes ist hier wirklich von Vorteil. Auch in der Walze kommt man sich nicht vor, wie in einem plumpen Funcruiser. Das Boot spint und blunted sehr gut und lässt sich leicht von der Wasserfläche lösen. Auf flachen, grünen Wellen erweist sich allerdings der starke Rocker im Vorderschiff als störend, das Boot wird langsam und man kommt etwas schwer ins Gleiten.

Test 2: Freestyle-Eigenschaften (Welle / Walze) Auf dem Rückweg von der schönen Soca geht es an Bad Aibling vorbei. Hier können wir die Freestyle-Eigenschaften aufs Korn nehmen. Am Anfang fällt der Umstieg vom sehr agilen ZG auf den längeren EZG etwas schwer. Doch nach einiger Zeit habe ich mich eingefahren und nun läuft die Kiste sauber und kontrolliert in der Walze. Hohe Blunts über die Schulter und kontrollierte Cart- und Splitwheels im Schaumberg der Walze gehen leicht von der Hand. Zwar beschleunigt der EZG nicht so schnell wie die kleinen, agilen Rodeosemmeln, doch für den Normalpaddler ist das gutmütige Verhalten des EZG mit Sicherheit vorteilhaft. Als ich nach gut einer Stunde wieder auf den Zero Graphity umsteige, kommt mir das Boot gar etwas zu schnell und zu agil vor. Nach nur wenigen Surfs steige ich gerne wieder in den EZG ein.

Test 3: Freestyle-Eigenschaften (Plumpsklo) Zurück in NRW machen wir mit dem EZG den letzten aber für uns entscheidenden Test: Den NRW-Tauglichkeits-Test am Wiesenwehr der guten alten Erft. Ich war schon seit einigen Wochen nicht mehr hier, deshalb setze ich mich zum direkten Vergleich zunächst einmal in meinen Kingpin. Loops klappen schnell und kontrolliert, auch Cartwheels gehen einigermaßen, doch muss ich relativ oft rollen weil es mich ab und an über das Stummelheck des Kingpin überschlägt. Danach steige ich auf den EZG um. Die Cartwheels sind zwar ein gutes Stück langsamer als im Kingpin, dafür klappen sie schön kontrolliert. Das Boot steht sehr stabil auf dem Heck, die Enden schneiden jedoch leicht durch die Walze und auch Cleanwheels klappen ohne Schwierigkeiten. Auch beim Loopen schießt der EZG schön weit und schnell aus dem Wasser. NRW-Test bestanden!

Fazit: Räucherkäse mit Schinken! Der EZG ist meiner Meinung nach die beste Symbiose aus Wildwasser- und Freestyleboot. Zusammen mit seinen Artverwandten Seven Zero von Pyranha und Nitro von Riot ist der EZG eine ganz neue Generation von Freestyle-Wildwasser-Booten. Diese Boote sind leichter zu beherrschen als die kleinen Freestyleboote und trotzdem ist mit dieser Art von Booten fast alles möglich. Ein Freestyle-Anfänger wird mit dem EZG viel schneller Lern-Erfolge erzielen als mit einem kurzen Rodeoboot. Ein Wildwasserfahrer, der auf dem passenden Wasser fahren möchte, benötigt in Zukunft wieder nur ein Boot für Freestyle und Wildwasser. Was wollen wir mehr?
Testbericht: Christian Zicke
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