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Ein überraschender Besuch in der Ötztal-WG 2002
geschrieben von Jan-Peter, erstellt am 09.10.2002

Überraschender Besuch in der Ötztal-WG

Am späten Nachmittag gerade von den heißen Quellen in Längenfeld zurückgekehrt, machten wir uns startklar für das abendliche Dinner in einem der Oetzer Restaurants, als es plötzlich am Fenster klopfte. Draußen stand ein älterer Herr, leicht gebeugt mit Stock und Trachtenjacke. Hatte der sich im Haus geirrt und wollte in die Tiroler Seniorenresidenz?

Wir wollten ihn gleich auf seinen Irrtum hinweisen, öffneten die Tür, da begrüßte uns der Herr mit: "Ahoi Kameraden!" Nein, das konnte nicht wahr sein, alle sagen, das ist ein Fake und jetzt steht er vor uns: Fritz Bollmann, der alte Faltbootfahrer aus München.

Höflich aber auch ein wenig distanziert baten wir ihn herein in die gute Stube, in der unser Soulboater Editor es sich gerade auf der Couch gemütlich gemacht hatte. Bollmann hatte auf der Internetseite vom Ötztaltreffen gelesen und war einfach spontan von München losgefahren, um die Leute mal live zu sehen.

"Was ist das für ein Saustall, Kameraden" polterte er los, "in einem ordentlichen Kanutenhaushalt liegen keine Rodeorüpelschundblätter auf dem Boden herum!" (er meinte damit wohl die aktuelle Ausgabe von Kayak-Session, die schon ein wenig zerlesen auf dem Tisch lag).

"Wer ist hier der Fahrtenleiter"? ging es weiter. J-P hob zögernd die Hand, er war heute gerade Träger der Krone. Bollmann fuhr fort: "Kameraden, in meinem Kanuverein herrscht Sauberkeit in der Jugendabteilung. Nehmt euch ein Beispiel an meiner Kanujugend, die Mädels und Burschen haben gehörige Achtung vor dem Alter!"

Was sollten wir in dieser Situation jetzt machen, uns weiter von unserem Gast anpöbeln lassen oder einen Ausweg finden. Die Lösung war: Wir forderten den alten Fritz auf, mit uns im Cafe Heiner zu Abend zu essen und aus alten Faltbootfahrerzeiten zu erzählen. Sofort schlug seine Stimmung um, wir hatten wohl den richtigen Nerv getroffen. Auf ins Heiner.

Unser "Faltbootpionier" im Café Heiner in Ötz! Dort erzählte uns Fritz von dramatischen Stürmen auf der großen Donaufahrt, Erlebnissen mit Frachtkähnen auf der Elbe und warum er nur mit Fußsteuerung an seinem T68 Faltboot und exakt 90 Grad gedrehtem Paddel fährt. Wir begannen seine Feindseligkeit gegen die ?Rodeorüpel? zu begreifen, als er von Zwischenfällen mit jungen Punker-Paddlern und alten Faltbootfahrtengruppen berichtete. Beide Gruppen sollten sich gegenseitig tolerieren, war unsere Meinung, es ist schließlich ein gemeinsamer Sport. Der Abend wurde lang, es gab mehrere Runden Obstler und plötzlich kam einer auf die Idee, warum Bollmann nicht einmal in ein Creekboot steigen sollte. Das wollte er auf keinen Fall, vertraute uns aber ein großes Geheimnis an: Fritz Bollmann besitzt seit geraumer Zeit ein schnittiges Polyesterboot.

Fritz bollmanns neues Polyester Boot mit exklusivem Soulboater Aufkleber in Silber! Die Sensation war perfekt, die Chance da: Fritz Bollmann muß mit Soulboater-Sticker paddeln. Er wollte es sich überlegen? .


Der Abend wurde noch lang und interessant, so ein übler Kerl ist der Fritze gar nicht, wenn er ein paar Obstler intus hat. Vor ein paar Tagen kam dann eine Mail mit einem Foto: Der alte Fritz hat es wahr gemacht und paddelt jetzt mit SB-Sticker. Hut ab, Kamerad!

Soulboater.com
Bilder by Jan-Peter, Hermann Grube und Fritz Bollmann

 

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