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Die Verfechtertage 2006 in Osttirol
geschrieben von Christoph Scheuerman, erstellt am 19.09.2006

Ein Rückblick auf....

Die Verfechtertage 2006

- Ein bisschen nervös waren wir ja schon. Der Campingplatz wollte wissen mit wieviel Anmeldungen sie zu rechnen hätten. Ja, das würde uns auch interessieren.
Schon Mitte der Woche, und immer noch kein Beamer für die Bildershow in Sicht. Welche Wasserstände erwarten uns? Macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung?
Spätestens als sich drei Tage vor dem Start der Veranstaltung Jani Pahos bei mir meldet und ein gutes Dutzend Ungarn ankündigte, wusste ich: Jetzt wird’s völlig unkalkulierbar.

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Als wir am Dienstag abend die Boote unterhalb des Iselkatarakts zu Wasser ließen, wussten wir, dass wir uns um niedrige Pegel nicht zu sorgen brauchten. Seit gut einer Woche brutzelte die Sonne wie im Hochsommer und schmolz nicht nur die Gletscher um den Großvenediger, sondern auch den Schnee, der im sibirischen August in den hohen Lagen fiel. Die Raftstrecke der Isel wartete mit unzähligen Spielwellen auf, an der Virgenschlucht empfahl es sich die Fahrt vor dem Nachmittag zu beenden.

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Das an Dolomitenrodeo und diversen Wildwasserwochen erprobte Raft-Camp von Osttirol-Adventures wurde auch unseren Ansprüchen gerecht. Das Tipi stand wie vereinbart für uns bereit, Feuerholz war unbegrenzt vorhanden und die legeren Regeln des Camps beschleunigten die nächtlichen Feiereien im besten Sinne. Egal ob sächsische Radelfahrer oder tschechische Rafter, wer noch nicht zu uns gehörte, wurde am Lagerfeuer integriert.

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Da die meisten nur zwei oder drei Tage Zeit mitbrachten, galt es die große Zahl möglicher Flussabschnitte in das begrenzte Pensum an Tageslicht zu stauchen. Je nach fahrerischem Können wurde auf der Raftstrecke der Isel oder der Wasserfallstrecke des Defereggenbachs eingepaddelt. Nachmittags war dann allgemeines Kalserbach-Stürzen angesagt.

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Der steigende Wasserstand garantierte ein walzenreiches Vergnügen und so manche Portage am Katarakt. Wem die wilden Wasser des Kalser Tals zu heiss waren versuchte sein Glück auf der hinteren Isel bei Bobojach. Spätnachmittägliches Schmelzwasser sorgte hier für Spiel, Spaß und Spannung.

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Der Abend stand ganz im Zeichen von Bild und Film. (Der Beamer war doch noch eingetroffen.) Die Verfechter der sportlichen Linie dokumentierten ihr Tun mit Zeugnissen aus dem Ötztal, Norwegen, der Türkei und Nepal.

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Am Samstag wählte man seine Strecke je nach Intensität der nächtlichen Party. (Die Ungarn waren fast geschlossen auf der Isel zwischen Ainet und Lienz zu finden.) Wider Erwarten fand sich doch ein größeres Grüppchen Paddler am Wanderparkplatz unterhalb Virgen ein. Obwohl die Isel hier schon ein großer Fluss ist, sind Kehrwasser für zwanzig Boote rar. In vier Fünfergruppen rückten wir der Virgenschlucht an den Leib. Je nach Häufigkeit der Besichtigungen und dem individuellen Stuntfaktor der Gruppe ergaben sich Fahrzeiten zwischen anderthalb und vier Stunden.

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Die Bilanz am Ausstieg (zwei geplatzte Boote, zwei verschluckte Paddel, mehrere Schwimmer) machte deutlich: Jetzt ist es Zeit für Lektionen zum Thema Sicherheit. Zu diesem Zweck hatte Boby einen Spieleparcours zusammengestellt, der als Teamaufgabe über mehrere Stationen hinweg bewältigt werden musste. So galt es innerhalb einer vorgegebenen Zeit möglichst viele Wurfsacktreffer zu landen (inkl. Stopfen des Sacks), zehn Kajaks fahrtüchtig auf dem Autodach zu verzurren (Der Erfolg stand und fiel mit dem Bremstest!), ein Auto mittels Flaschenzug zu bewegen, sowie seine Standfestigkeit auf glitschigen Steinen auch unter extremen Bedingungen zu beweisen.

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Dank der vom hf gesponserten Preise gab’s am späten Abend nicht nur eine Siegerehrung, sondern auch eine Preisverleihung. Spontan stiftete unser Ungarhäuptling Jani noch eine Medaille für den Overall-Winner, die auch prompt nach Ungarn zurückging. Die Stimmung erreichte den Siedepunkt bei der abschließenden Verlosung. Ein nagelneuer Greco 2-Flussführer und ein Werner-Paddel wechselten den Besitzer. Über die folgenden Stunden gäbe es viel zu berichten. Wir begnügen uns damit, dass um vier Uhr morgens das Tipi noch lange nicht leer war.

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Der Sonntag war Abreise- und Weiterreisetag (z.B. Richtung Soca), dennoch wurde ein letztes Mal ausgiebig gepaddelt. Das Wasser reichte sogar für Hopfgartenkatarakt, sowie Tunnel- und Galeriestrecke am Defereggenbach. Auf dem Heimweg wurde außerdem der Tauernbach mitgenommen.

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Abschließend bleibt zu sagen, dass die Verfechtertage 2006 als voller Erfolg zu verbuchen waren. Wir wurden nicht von Paddlerhorden überrollt, aber es fanden immerhin gut 50 Verfechter und Verfechterinnen ihren Weg nach Ainet. Mit Sicherheit wird es nächstes Jahr eine Neuauflage geben.

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Unser Dank geht an Blue and White für das unkomplizierte Bereitstellen einer Palette Testboote (www.kajak.de), Tywarp für eine Ladung Testpaddel (http://www.tywarpde), hf für Testmaterial (Werner-Paddel, hf-Wurfsäcke) und Preise, Matthias Breuel (www.sports-nature.de), den Kanu-Club Hohenlohe (www.kanuclub-hohenlohe.de), sowie den Paddelfreunden Hohenlohe (www.paddelfreunde.net).   

Christoph Scheuermann

 

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