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Indus - Taming of the Lion - Kayak Expedition April 2007
geschrieben von Olaf Obsommer, erstellt am 10.05.2007

Indus - Taming of the Lion - Kayak Expedition April 2007

- Als Bernhard die gewaltige Wasserwand vor sich sah, war es bereits zu spät. Eigentlich wollte er einen kleinen Durchschlupf zwischen den Wassermassen erwischen, aber er hatte die reißende Strömung des Indus falsch eingeschätzt. Einen Wimpernschlag später befand er sich in einem pulsierenden Inferno aus Gischt und Gletscherwasser wieder. Der Löwenfluss hatte seine Krallen ausgefahren und Bernhard nicht mehr losgelassen. Wie in einer Waschmaschine wurden Paddler und Kajak in der Wasserwalze durchgebeutelt, bis sich Bernhard entschied, sein Kajak per Notausstieg zu verlassen. In den Fluten des Indus ein tödliches Risiko! Sofort zog es Bernhard in die Tiefe und es wurde dunkel. Erst nach langer Zeit erkannte er in atemloser Stille in der Ferne ein Licht. Die Wasseroberfläche, das Sonnenlicht, das Leben...

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* Wildwassererstbefahrung mit dem Kajak im Land der 8000’er
* Der Löwe wurde besänftigt, aber nicht gebändigt
* Deutsch-Österreichisches Kajakteam mit weltweiter Erfahrung
* Kajakschulung für pakistanische Ausbilder

Wildwasser-Erstbefahrung mit dem Kajak im Land der 8000’er
Am 3. Mai kehrte die AKC-Expedition "Taming the Lion II" vom Dach der Welt aus Pakistan nach Deutschland zurück. Das Wildwasserkajak-Team um die Expeditionsführer Olaf Obsommer und Bernhard Mauracher rang in den ersten beiden Aprilwochen unter schwersten Bedingungen einer der letzten unbezwungenen Großschluchten des Himalayas, der Rondu-Schlucht des Indus, 30 Kilometer Erstbefahrung im V. und VI. Schwierigkeitsgrad ab. Die verbleibenden 30 Kilometer der Schlucht blieben wegen extrem steigender Wasserstände unangetastet.

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Der Löwe wurde besänftigt, aber nicht gebändigt
Die Rondu-Schlucht des Indus in der pakistanischen Provinz Baltistan zwängt sich durch eine wilde und extrem tiefe Kluft zwischen den höchsten Gipfeln des Karakorum und genießt unter Kajak-Experten einen Ruf wie der keine 50 Km entfernte und über 8000 Meter hohe „Killerberg“ Nanga Parbat. Erst zwei Kajak-Teams konnten Anfang der 90’er Jahre insgesamt 90 Km der Rondu-Schlucht erfolgreich befahren. Ein weiteres Team scheiterte an zu hohen Wasserständen. Die gesamte Schluchtlänge von 160 Km wurde bis dieses Jahr noch nicht durchgehend befahren. Der Expedition „Taming the Lion II“ des Alpinen Kajak Clubs (AKC) gelang im April dieses Jahres die Erstbefahrung von 30 Kilometern extrem schweren und bislang unbezwungenen Wildwassers im Kernstück der Rondu-Schlucht.

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Der Indus, der von den Einheimischen wegen seiner unbändigen und gefährlichen Wassermassen, die jedes Jahr zahlreiche Menschen in den Tod reißen, auch Löwenfluss genannt wird, entspringt in China, fließt durch Indien und mündet in Pakistan in den indischen Ozean und ist mit 3180 Kilometern der längste und wasserreichste Fluss des indischen Subkontinents. An den Ufern des heiligen Flusses am Unterlauf im Pakistanischen Tiefland befinden sich die Überreste der Indus-Kultur, einer der ältesten Zivilisationen der Menschheit. In seinem Oberlauf im Karakorum-Gebirge – in Pakistan erheben sich fünf Achttausender und über 90 Siebentausender) – ist der Indus extrem wild und ungebändigt und donnert über steile Katarkate zu Tale. Die Wildwasserschwierigkeiten belaufen sich durchgehend im V. und VI. Schwierigkeitsgrad in der international anerkannten Skala.

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Zu Beginn der Expedition fand das Team bereits einen sehr hohen Wasserstand vor. Ein milder und regenreicher März hatte den Indus frühzeitig ansteigen lassen. Während der ersten Paddeltage führte der Indus 400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, weit mehr und um ein vielfaches wuchtiger, als jeder Alpenfluss. Dazu der erfahrene Expeditionspaddler Viktor Klaus: "Das war das schwerste Wuchtwasser, das ich in meinem Leben gepaddelt bin!" Trotz der gewaltigen Wassermassen konnte die AKC-Expedition die bereits befahrenen 90 Km der Ronduschlucht wiederholen und mehrere bisher unbefahrene Einzelstellen bezwingen. Darüber hinaus schafften die Wildwasserexperten 30 noch nie befahrene Kilometer im Kernstück der Rondu-Schlucht. Die zunehmende Hitze – Temperaturen über 35 Grad, der durch die einsetzende Schneeschmelze extrem schnell ansteigende Wasserstand auf über 700 Kubikmeter (z. Vgl.: etwa gleiche Wassermenge des Rheins bei Freiburg) und zwei gefährliche Schwimmunfälle vereitelten die Erstbefahrung der letzten 30 Schluchtkilometer.

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Deutsch-Österreichisches Kajakteam mit weltweiter Erfahrung
Das Team des Alpinen Kajak Clubs um die Expeditionsführer Olaf Obsommer und Bernhard Mauracher setzte sich aus international erfahrenen Wildwasserexperten zusammen. Olaf Obsommer, 37, aus Nussdorf am Inn in Oberbayern ist selbständiger Kameramann mit 20jähriger Wildwassererfahrung in Europa, Nordamerika und Afrika. Am Indus produzierte er eine TV-Dokumentation über die Erstbefahrung der Rondu-Schlucht. Bernhard Mauracher, 28, aus Mayrhofen, Österreich ist derzeit einer der besten europäischen Extrempaddler. Als zweiter Kameramann unterstützte er das Team mit Filmaufnahmen. Vergangenes Jahr begleitete er ein Bergsteigerteam am Nanga Parbat (ebenfalls Pakistan) bei ihrem Aufstiegsversuch auf den „Killerberg“. Manuel Arnu, 37, aus Nussdorf am Inn, ist Journalist und Fotograf und begleitete die Expedition mit Kamera und Kajak. In seiner 20jährigen Kanukarriere kann er auf Erstbefahrungen in Indien, Chile, Norwegen, Türkei und in Europa zurückblicken. Viktor Klaus, 38 aus Nürtingen zählt zu den erfahrensten Expeditionspaddlern weltweit. Seine Erfahrungen von unzähligen Kajaktouren im Himalaya, Sibirien, Tadschikistan, Südamerika, Mittelamerika und Skandinavien kamen den ganzen Team zu Gute. Das Team vervollständigten die ebenfalls weit gereisten und erfahrenen Paddler Dirk Schwarzer, 38 aus Nussdorf am Inn und der Österreicher Peter Fink.

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Kajakschulung für pakistanische Ausbilder
Die AKC-Expedition wurde vor Ort in Pakistan logistisch von der Adventure Foundation unterstützt, eine pakistanische Non-Profit-Organisation, die sowohl Bergsteiger-Expeditionen durchführt, aber vor allem auch pakistanischen Jugendlichen den Umgang mit der Natur und Outdoor-Sportarten wie Trekking, Bergsteigen, Skifahren, Kajakfahren und Rafting näher bringt. Das AKC-Team überreichte nach Ende der Expedition die gesamte Kajakausrüstung der Adventure Foundation und gab den pakistanischen Ausbildern eine zweitägige Kajak-Schulung. Weitere Unterstützung erhielt das Kajak-Team von adidas, Globetrotter, Langer, Wave Sport, Dagger, Pacelog, Alpine Energie, Tywarp und vom Alpinen Kajak Club.

Olaf Obsommer, Big-O-Productions.com

 

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