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Im Mai nach Norwegen?

- Manche werden sich jetzt fragen: Norwegen im Mai? Da fährt man doch erst im Juli hin. Wenn man in der Telemark allerdings vernünftige Wasserstände vorfinden möchte, dann sollte man nicht zu lange warten. Denn was das Mühlviertel in Österreich ist, das ist die Telemark in Norwegen.

Also beschlossen wir, es heuer etwas früher zu versuchen, Mai -> Schmelzwasser ohne Ende!

Mit von der Partie: Simone, Toni, Mike, Andy, Christoph, Nils, Benjamin, Stocki, Robert, Armin und Kristin.

Nach eineinhalb Tagen Anreise begrüßte uns die Telemark allerdings leider nicht mit den erwarteten Wasserständen. Die Hauptflüsse hatten zwar gute Wasserstände, jedoch nicht die Nebenbäche, die wir eigentlich erkunden wollten. So hielten wir uns nur drei Tage auf, paddelten Austbygdai und Co und fuhren danach weiter nach Buskerud.

Der Numedalslagen empfing uns zwar mit reichlich Wasser, aber auch mit Minusgraden und mit Schnee. Hier lernten wir den Vorteil der geheizten öffentlichen Sanitätsanlagen schätzen und beschlossen, unseren Abend mit dem aus Österreich mitgebrachten Bier dort lustig ausklingen zu lassen. Am nächsten Tag fuhren wir bei Schneetreiben nach Voss weiter, in der Hoffnung, es dort wärmer zu haben.
Voss erwartete uns mit Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. Jetzt fehlte nur noch Herr Kagel von Soulboater.com, er wollte ein paar Tage von Hamburg aus anreisen.

Wir fanden hier geniale Wasserstände vor, die Bäche waren randvoll eingeschenkt, es war ein wahres Vergnügen zu paddeln. Einen Tag später stand allerdings rund um Voss alles unter Wasser.
Voller Hoffnung fuhren wir ins Eksindalen. Die bekannte Doppelrutsche der Lake to Lake Kombi war nur noch eine riesige Rutsche, die Tysselva hatte statt 15 m³/s stattliche 60 m³/s was unsere Wassersuche eher zu einer Flucht werden lies. Einige unserer Gruppe erwischten doch noch den Oberlauf des Eskindalen, der traumhafte Stufenkombis und Granitrutschen bot.

Nach einer Lagebesprechung beschlossen wir das Gebiet zu wechseln. Durch sprachliche Differenzen (deutsch, steirisch, salzburgerisch und tirolerisch) teilte sich die Gruppe ungewollt auf. Wir fuhren an die Sjoa, wo wir moderate Wasserstände vorfanden. Unsere Tiroler versuchten es vergeblich an der Jolstra, dort hatte es viel zu viel Wasser.

In der Zwischenzeit vergnügten wir uns auf der Soja und fuhren dann an die Setninga (ein wunderschöner Bach), wo wir wieder auf die anderen trafen. Simone und Benjamin mussten leider am Abend neuerlich Richtung Sjoa zurück, da Herr Kagel in Anmarsch war. Wir entschieden uns, noch die Mistra mitzunehmen und danach ebenfalls zurück zu fahren.

Die Hedmark ist ein Genuss für Paddler bis zum 4. Schwierigkeitsgrad, sie ist auch für Kajakschulen und Anfänger empfehlenswert. Hier findet man einfache bis mittelschwere Flüsse zum Genießen.

Zurück an der Sjoa überraschten uns Simone, Benjamin und Nils mit Wildwasserlagerfeuer-Geschichten von der Frya. Der hohe Wasserstand hatte sie fast zur Aufgabe gezwungen, denn aus der letzten Schlucht kommt man nicht mehr heraus.

Nachdem wir nun vollständig waren, wurden die Nebenbäche der Sjoa abgegrast.

Der Veo wartete mit super Wildwasser auf, doch den mühsamen Zustieg sollte man nicht unterschätzen. Einen langen Anmarsch sollte man einplanen, dafür findet man als Belohnung aber Wildwasser der Extraklasse.

Wie immer verging die Zeit in Norwegen viel schneller als zu Hause und schließlich mussten wir wieder die Heimreise antreten.

Ein kurzer Abstecher in die Telemark ging sich noch aus, sie lag praktischer Weise ja fast direkt auf dem Weg.

Wir danken unseren Sponsoren Robson und Pyranha für das Material und die Unterstützung.
Flussbeschreibungen folgen in den nächsten Wochen im Flussführer auf www.soulboater.com und bei www.paddeln.at.
Bericht: Stocki Fotos: © www.paddeln.at
Thanks to all paddlers: Armin Auer, Kristin Schernthaner, Andreas Paffenholz, Christoph Limbach, Benjamin Mauracher, Simone Junker, Robert Machacek, Andreas Stockinger, Nils Kagel
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