| Traumtour für Soulboater: Die Lieser in Kärnten
- Es gibt immer wieder Tage, an denen alles stimmt: Wasser, Wetter und die Mitpaddler. Vor 10 Jahren wurde so ein Tag einmal KAVU-Day genannt und es gab sogar ein Video über diese Ausnahmetouren.
Wir möchten euch mit diesen Bildberichten dazu inspririeren, einmal in euch zu gehen, wann ihr euren letzten richtig schönen Paddeltag hattet. Und wenn ihr Lust habt, auch darüber zu berichten, mailt uns einfach ein paar Zeilen mit euren Eindrücken und sendet uns die passenden Bilder dazu. Wir veröffentlichen es gern. Egal, welcher Schwierigkeitsgrad, egal ob Genusstour einen Fluss hinab oder ein schöner Nachmittag am Playspot. Alles ist willkommen, was unter den Oberbegriff „Soulboating“ fällt, denn nicht von ungefähr trägt diese Website den Namen Soulboater.com.

Im Juli waren die Bäche in Kärnten und Osttirol in dieser Ausnahmesituation: Wochenlang war der Sommer eigentlich viel zu kalt und nass gewesen (gibt es den Klimawandel etwa doch nicht ;-)), und als wir Mitte Juli in Lienz ankamen, änderte sich das Wetter schlagartig zum positiven. Sonnige 35 Grad im Schatten und aufgrund der vorhergegangenen Regenfälle richtig gute Wasserstände. Nach den Online-Pegeln waren alle Bäche der Region im Hochwasserbereich. Und das im Hochsommer bei nicht von Gletscherwasser abhängigen Wildbächen!

Über die Soulboater-Mitpaddlerzentrale verabredet, trafen wir uns Mittags am Ausstieg der Lieser bei Spittal und warfen einen kurzen Blick auf den Pegel, der mit etwas über 160 cm einen guten Wasserstand anzeigte.

Bei der Fahrt zum Einstieg lernten wir uns etwas kennen und oben ging es nach schweisstreibendem Abladen der Boote gleich ins angenehm kühle Wasser der Lieser.

Auf klarem Wasser paddelten wir bei angenehmen Wasserdruck durch die regelmässig auftretenden Verblockungen, die immer in ruhig dahin fliessendem Wasser endeten.

Der Pegelstand war ideal, weitgehend ohne Grundberührungen strömt der Wildbach über die Felsen, alles ist auf Sicht fahrbar.

Wenn es unübersichtlich wird, reicht ein kurzes Parken in einem der zahlreichen Kehrwasser, um in Ruhe einen Blick auf den weiteren Verlauf zu werfen.

Nur zweimal werden wir am Ende von längeren Schwallstrecken davon überrascht, dass sich plötzlich ein grösseres Loch auftut, in dem wir bis über den Kopf abtauchen. Lustig!

Niemals aber wird die Befahrung unkontrolliert und der Adrenalinspiegel bleibt auf so niedrigem Niveau, dass wohl auch der Herzschlag an diesen Stellen kaum gestiegen ist.

Selbst bei einem Schwimmer ist man schnell am Ufer und gleich wieder einsatzbereit.

Vor Erreichen der Lieserschlucht an der Mündung des Baches vom Millstädter See stiegen wir unter der neugebauten Strassenbrücke kurz aus, um einen Blick auf den „Eingangskatarakt“ zu werfen.

Alles klar, die Durchfahrten sind eindeutig zu erkennen und auch mit dem Boot zu erreichen.


Mir machte es Spass, die Lieserschlucht mit der Kamera in der Hand zu durchfahren und dabei keiner Walze auszuweichen.

Nur einmal kippte mich ein Stopper dabei fast um, so dass ich das Paddel doch in beide Hände nehmen musste.


Leider haben sich auf dem Kameraobjektiv Wasserflecken gebildet, so dass die meisten Fotos nicht veröffentlichungswürdig sind.

Unten angekommen, freuten wir uns gemeinsam über den Verlauf der Fahrt und das heute Erlebte.

Wir nahmen uns vor, bei dem schönen Wetter und Wasser noch weitere Bäche in der Umgebung gemeinsam zu befahren.
Das ist es, was wir uns unter „Soulboating“ vorstellen.
Jan-Peter |