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Messereport von der Boot 2002 in Düsseldorf
geschrieben von Nils Kagel, erstellt am 23.02.2002

Messereport 2002

Neuigkeiten + Trends von der "Boot" Düsseldorf

Die "Boot" offenbart auch dieses Jahr die Trends der kommenden Saison. Besonders auffällig ist das große Angebot an Novationen. Hatte man im letzten Jahr noch den Eindruck, die Entwicklung im Kajakbau wäre bereits zum Stillstand gekommen, so wird man jetzt eines besseren belehrt. Fast jeder Hersteller hat seine Produktpalette mit einer Reihe aktueller Geheimwaffen aufgerüstet. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben. Die Kajakbranche klagt wie immer über schleppenden Absatz, und das Material ist zwar besser, aber nicht billiger geworden. Was des einen Leid, ist bekanntlich des anderen Freud, und so können auch dieses Jahr Schnäppchenjäger hoffen.


Schnittige Geheimwaffe. Der S6-200


Mehr Sicherheit im Boot. Aussteifungsbügel im Micro.


Allzeit bereit. Pelicasehalterung.

Fangen wir mit den Fischköppen von den Britischen Inseln an. Pyranha kommt 2002 mit einer differenzierten Rodeoflotte, der S-Serie, auf den Markt. Das neue Metalite-Material soll ein wesentlicher Fortschritt im Hinblick auf Gewicht, Steifigkeit und Schlagresistenz sein. Die Ultrakurzboote S6-190 und 200 setzen mit ausgeklügelter Ausstattung und sehr großem Platzangebot für Beine und Füße Maßstäbe in ihrer Klasse. Neu ist auch die Ausstattung der Micros und H2-zones. Neben einem serienmäßigen Pelicasehalter hinter dem Sitz und dem bewährten Rückengurtstrammer wurde als Sicherheitsmoment ein Kunststoffbügel mit Trittstufe ins Vorschiff eingebaut.


Freerider mit Reserven. Jan und der Xeno.

Eskimo präsentiert dieses Jahr als Nachfolger des Quadros seinen neuen Freerider Xeno. Er vereint sportliche Formgebung und Spielpotential mit ordentlichen Volumenreserven und einem geräumigen Cockpit. Sicherlich die richtige Wahl, wenn's mal wuchtiger wird und man nicht ins Dickschiff umsteigen will.


Angriff der Mutantenboote. Wavesport Mutant


Hilfe, die Sirenen kommen! Das Damenboot Siren

Sehr ulkig präsentierte sich Wavesport-Importeur Bavaria auf der Messe. Es ist schon ziemlich kultig, radikale Spielboote im Blazer zu verkaufen. Super Ez, Ace 4.7 und 5.1 sowie das Damenboot Siren bereichern die erfolgreiche Rodeo-Flotte der Wellensportler. Beachtenswert ist auch der Creeker Mutant, bei dem der Name wahrlich Pogramm ist.


Wer hat das Licht ausgeknipst? Der Kompressor und sein Schöpfer.


Dirk geht mit dem Protector auf Nummer sicher.

Es ist erfreulich, daß Prijon mal wieder richtig innovativ wird. Vom Wellenflitzer Delirium war zwar nur der Prototyp zu sehen, dafür gab's mit dem Kompressor eine interessante Creekboatkreation zu bestaunen. Boofkompatible Kielführung, auftauchfreundliche Bugform, angedeutete Kanten und leichte Kielung im Unterschiff korrespondieren mit Rückengurtstrammer, verstellbaren Schenkelstützen und extrem stoßdämpfender Prallplatte im Inneren. Als weiterer Neuling wurde der Performance vorgestellt, ein sportliches Anfängerboot mit Slalomfeatures und erkennbaren Führungskanten im Unterschiff.


Selbst Jan-Henning Wyen kommt rein. Der Lucid macht's möglich.


Wer will sich denn da verstecken? Eric und der Full Tilt.


Big boats for big boys. Der Java und meine Wenigkeit


Edelpaddel im Guitarstyle. Eric und das Kober Zorro.

Mit komplett neuer Bootsarmada startet Perception dieses Jahr einen erneuten Angriff auf den deutschen Markt. Ein Blickfang ist die Spielsemmel Lucid mit ihren superdünnen und durchbrochenen Enden. [Testbericht in wenigen Wochen auf Soulboater.com] Zwar wird über den Sinn dieser Einrichtung noch heftig diskutiert, jedoch erlaubt es das stark hochgezogene Mittelschiff selbst Langbeinern, in den Autowheeler hineinzukommen. Darüber hinaus stehen noch Sonic und Supersonic im Angebot. Bei den ganz Kurzen mischt man mit dem Full Tilt und dem Spin mit. Auch ein Creeker wurde nicht vergessen. Der Java bewegt sich irgendwo zwischen Micro 240 und Necky Blunt und bietet mit Führungskanten im Unterschiff, guter Sitzergonomie und stumpfen Enden alles, was das Herz des Alpinisten begehrt. Passend zu den schicken Booten präsentiert Importeur Kober/Moll seine Paddelkollektion, wobei neben den gefälligen Prepeglöffeln insbesondere das nur 880 g schwere Zorro hervorsticht.


Erstaunlich viel Platz. Nico und der G-Force 6.3

Bei la Ola stieß man auf die legendenumrankten Dagger G-Forces. Vor allen Dingen der größere von beiden ist ein absolutes Platzwunder und auch für größere Menschen bis ca. 190 cm eine Sitzprobe wert.


Dutchware nicht nur für Kasköppe. Die Happy2b Helme.


Nackenspoiler inklusive. Neuer Wildwasserhelm von Happy2b.

Auch die Welt der Helme wird immer bunter und vielfältiger. Der niederländische Hersteller Happy2b vertreibt sein umfangreiches Angebot an Kopfbedeckungen jetzt auch hierzulande. Als Neuheit wurde ein Halbschalenhelm mit heruntergezogner Nackenpartie gezeigt, der sogar wildwassertauglich sein soll.


Ein völlig "normales" Boot. Der Riot-Booster 60 und sein entspannter Insasse.

Ist man von Riot normalerweise allerhand krummes Zeug gewöhnt, so sind die drei Booster in dieser Beziehung eine echte Überraschung. Fast möchte man in Versuchung kommen, sie mit einigen Necky-Booten zu vergleichen. Na gut, das Unterschiff ist natürlich riottypisch und im Inneren sieht's auch ein wenig anders aus. Der neue D4-Sitz mit seinen elastischen Schenkelstützen ist jedenfalls sehr gewöhnungsbedürftig.


Schnellboot aus dem Bayernwald. Der Robson Moonster.

Robson ist weiter auf dem Vormarsch an der Bootsfront. Daß er in Zeiten des Rodeohypes nicht nur krasse Schüsseln, sondern auch Boote für den Durchschnittsfahrer bauen kann, beweist er mit dem Moonster. Konzipiert ist das Schiff für die Anfängerschulung und den Einsatz auf wuchtigen Alpinbächen. Das ausgeglichene Profil und die gerundeten Kanten sollen dem Ganzen ausgewogene Fahreigenschaften verleihen. Die Sitzkonstruktion wurde hingegen von den Rodebooten übernommen.

Jetzt habe ich vor lauter schönen Booten bestimmt eine Menge vergessen. Vor allen Dingen in puncto Zubehör ließe sich noch das eine oder andere hinzufügen. So war bei laOla eine nette Spritzdecken-Paddeljackenkombi von Peak erhältlich. Irgendwo habe ich außerdem schicke Wildwasserschuhe von Adidas gesehen und Schorschi war mit seinen Bliss-Sticks natürlich auch da. Ansonsten konnte man dem neuesten Szeneklatsch lauschen, Ergometerpaddeln, Videos kucken und sich mit Katalogen ausstatten lassen. Wenn Euch noch was einfällt, das unbedingt erwähnt werden müsste, dann schreibt's hier doch einfach als Kommentar drunter.

by Nils Kagel

© Soulboater.com 2002 - Bilder by Nils

 

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