| Die KA-Y-AK Spritzdecke
- Der süddeutsche Spritzdeckenhersteller Christoph Lang hat ein neuartiges Verfahren entwickelt, wie man Kajaks am Süllrand ohne grossen Kraftaufwand aber trotzdem sicher und vor allem dicht verschliessen kann.

Es handelt sich dabei um eine Spritzdecke, die nicht wie herkömmlich mit einem angenähten Rundgummi den Süllrand umfasst, sondern mittels einer seitlichen Spannvorrichtung und einem Kernmantelseil den je nach individueller Vorliebe richtigen Halt auf dem Süllrand bewirkt.
Wir waren mit der KA-Y-AK Decke seit dem Herbst 2007 auf einigen Bächen und Playspots unterwegs.
Der neuartige Verschlussmechanismus hat bei unseren Touren immer tadellos funktioniert.

Die Anwendung ist dabei ganz einfach: Man legt das Spritzdeck wie eine herkömmliche Gummiranddecke auf den Süllrand und zieht den Rand von hinten nach vorne über die Süllrandkante. Im Gegensatz zu konventionellen Spritzdecken klappt dieser Vorgang auch bei Leuten mit wenig Kraft in den Unterarmen problemlos. Dann wird der Spannhebel umgelegt und je nach eingestellter Vorspannung sitzt das Spritzdeck bombenfest oder für Anfänger leicht lösbar auf dem Süllrand.

Natürlich waren wir anfangs ein wenig skeptisch gegenüber der Funktion des Auslösemechanismus in möglichen Notlagen, aber bisher liess sich der Süllrandabschluss in allen Situationen schnell und komplikationslos öffnen. Wir testeten sowohl mit Kniedruck aus dem Bootsinneren wie auch durch Zug an den über dem Spritzdeck aussen verlaufenden Öffnungsgurten.
Die Verarbeitung der Spritzdecke macht einen soliden und durchdachten Eindruck, es werden aus Stabilitäts- und Komfortgründen unterschiedliche Neoprenstärken und –kaschierungen verwendet.

Nachteilig fiel auf, dass das KA-Y-AK-Deck bei unseren Testbooten nicht ganz 100%ig dicht war, es bildete sich in Sitzhöhe am Süllrand eine kleine Wölbung des Neoprens, wodurch die Spritzdecke nicht optimal plan am Süllrand anlag und etwas Wasser durchsickerte. Dies mag daran liegen, dass bei uns grossgewachsenen Paddlern der Sitz im Boot etwas weiter hinten positioniert und dadurch die Schnittgeometrie der Decke nicht mehr optimal ist. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass aus Sicherheitsgründen die Öffnungsgurte um das Süllrandneopren aussen herum vernäht wurden.

Der Vorteil dieses neuartigen Süllrandverschlusses liegt gegenüber herkömmlichen Spritzdecken in zwei Dingen:
Mit einer einzigen Spritzdecke lassen sich mehrere Lukengrössen abdecken, d.h. man braucht nur noch ein Deck, auch wenn man mehrere Boote mit unterschiedlich langen Cockpits hat. Die Anpassung erfolgt einfach durch Einstellung der Seillänge am Zugmechanismus.
Die Spritzdecke wächst mit dem Können: Als Anfänger kann man sie sehr leicht öffnend einstellen, so dass sie schon fast von alleine vom Süllrand fällt, wenn man nur ans Kentern denkt. Mit fortschreitendem Können lässt sie sich dann immer fester auf dem Süllrand fixieren, so dass selbst Boofs bei hohen Wasserfällen und nachfolgenden Flachlandungen sie nicht mehr unkontrolliert aufploppen lassen, was ein erheblicher Sicherheitsfaktor ist. Dann sollte man aber immer im Hinterkopf haben, dass man sie in Extremsituationen auch bewusst von Hand öffnen muss, weil der sonst erforderliche Kniedruck aufgrund der Flexibilität des Spritzdeckentellers schon sehr kräftig ausfallen sollte.

Fazit:
Die Ka-y-ak Spritzdecke ist eine interessante Alternative zu herkömmlichen Rundgummidecken vor allem für schwächere Paddler und Jugendliche, die bisher Probleme dabei hatten, alleine ohne Hilfe das Spritzdeck zu schliessen. Ob sich der Schliessmechanismus im Lauf der Jahre durch Abnutzung verändern wird oder ob es zu Verletzungen des weichen Spritzdeckenmaterials durch das harte Material des Hebels kommt, können wir aus heutiger Sicht nicht beurteilen.
Die Spritzdecke gibt es nicht wie anderes Zubehör im lokalen Kajakladen sondern nur im Direktvertrieb vom Hersteller selbst zu kaufen. Dadurch kann der Preis mit 99 Euro sehr günstig gehalten werden.
Weitere Infos gibt es hier
Jan-Peter |