| St. Gilles Croix de Vie – Surfen im Atlantik - Wenn im Herbst und Frühjahr die Stürme übers Meer brausen, packt es auch eingefleischte Wildwasserfahrer, mal die Berge mit dem Strand zu tauschen und in der Brandung "Wildwasser" zu paddeln. Dabei sind es nicht nur die Nordsee in Dänemark und Holland oder die Ostsee, wo man schnell mal für einen Kurztripp hinfahren kann, um im im Salzwasser zu surfen. Auch weitergelegene Reviere in Europa werden inzwischen regelmässig von Wildwasserpaddlern zum Kajaksurfen besucht. In den folgenden Berichten stellen wir einige gut geeignete Kajaksurfreviere vor, dieses hier hat Myro in Frankreich besucht und beschrieben.
St. Gilles Croix de Vie ist ein bekannter (Anfänger-) Surfspot an der Atlantikküste, ungefähr auf der Höhe von Paris. Da in der Hauptsaison viel Surf- und Badebetrieb vorhanden ist, sollte man sich am Anfang des Frühjahrs oder Ende Herbst dort einfinden. Natürlich vorher die Wellenhöhe im Internet checken, um nicht enttäuscht zu werden. Während unserem Aufenthalt waren Wellen über 2m gemeldet, allerdings waren dann nur zwei Tage (von vier) wirklich surfbar, da an den restlichen Tagen, die Wellen höchstens die 50cm Marke erreichten.

Falls Ihr noch nie am Meer gesurft habt: Das „Feeling“ ist, im Vergleich zur Flußwelle, ein ganz anderes. Man sitzt mehrere Minuten, im Abstand von 20m von 2 Surfern umgeben im Meer, starrt hinaus und wartet auf die perfekte Welle. Ein ganz anderes Gefühl, wie im Fluss. Wenn man dann die Welle kriegt und aufs Ufer zusteuert, ist das Gefühl unbeschreiblich.

Schafft man dann noch einen Airblunt oder eine Airscrew, ist der Tag gerettet und wird für immer in Erinnerung bleiben.

Nun zu den Problemen und Gefahren: Der Strand selbst besteht nicht nur aus Sand, vereinzelt trifft man immer wieder auf Steine. Wenn man eine große Welle erwischen will, ist das unproblematisch, weil man dann weiter raus muss. Will man nur kleine Wellen surfen, kann man da schon mal anstoßen.

Konditionell sollte man auch recht fit sein, da man nicht, wie die Surfer, unter den Wellen durchtauchen kann und eine klare „Fahrrinne“ Richtung Meer vergeblich sucht.

D.h. wenn man von einer Welle „erwischt“ wird, geht’s recht schnell in Richtung Strand und man muss wieder von vorne anfangen.

Mit der Querströmung hab ich auch meine Bekanntschaft gemacht. Nach 1 ½ Stunden paddeln, durfte ich erstmal wieder 20min zu meinem Ausgangspunkt zurücklaufen. Auch die Strömung in Richtung Meer wird mit hohen Wellen immer stärker und man muss dann schon eine Welle mitnehmen, um wieder zum Strand zu gelangen. Der Fotograf dieser Bilder hatte auch leichte Probleme wieder zurückzukommen. Ab einer Wellenhöhe von 2m, sollte beachtet werden, dass es recht schmerzhaft werden kann, wenn sie sich einem in den Rücken brechen…

Nach getaner Arbeit, erwartet einen ein schöner Sonnenuntergang beim Feierabendbier.
Ich werde wieder hinfahren.
Text und Fotos: Myro
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