| - Soulboaterin Martina ist auch weiterhin in Sachen Kanuschulen on tour und diesmal ging’s mit Outdoordirekt zum Freestylen auf die Ruhr und ins Wiesenwehr auf der Erft.
War der Kurs auch am ersten Tag zunächst in Hohenlimburg geplant, musste er letzlich aber auf die Ruhr verlegt werden, da die Strecke wegen eines Abfahrtrennens kurzfristig für die sonstigen Nutzer gesperrt wurde. Das war letzendlich aber gar nicht störend, da die Basics eh auf einem seeartigen Teil geübt werden sollten und die Ruhr für unsere Versuche erst einmal durchaus ausreichend war.

Begonnen wurde an einem See bei Hattingen, genauer am Anleger des Ruderclubs Hattingen, zunächst mit der Theorie: Es wurde ausführlich und anschaulich erklärt, welche Boote - genannt Rodeosemmel (z.B Dagger Agent) oder auch Riverrunner (z.B. Jackson Fun) - sich zum freestylen eignen und die Unterschiede zwischen den Booten sichtbar gemacht: Volumenverteilung, Unterschiff, Länge etc. und deren Auswirkung in der Praxis, z.B. beim Surfen oder beim Cartwheelen. Auch die älteren Rodeoboote, zu denen erstaunlicherweise ja auch mein guter alter Eskimo Nano zählt, wurden dabei nicht vergessen.
Dann ging es über zum Paddel: Welche Paddel eignen sich für’s freestylen: Möglichst kurze Paddel (z.B bei einer Körpergröße von 1,60 m 1,84 - 1,91 m) mit Blättern, die auch nicht zu lang und auf den Fahrer abgestimmt sein und eine tropfenförmige Form mit wenig Kehlung haben sollten. Unterschiede in den Blattformen von früher bis heute wurden anhand von Beispielen erläutert. Wegen der Griffbreite und aufgrund der besseren Schonung der Handgelenke sind auch Ergo-Schäfte von Vorteil für den werdenen Freestyler.
Das Ganze wurde auch noch zum Nacharbeiten in Script-Form an alle Teilnehmer verteilt.

hier das Uralt-Paddel des Instruktors...
Weiter ging es dann mit den theoretischen Basics und den Grundlagen für’s Cartwheelen und Unterschneiden.
Nachdem wir so abgefüllt waren mit Theorie, durften wir das dann auf dem See – mehr oder weniger erfolgreich – in die Praxis umsetzen. Dabei stellte sich heraus, dass es beim freestylen durchaus von Vorteil ist, wenn man multitask ist…

Man muß definitiv mindestens drei Dinge beim Doublepump gleichzeitig tun: Kanten, am Paddel ziehen und direkt wieder drücken und den Oberkörper Richtung Paddel bewegen.



Immer nur eins hat bei mir gleichzeitig geklappt und ich kam in den Genuß von vielen vielen Rollen in der schönen Ruhr… Nichtsdestotrotz hatte ich gegen Ende kapiert, worauf es ankam und kann jetzt in die Übungsphase eintreten. Das Unterschneiden als Basic für Moves in der Verschneidungszone stellte sich auch als diffiziler heraus, als man vorher gedacht hätte. Auch hier muß man mehrere Dinge gleichzeitig tun, um das Heck wirklich so ins Wasser zu bekommen, wie man sich das wünscht: In die „falsche“ Richtung kanten, den Körper vordrehen und dem Paddel hinterhergucken. Meistens endet das mit „oh, Mist, Kanten vergessen“ oder „Mann, schon wieder nicht dem Paddel hinterhergesehen!“…
Das Ganze wurde dann beim folgenden Trip auf der Ruhr bis zum Isenberger Schwall in fast jedem Kehrwasser geübt, bis wir total platt an der Ausstiegsstelle ankamen.



Wer wollte, konnte dann anschließend mit nach Wesseling zu Christian und Nadja zum Grillen und Filmegucken mitkommen. Da gab’s neben Steak, Würstchen und Bier Filme von Jochen Lettmann und Olli Grau zu sehen, die einem zeigten, wie man richtig freestylt. Etwas deprimierend, wenn man es mit den eigenen Versuchen verglich, aber trotzdem sehr schön anzusehen..
Am nächsten Morgen ging’s dann ans Wiesenwehr auf die Erft. Begonnen wurde wieder mit einer kurzen Theorie-Einheit über das Verhalten in einer Walze und dem Ansetzen von Moves darin

und anschließend konnten wir uns wieder in der warmen Erft austoben – wirklich mindestens 5 Grad wärmer als die Ruhr am Vortag!
Die Spielstelle „Wiesenwehr“ wurde vom dort sehr aktiven Düsseldorfer Verein WSVB sehr schön umgebaut und verfügt jetzt sogar über eine sehr nette Holzrutsche am Einstieg zur Schonung der Uferböschung.

Die Benutzung macht auch richtig Laune auf alles Folgende...

Wir hatten zwar wenig Wasser, aber für unsere Versuche reichte es allemal und am Ende des Tages hatte einer von uns tatsächlich mehrere Cartwheels geschafft und bei mir langte es zumindest für ein paar akzeptable Loop-Versuche und ein gutes Gefühl für die Walze.

Die Lehrerin...

und die Schülerin, am Gesichtsausdruck arbeiten wir noch.... ;o))

Als positiven Nebeneffekt nahm ich auch die Gewissheit mit, dass meine Rolle wieder was taugt, denn das testet man ausführlichst bei allen Move-Versuchen..

yeeeaaaah!!!

wash-out...
Sehr gut fand ich auch, dass man unterschiedliche Boote testen konnte und dass auch die Leute, die kein Rodeo-Boot privat ihr eigen nannten, solche von Christian und Nadja ausleihen konnten.
Insgesamt war es ein hervorragend organisierter Freestyle-Kurs, der allen Teilnehmern sehr viel Spaß gemacht hat und den man nur weiterempfehlen kann! Infos zu Kursen gibt es unter www.outdoordirekt.de und ich freue mich jetzt schon auf einen möglichen Aufbaukurs in Plattling!
Martina |