| Das Kalisalz muss raus - Protestfahrt auf der Werra am 1. Mai 2008
- Am diesjährigen Vatertag haben sich 6 besorgte Männer mit ihren Kindern aufgemacht um für eine saubere Werra zu protestieren.

Eingeladen hatte der Kanu Club Hörschel. Der Tag begann mit einer Kundgebung in Gerstungen.

Die Berechtigung für die Salzeinleitungen beziehen sich auf Genehmigungen aus dem Jahr 1948. Mittlerweile werden die Abwässer auch aus Abbaugebieten an der Fulda per LKW hierher gebracht. Um das zu vereinfachen und auf Jahre festzulegen soll jetzt eine 60 km lange Pipeline gebaut werden. Dagegen hatte der DKV im letzten Jahr eine Unterschriftenliste ausgegeben und den Verantwortlichen wurden 11.000 Protestunterschriften überreicht.

Anschließend starteten wir zusammen mit 1000 Luftballons Werraabwärts. Vom Falt- übers Schlauchboot bis zum schnellen Eskimokajak waren alle Bootsvarianten vertreten.

Die Spielboote waren nicht so ganz in ihrem Element, weil jeder versehentlich genommene Schluck Wasser doch spürbar salzig schmeckt.
Der Fluss dagegen bietet schöne Landschaft mit neu ausgebauten und gut ausgeschilderten Ein- und Ausstiegsplätzen. Der Kampf lohnt sich also, da die Region vor allem mit sanftem Tourismus punkten kann. Das wird aber nur von Erfolg sein, wenn man sich nach dem Paddeln auch mal in das kühle Nass trauen mag.

In Hörschel angekommen erwartet uns ein netter Campingplatz und für das leibliche Wohl ist gesorgt. Fisch steht allerdings nicht auf dem Speiseplan.
Ein Angler erzählt uns, dass in den Jahren nach der Wende der Fischbestand leicht zugenommen habe. Aber in letzter Zeit sei nichts mehr zu fangen im Fluss.

Nahezu zynisch mutet es an, dass Teile der nachfolgenden Strecke Richtung Treffurt Landschaftsschutzgebiet sind und teilweise Schilder aufgestellt wurden, die z.B. den Lebensraum für Frösche und Kröten beschreiben. Die scheint das Salz nicht zu stören und auch ein Storchenpaar kreist über dem Fluss und macht Hoffnung, dass hier vielleicht in ein paar Jahren wieder ein Fluss und keine Abwasserleitung fließt.
Text und Fotos
Markus
|