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Der Wildwasserführer Nordalpen - ein neuer Klassiker?
geschrieben von Jan-Peter, erstellt am 24.05.2008

Der neue Wildwasserführer Nordalpen von Matthias Breuel

 - 1988 hatte der Kanuautor Peter Dinter zusammen mit dem Pollner Verlag eine ganz neue Idee: Er schrieb einen Wildwasserführer über die Flüsse zwischen Inn und Salzach, der sich deutlich von den bisher vom DKV herausgebrachten Flussführern unterschied.

Das Hauptaugenmerk lag nicht mehr auf  eher sachlichen Beschreibungen der Wildflüsse mit Kilometer- und Schwierigkeitsangaben und  durchgehend verwendeten Sonderzeichen für besondere Gefahren, um schnell und neutral einen Überblick über das gewählte Paddelprogramm zu bekommen.
Im Gegenteil, das neue Buch sollte durch subjektiv beschriebene Geschichten über Befahrungen der Bäche von verschiedenen Erzählern und viele Bilder schon Vorfreude aber auch Nachdenken über die alpinen Wildwasser dieser Region erzeugen.


Letztlich entwickelte sich dieses neue Konzept zu einem Klassiker der Kanuliteratur, es wurde nicht nur als Flussführer für die Fahrtenplanung benutzt sondern auch als Bettlektüre mit Gutenachtgeschichten für den ambitionierten Wildwasserfahrer. Eine grössere Bestätigung für den Erfolg eines Autoren konnte es wohl nicht geben...

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20 Jahre später bringt Matthias Breuel mit seinem „Wildwasserführer Nordalpen“ wieder zusammen mit dem Pollner Verlag einen Flussführer heraus, der sich wohltuend von den Paddelplanern anderer Autoren auch aus heutiger Zeit abhebt:

Das Gebiet der Beschreibungen ist im Vergleich zu denen seines Kollegen eine Paddelgeneration zuvor deutlich umfangreicher geworden, es reicht von der Schweiz im Westen der Alpen bis in die Steiermark viele hundert Kilometer weiter östlich.

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Das Buch ist dabei in Regionen unterteilt, die mehrere Flüsse oder Flusssysteme zusammenfassen, die sich für einen Paddelurlaub oder auch ein verlängertes Paddelwochenende eignen, ohne dass die Quote zwischen gepaddelten Flusskilometern und den damit verbundenen gefahrenen Autokilometern allzu ungünstig wird. In Zeiten von extrem steigenden Treibstoffpreisen und allgemein gestiegenem Umweltbewusstsein ist dies ein wichtiger Part bei der Auswahl von Paddelzielen.

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Die Fahrtengebiete werden dabei zunächst allgemein beschrieben, Matthias Breuel gibt praxisnahe Tipps zu Übernachtungsmöglichkeiten, der besten Paddelzeit und auch weiteren möglichen Aktivitäten, sei es für die nichtpaddelnde Begleitung oder auch als Alternativprogramm zum Erholen von anstrengenden Wildwassertouren. Weiter werden die Sehenswürdigkeiten der Gegend kurz skizziert und der Autor gibt Tipps zum Apres-Kajak in örtlichen Restaurants und Kneipen.

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Die Flüsse sind detailliert und aktuell beschrieben, man merkt, dass der Autor und seine Freunde sie alle selbst befahren haben und dadurch auch Vergleiche verschiedener Wildbäche in Bezug auf die zu erwartenden Schwierigkeiten in den Beschreibungen direkt möglich sind. Der Nachteil unterschiedlicher Bewertungen von ein und demselben Fluss durch verschiedene Autoren, die ihre subjektiven Erlebnisse in die jeweilige Flussbeschreibung einfliessen lassen, fällt natürlich weg, wenn alle Beschreibungen von der selben Befahrergruppe gemacht werden.

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So wird die Ardezer Schlucht des Inn im Engadin nicht wie früher in einem DKV-Führer „wie die Loisach, nur mehr Gefälle, mehr Wasserwucht, mehr Verblockung, also insgesamt deutlich schwerer“ beschrieben, sondern mit detaillierten Vorschlägen zur Befahrung (oder auch Umtragung) der Schlüsselstellen dieser Innschlucht in der Schweiz.

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Das Gros der Beschreibungen liegt aber nicht im Extrembereich sondern in Flüssen mit mittleren Schwierigkeitsgraden von WW II – IV, wobei bewusst zurückhaltend bei ökologisch sensiblen Gewässern agiert und im Zweifel auch auf eine Beschreibung verzichtet wird.

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Garniert ist der Wildwasserführer Nordalpen mit vielen Bildern, die zum Teil von Matthias Breuel und Freunden extra für die Beschreibungen gemacht wurden. Nicht wenige Bilder stammen aber auch aus dem Archiv des Pollner Verlags und wurden schon in dem anfangs genannten Buch von Peter Dinter vor 20 Jahren zur Illustration seiner Beschreibungen verwendet.

Jede Beschreibung eines Wildbachs endet mit einem tabellarischen Überblick, in dem die wesentlichen Details über den Fluss kurz und prägnant aufgeführt werden und auch eine farbige Kartenskizze mit Übersichten über Ein- und Ausstiege sowie die einzelnen Strecken mit Schwierigkeitsgraden nicht fehlt.

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Matthias Breuel setzt mit seinem Flussführer einen neuen Standard, wie ein moderner Wildwasserführer aussehen sollte. Rechtzeitig zur Saison 2008 ist das Buch auf den Markt gekommen und könnte für die Fahrten- und Urlaubsplanung neben bekannten Internetflussbeschreibungen z.B. auf www.soulboater.com eine gut verwendbare Hilfe werden.

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Aber auch als abendliche Lektüre vor dem Schlafengehen zur Einstimmung auf kommende Wildwasserabenteuer eignet es sich aufgrund der ansprechenden Bilder und gut geschriebenen Texte prima :-)

Wer in diesen Tagen gerade anfängt, seinen sommerlichen Wildwasserurlaub in der Schweiz oder Österreich im Bereich der Nordalpen zu planen, sollte sich das Buch unbedingt zulegen.  

Zu erwerben ist der Wildwasserführer Nordalpen in vielen Kanushops oder auch beim Autor Matthias Breuel selbst.

Jan-Peter

 

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