| Erste Erfahrungen mit dem neuen Ty-Warp 1 Ergonom
- Im Frühjahr 2008 kamen die ersten „neuen“ Ty-Warp Paddel in den Handel.
Neu bedeutet, dass sie im Gegensatz zur alten Warp Serie ein neues„Innenleben“ bekommen haben, das die schon bisher sehr robusten Paddel noch eine Stufe stabiler gemacht hat.

„Geheimwaffe“ sind dabei zwei in den Blattrücken integrierte Metallverstärkungen und eine doppelte Verklebung der beiden wie bisher auch in einem Stück gefertigten Paddelhälften durch eine Innen- und eine Aussenhülse.

Die Metallstreben reichen dabei tief in das Blatt hinein und sorgen so für absolute Bruchfestigkeit bei Belastungsspitzen. Die sogenannte SteeltecTW-Technologie ist bei allen Wildwasserpaddeln serienmäßig.
Ty-Warp Paddel gibt es mit geradem und ergonomischem Schaft und wie bisher auch in drei unterschiedlichen Materialaufbauten.

Da ich kein Freund von grossen Paddelblättern bin, habe ich mich für die Warp-Serie entschieden. Wer ein grösseres Paddelblatt bevorzugt, sollte entsprechend zum grösseren Beam greifen.
Beim Kauf eines Ergonompaddels ist es sehr wichtig, vorher den Griffbereich festzulegen, in dem man das Paddel halten wird. Während man bei einem herkömmlichen Paddel mit geradem Schaft viele Zentimeter Spielraum bei der Länge des Paddels hat, ist man bei einem Ergonompaddel in dieser Hinsicht schon sehr eingeschränkt, weil eine Abweichung des Griffbereichs von nur wenigen Zentimeter von der idealen Griffposition dazu führen kann, dass das Paddel für einen persönlich unbrauchbar wird.
Vor Bestellung sollte man daher unbedingt messen, welchen Abstand man bei seinem gewohnten Paddel zwischen den Händen hat und diesen Wert dem Händler unbedingt mitteilen.

Ein Ergonompaddel wird dadurch zu einem massgeschneiderten Gebrauchsartikel, der natürlich für einen später möglichen Weiterverkauf als Gebrauchtpaddel möglicherweise den Nachteil hat, dass es nur eine eingeschränkte Zahl an Paddlern gibt, für die der Griffbereich genauso optimal passt.
Dafür hat ein Ergonompaddel aber auch gravierende Vorteile, denn der Griffwinkel der Hand ist anatomisch gesehen einfach natürlicher, die bei Paddlern mit Normalschaftpaddeln weit verbreiteten Sehnenscheidenentzündungen treten dadurch deutlich seltener auf.
Trotzdem ist die Entscheidung, ob ein Ergonom- oder gerader Schaft die richtige Wahl ist, für viele Paddler eher eine ideologische Glaubensfrage als eine rationale Entscheidung.
Nun aber zu meinen Erfahrungen mit dem Warp 1:
Gegenüber dem Vorgängermodell Warp 8 in der Soulboater-Edition ist das Paddel etwas schwerer und steifer geworden, was in erster Linie an den oben erwähnten Materialverstärkungen liegt. Es lässt sich gut führen und neigt nicht zum Flattern im Wasser.

Der Schaft greift sich angenehm, er ist gut ovalisiert und man hat nach beiden Seiten noch einige Zentimeter Platz, um z.B. bei Rodeomoves in der Walze das Paddel mal etwas weiter oder enger zu greifen.

Das Handling in der Praxis im Wildwasser und Playspot ist sehr gut: Aufgrund seiner Steifigkeit reagiert das Warp 1 sehr direkt auf schnelle Vorwärts-, Zieh- und Konterschläge. Die harte Bauweise ist gleichzeitig aber auch ein Nachteil, denn durch die fehlende Flexibilität des Schafts schlagen unfreiwillige Steinberührungen direkt ungefedert auf die Handgelenke durch.
Der neutrale Ergoschaft führt zu einem ähnlichen Fahrverhalten wie bei einem geraden Paddel, was sich positiv auch beim Rollen und Stützen z.B. in der Walze widerspiegelt.

Um das Paddel immer optimal „im Griff“ zu haben, sollte der Griffbereich anfangs leicht mit einem sehr feinem Schleifpapier angerauht oder mit Wachs behandelt werden.
Der Materialaufbau ist gewohnt gut, das Paddel ist sauber verarbeitet, der Abrieb hält sich in deutlichen Grenzen und es ist nach harten Steinkontakten ausser ein paar Kratzern im Lack bisher ohne bleibende Blessuren geblieben.

Aber das bin ich aus meiner mehrjährigen Erfahrung mit hochwertigen Ty-Warp Paddeln auch nicht anders gewohnt, noch nie hatte ich ein ernsthaftes Problem mit dem Material, ausser dass sich im Laufe der Zeit die Design-Kante am oberen Blattende rundgeschliffen hat.
Das Farbdesign der Ty-Warp Paddel polarisiert schon immer, seit die Paddel vor einigen Jahren in der Kanuszene eingeführt wurden: Für die einen ist es viel zu bunt, für die anderen der Eyecatcher schlechthin. Ich persönlich finde es gut, dass die Paddel nicht langweilig aussehen und sie haben auf alle Fälle einen hohen Wiedererkennungsfaktor, wenn sie in Filmen von Kajakexpeditionen und Extrembefahrungen zu sehen sind.
Fazit: Mit dem neuen Warp 1 ist die Weiterentwicklung der Ty-Warp Paddel wieder ein gutes Stück vorangekommen, es macht in der Ergonomversion bei meinen bisherigen Touren einen sehr guten und vor allem auch materialmässig zuverlässigen Eindruck bei einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis.
Weitere Informationen zu den Paddeln gibt es bei Ty-Warp
Jan-Peter |