| „ …ich ziehe mit einem Duffekschlag aus dem Kehrwasser, der Kopf ist vorgedreht, die Augen fixieren die schmale Linie am Horizont, an der das Wasser in die Tiefe verschwindet, die Körperspannung nimmt zu.
Ein, zwei Grundschläge bis zur Kante, in diesem Moment werde ich in einem perfekten Kraftschluss eins mit dem Salto Evolution. Das Boot leicht vorgedreht erreiche ich die Abbruchkante, im perfekten Timing setze ich meinen Powerstroke, schiebe über die Hüfte das Boot nach vorne und leite die erste Flugphase ein.
Jetzt geht alles ganz schnell. Nach 2 Metern erreiche ich den Felsriegel. Auf eine harte Zwischenlandung gefasst, bleibt nur wenig Zeit zur Verwunderung, butterweich wird meine Flugbahn leicht nach rechts abgelenkt und noch einmal beschleunigt.
Bruchteile einer Sekunde später boofe ich in einem 45° Winkel ins Unterwasser. Sauber wie auf Schienen gleite ich weiter und tauche aus der Gischt auf…“
ESKIMO-spirit of kayaking- Elzbachfall, März 2009

Der Eskimo Salto ist tot - Es lebe der Salto Evolution!
Da liegt er endlich vor mir, der neue Salto Evolution. Die wesentlichen Veränderungen sind schon auf den ersten Blick erkennbar. Auffallend ist die deutliche Volumenzunahme, besonders im Bugbereich. Durch mehr Platz im Fußraum sind zusätzliche Fußbeulen somit nicht mehr nötig.
Gleichzeitig ist das vordere Oberdeck leicht gefirstet. Dadurch verbessert sich das Auftauchverhalten und das Boot wird während der Tauchphase weniger entschleunigt.
Die X- Verrippung im Oberschiff sorgt für zusätzliche Steifigkeit. Der hintere Süllrand ist für eine perfekte Rückenfreiheit tief nach unten gezogen und verhindert somit unliebsame Kollisionen mit der Wirbelsäule. Die seitlichen Flanken sind harmonisch abgerundet und somit ein Garant für eine hohe Seitenwasserunempfindlichkeit.
Die Form des Unterschiffs verrät, dass auch Eskimo den Vorteil eines flachen Rundspants zu schätzen weiß. War der alte Salto besonders im Bugbereich verbunden durch seine schmale Bauweise ein echter Rundspanter und somit zwar schnell, aber in Verschneidungen und Pilzen etwas unwillig, ist der flache Rundspant des neuen Saltos bis in den Bugbereich durchgeführt und verspricht somit ein gutes Aufgleiten ohne an Geschwindigkeit zu verlieren.
Die harmonisch abgerundeten seitlichen Führungskanten des Unterschiffs ziehen sich weit bis in den Heck- und Bugbereich fort. Durch eine leicht konvexe Mulde zum angedeuteten Flachboden wird eine perfekte Führung in Längsrichtung erzeugt und diese dient gleichzeitig beim Seitsurf als Abrisskante.

Soviel zur Theorie. Die Praxis soll es beweisen.
Als Testparcours ging es in heimischen Gefilden als erstes zum Elzbachfall, danach zu den Irreler Wasserfällen auf der Prüm.
In der Praxis vermittelt der erste Eindruck ein leichtes Handling und eine bombige Wasserlage. Trotzdem lässt sich das Boot einfach auf die Kante stellen. Es beschleunigt gut und wirkt für seine Länge sehr schnell.
Die seitlichen Kanten geben ihm eine gute Führung. Kehrwasserfahren wird zur echten Freude. Zielgenau zieht er über die Kehrwasserlinie ins Kehrwasser, wird durch dieses noch einmal beschleunigt ohne an der Verschneidungszone hängen zu bleiben.
Er ist unempfindlich gegenüber Verschneidungszonen, Pilzen und Wirbeln. Stoisch zieht er seine Bahn, ohne aber an Drehfreudigkeit verloren zu haben. Das Boot lässt sich nach wie vor gut über das Heck drehen und kann somit jederzeit in seiner Fahrroute korrigiert werden.
Auch das Boof- sowie das Auftauchverhalten konnten noch einmal deutlich verbessert werden. Trotz seiner Sicherheitsreserven als Creeker hat der Salto Evolution einiges an Spielpotential zu bieten.
Durch sein schnelles Unterschiff und seine seitlichen Führungskanten lädt jede große Welle zum Meilensurf ein, schnelle Richtungswechsel durch Cutbacks sind ein Kinderspiel, auch Spins gehen leicht von der Hand. Seine Walzenlage ist vorbildlich, er liegt satt in der Walze, das aktive Paddelblatt kann zu hundert Prozent zum Vortrieb genutzt werden.

Die Sicherheitsstandards sind nach wie vor vorbildlich. Sicherheitsluke, eine formstabile Fahrgastzelle ohne Mittelkeil, integrierte Griffe, eingesetzt im Extrusion-Press-Moulding Ver-fahren in Signalfarbe, Prallplatte aus einem Stück mit Schaumstoffabsorber und ein stabiler doppelschaliger Sitz.
Dadurch kommt Eskimo mit nur 6 Schrauben in der Bootshülle aus.
Durch das KISS Fitting System lässt sich der ergonomische Sitz nahezu an jede Fahrerergonomie anpassen. Kein unnötiger Schnickschnack, sondern nur das, was funktional wichtig ist und eine gewisse Standfestigkeit besitzt. Einziger Kritikpunkt sind die nicht zur Standardausstattung gehörenden Schenkelstützen.
Bootsfirmen wie Eskimo und Prijon, die Kajaks im Blasverfahren produzieren, haben aufgrund höherer Produktionskosten einen längeren Produktzyklus als Firmen, die Boote im Rotationsverfahren herstellen.
Dieses hat für den Besitzer zwei wesentliche Vorteile:
Erstens ist das im Blasverfahren hergestellte Kajak durch den Einsatz hochmolekularen Polyethylens, enorm robust, schlagzäh und steif und es bedarf keiner zusätzlichen Aus-steifungskeile. Geblasene Kajaks sind in der Regel deutlich leichter und damit nicht nur angenehmer zu tragen. Sie reagieren direkter, beschleunigen besser und drehen leichter.
Zum Zweiten sind die Produkte bei Ihrer Markteinführung ausgereifter, die längeren Produktzyklen schaffen Vertrauen und erhöhen somit den Werterhalt.
Fazit
Der neue SALTO Evolution von Eskimo ist ein Top-Creeker in einem Top-Material, gefertigt „Made in Germany“ nach deutschen Qualitätsstandards.
Maße nach Herstellerangaben:
Länge: 249 cm Breite: 64 cm Cockpit: 47X89 cm Gewicht:18 KG Volumen: 280 L
Text und Fotos: Lars Everding
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