| - nach einigen Anlaufschwierigkeiten war es am 30.09.09 endlich soweit: soulboater-Reporterin Martina bekam endlich den neuen kleinen River Runner von Eskimo, den Lupo, zum Probefahren.
Vorneweg: Die von mir gefahrene Version ist mit selbst gewogenen 17,7 kg viel schwerer als die Version, die endgültig verkauft werden soll (gewogen auf einer Hauswaage).
Allerdings ist auch mit diesem Gewicht ein Auf- und Abladen und Tragen auch für xs-Mädels kein Problem:



geht sogar mit einer Hand... ;o))


Doch danach kommt ein bißchen Ernüchterung ins Spiel: Der Sitz ist auf die gedachte Zielgruppe - Kids und kleine, leichte, ggfs. halt auch dünne Paddler - nicht wirklich zugeschnitten, eher Format large. Von daher war erst mal der Kauf von Fittingmaterial und einige Klebearbeit nötig, um wenigstens etwas Kontakt zum Lupo zu bekommen.
Beim ersten Anlauf hatte ich nur eine Lage Isomatte rechts und links an den Hüften verklebt, zuzüglich einer Lage an den Schenkelstützen. Das erwies sich dann als viel zuwenig und wurde nach dem ersten Test auf dem See an der Slalomstrecke bei l'Argentière an der Durance und auf der direkt daneben liegenden Slalomstrecke direkt korrigiert um weitere 4 Lagen Isomatte an den Hüften - beim Dauereinsatz aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange, bei mir müßte noch viel mehr Material ins Boot...

Kleines Detail: Die Befestigung der Ablaßschraube. Bei meinem alten Nano habe ich in diesem Frühjahr nach 6 Jahren die Ablaßschraube verloren. Mir scheint, daß das bei der Lupo-Schraube noch weniger leicht passieren kann:

Das Teil saß so bombenfest, daß ich es kaum aufbekommen habe und die Art der Befestigung wirkt auf mich sehr sicher.
Doch nach der ersten Inspektion und Klebeaktion ging es dann mit dem neuen Kajak endlich erst mal auf den See, um einen kleinen Vorgeschmack auf das Fahrverhalten zu bekommen und die Rolle zu testen:

Was mir sofort bei den ersten Paddelschlägen auffiel: Das Boot ist richtig schnell. Der Unterschied zum Nano unglaublich. Im direkten Vergleich eine richtige "Rennmaschine":

Schon das pure Gasgeben machte richtig Spaß. Auf dem See hatte ich außerdem auch schon das Gefühl, daß das Boot schön wendig ist - was sich nachher auf den anderen Strecken bewahrheitete.
Nach ein bißchen Einfühlen ging's dann ans Rollen. Dabei hatte ich Probleme - vermutlich, weil ich nicht optimal im Boot saß aufgrund mangelnder Fittings vor allem an den Hüften. Geklappt hat es zwar, aber so richtig locker war's nicht...


Dann ging's auf die Slalomstrecke der Durance. Unter den Augen der Essener Kanuschule scheuchte ich den Lupo - oder er mich? - über die Strecke. Ich war sofort total angenehm überrascht, wieviel "passive" Sicherheit das Boot vermittelt. Total gutmütig sprang der Kleine über die Wellen und gehorchte auf's Wort - ein zahmer Wolf..




Was beim Lupo wirklich super Spaß macht ist Kehrwasserfahren. Das Boot reagiert sofort und gleitet elegant in jedes anvisierte Kehrwasser - da staunen sogar die Slalomfahrer..




Schon an diesem ersten Tag brachte mich der Kleine zum Dauergrinsen...

Am nächsten Tag folgte der "Langstreckentest" bei einer Solotour von der Slalomstrecke auf der Durance bei l'Argentière bis zum Sportflugplatz bei St. Crépin.
Wieder fiel mir dabei die große Gutmütigkeit des Lupo auf: Völlig ohne die Marotten eines Nano konnte ich entspannt die Durance hinunterpaddeln und die Gegend genießen:






Nach der dann folgenden Fitting-Aktion ging es letzten Donnerstag auf die untere Ubaye. Wie im Herbst üblich war der Wasserstand relativ niedrig, aber immer noch gut ausreichend zum Paddeln. Freundlicherweise durfte ich mich bei der Tour ab der Raft-Station bis vor den Eingang zur Royal-Schlucht der Essener Kanuschule bzw. zwei Kanulehrern auf Urlaub anschließen, denn diese Tour wollte ich ungern solo durchführen. Leider war ich die Einzige, die fotografierte, von daher gibt es keine Bilder vom Lupo in action, sondern nur von der Strecke.
Die präsentierte sich sehr technisch, mit einigen Passagen, in denen man erst im letzten Moment die Routenauswahl treffen muß. Durch die schöne Schnelligkeit, die man mit dem Kleinen entwickeln kann, konnte man sich die Stellen gemütlich aus dem Boot ansehen und dann im letzten Moment mit ein bißchen Beschleunigung die gewünschte Route ansteuern.

Der Lupo hat noch ausreichend Kante, ist relativ kurz mit seinen 2,34 Metern, 62 cm breit und präsentierte sich extrem agil auf der Ubaye. Besonders großen Spaß machte es mir, analog zum Bild unten über die Steine zu schanzen. Extrem viel Spaß!!

Auch die letzte schwierigere Stelle auf der Ubaye kurz vor der Klamm ging mit dem Lupo so einfach, daß es eine wahre Pracht war:

Durch das im Vergleich zum meinem Nano deutlich größere Volumen (ca. 195 Liter) ist der Lupo kaum empfindlich für solche Querwalzen oder Schubser von der Seite. Einziger Punkt: Man muß schon auf das Heck etwas achten, da er hier manchmal etwas emfindsam reagiert - also schön lehrbuchmäßig aktiv nach vorne paddeln und nicht nach hinten abhängen.
Während der gesamten Tour bekam ich das Grinsen nicht aus dem Gesicht - abgesehen davon, daß die Ubaye mein erklärter Lieblingsbach ist und die Gruppe so nett war - alte Bekannte habe ich dabei auch wieder getroffen - habe ich mich so über den lieben kleinen Lupo gefreut, daß ich als Resumée nur sagen kann:
Endlich mal ein River Runner für kleine und leichte Paddler! Wenn Eskimo uns nun noch den Gefallen täte, ein vorgefertigtes Fittingset oder eine einfach einsetzbare Sitzschale zu liefern und den Lupo noch wie versprochen gewichtsmäßig zu erleichtern, dann ist das ein perfektes Boot für die Zielgruppe.
Anmerkung der Redaktion: Laut einer aktuellen Information von Eskimo wird hier Abhilfe geschaffen: Es wird an einem Einsatz für den Sitz gearbeitet, der eine ordentliche Sitzposition für kleinere Leute schaffen soll.
Zum Thema Gewicht : Das endgültige Gewicht des Bootes wird bei 15-16 kg liegen.
By the way: Ich bin 1,61 klein, habe kurze Beine, kleine Füße und wiege 50 kg. Damit paßte der Lupo von den Maßen her topp.
Als nächste Probestrecken sind in Planung: Wiesenwehr, ggfs. Holibu für den noch fehlenden Surftest, und - falls sie endlich mal wieder Wasser hat - die hohe Rur bei Monschau. Dann geht der Kleine leider schon wieder zurück an Jan Kellner. Dem sei hier an dieser Stelle gedankt für den Probe-Lupo und gratuliert für die gelungene Bootskonzeption!

Bericht: Martina
Fotos: Hannes & Martina
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