| Sicherheitswesten: Die neue Serpent von °hf
So langsam könnte man anfangen, über den Design und Herstellungsprozess der
neuen Serpent einen Roman zu schreiben. Allan Ellard und Team entwickelten die
Weste in Eigenregie - Horst "°hf" Fürsattel produziert und vertreibt das Teil.
Sollte sie schon im Januar 2001 auf den Markt kommen wurde der Termin immer
wieder hinausgeschoben: Anstatt paddeln zu gehen und bei den Rodeos den Beschallungs
DJ zu spielen, hätte sich Horst besser an die Nähmaschine setzen sollen um die
Weste rechtzeitig auf den Markt zu bringen. Aber sei's drum, das Warten hat
sich gelohnt...
Vor ein paar Tagen erhielten wir einen Prototyp der Serpent zum Testen, der
nur noch geringfügige Unterschiede zur in Kürze erhältlichen Endversion enthält.
°hf Serpent - stechende Optik
Herrausragend bei der neuen Weste ist das durchdachte Sicherheitskonzept. Gurte,
die über 500N Zuglast aushalten gehen von der Schulter aus über den Brustkorb
und finden ihren Endfixierpunkt an der Bauchlinie. Man kann sagen, dass man
in der Weste wie in einem Klettergeschirr sitzt. Ein Bergegurt mit stabilem
Verschluß führt um den Bauch - hier kann im Notfall ein Karabiner mit Seil,
oder am Rücken ein optional erhältlicher Cowtail eingehängt werden. Die Schulterträger
lassen sich in ihrer Länge verstellen, somit kann jeder den Sitz der Weste optimal
seinem Körper anpassen. Auftriebsschaum kann im Gegensatz zu vielen anderen
Westen jederzeit ausgetauscht werden - der Schaum sitzt innen in Klettverschlußtaschen.
Das Aussenmaterial besteht aus Ripstop, an den Seiten kommt Neopren zum Einsatz
was im Winter sicherlich einen angenehmen Wärmeffekt zur Folge und den Vorteil
hat, dass kaum Wasser unter die Weste gelangt. Vor allem beim Spielen in Wellen
und Walzen bringt dies große Vorteile mit sich, da der Körper weniger auskühlt.
Vorne am Brustkorb ist eine große Tasche mit Reißverschluß integriert, in der
man verschiedene Dingen unterbringen kann. Zusätzlich sind noch zwei kleine
Klettverschlußtaschen für ein Messer und eine Nasenklammer / Trillerpfeiffe
oder Ohrenstöpsel vorhanden.
Reißverschlußweste (kann auch als Schlupfweste verwendet werden). Vorne zu
sehen die Taschen mit Karabiner und Öse, das durchlaufende Gurtsystem - hinten
die Dokutasche und der weiße, austauschbare Auftriebskörper.
Im Praxistest verdient die Serpent Bestnoten - Sicherer Sitz, ordentlich Auftrieb
(über 10liter), man spürt kaum dass man eine Weste anhat. Rutschte meine alte
Weste immer wieder hoch, tritt dieser Effekt bei der Serpent kaum auf - vorrausgesetzt
man hat die Schulterträger und den Bauchgurt richtig eingestellt. Das Neopren
an den Seiten wirkt im kalten Wildwasser wärmespeichernd da kaum Wasser unter
die Weste gelangt. Ich hatte keinerlei Einschränkungen mit der Bewegungsfreiheit,
der Schaum vorne ist so gut zurechtgeschnitten, dass man seine Arme sehr gut
bewegen kann. Rollen ist mit dem Teil ebenfalls kein Akt, lediglich auf den
Austauchtest aus dem Rücklauf haben wir verzichtet...
Einziges Manko bei diesem Prototypen war, dass die Seiten noch sehr hoch ausgeschnitten
waren und die Weste beim Paddeln unter den Achseln gescheuert hat. Mit Fleece
und Jacke drunter spürt man es kaum, ohne Paddeljacke wird es recht lästig.
In der Endversion der Serpent wurde dies aber schon berücksichtigt - sie ist
einige Zentimeter tiefer ausgeschnitten und die Schultergute wurden optimiert.
Fazit: Sehr empfehlenswerte Weste die in ihrem Preis-Leistungsverhältnis schwer
zu toppen sein wird. Die Serpent schraubt mit ihrem ausgeklügelten Sicherheitskonzept
den Standard weit nach oben und für 299.-DM erhält man sehr viel fürs Geld.
In den Läden soll die Weste noch vor der Outdoor-Messe im August stehen...
Last but not least: Das Teil sieht auch noch verdammt cool aus... jetzt könnt
ihr getrost auf die verspiegelte Sonnenbrille und Kugeleisschlecken verzichten....
:-)
weitere Infos zur Weste gibt es hier
darko
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