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07.09.2008 13:48Uhr 
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Paddelreviere -> Socatal
 

 

Soca Revierbericht

Lage & Geschichte: Die Soca befindet sich im äußersten Nordwesten Sloweniens, nur durch einen Gebirgszug von Italien und Österreich getrennt, in wunderschöner Umgebung. Traurige Geschichte machte dieses Tal im Ersten Weltkrieg, als sich Italiener und Österreich-Ungarn einen erbitterten und im Endefekt sinnlosen Stellungskrieg über Jahre hinweg lieferten. Die Frontlinie und damit Stellungslinie führte vom Rombon über den Ravelnik, querte die Soca nördlich von Cezsoca und führte dann über Javorcek und Vrsic (der Berg) weiter nach Süden zum Krn und von dort nach Tolmin und weiter die Soca abwärts. Im Zuge einer Schlacht wurde ein Teil des Tals von Österreich-Ungarn unter Giftgas gesetzt, insgesamt forderte dieser Krieg weit über 1 Million Menschenleben.


Am Eingang zur Großen Schlucht bei zu wenig Wasser

Flußtechnisches: Die Julischen Alpen durch die die Soca fließt ist Karstgebiet, was zum einen landschaftlich sehr schön ist, aber auch den Nachteil hat, daß das Kalkgestein sehr weich ist und deshalb leichter ausgespült wird als z.B. Granit und den Bach dadurch auch gefährlich macht. Dies sieht man sehr gut, wenn der Fluß gewachsenes Gestein, wie z.B. im Bereich der Klammen, durchbricht. Die vielen Siphone sind aber vor allen Dingen durch den natürlichen Blockfall, sprich Bergstürze o.ä., entstanden, indem grobes Geröll über- und nebeneinander abgelagert wurde.
Eine weitere Besonderheit des Karstes ist, daß Regenwasser wie durch ein Sieb in ihm versickert, sich in großen Höhlensystemen sammelt und dann meist in Quelltöpfen austritt. Hierdurch kann es nach starken Regenfällen innerhalb kürzester Zeit zu einem schlagartigen Ansteigen des Wasserstandes auf der Soca kommen. Es schon vorgekommen, daß auf der Friedhofsstrecke der Wasserspiegel um über einen halben Meter in fünf Minuten gestiegen ist.

Anfahrt: Vom Norden (Tauernautobahn) her kommend am besten über den Predilpaß. Am Kreuz Villach Richtung Udine, in Tarvisio unmittelbar nach den Tunnels abfahren und immer Richtung Predel/Slowenien/Bovec. Der Predilpaß hat nur wenige Spitzkehren und ist daher noch relativ einfach zu fahren. Anders sieht es am sehr steilen Wurzen- und Vrsicpaß aus. Hier fordern insgesamt über 50 Spitzkehren des Fahrers Können und Nerven. Die Ausfahrt zum Wurzenpaß befindet sich einige Kilometer vor der italienischen Grenze, Arnoldstein bei Villach. Fährt man von Italien aus, geht das über Udine, Gorizia, Kobarid, Bovec und etliche andere kleinere Grenzübergänge und Schleichwege. (Ucja-Tal).

Wildwasser: Die Soca bietet Wildwasser aller Stufen. Von Zahmwasser bis WW 5-6 (X) und von der Gefährlichkeitsstufe vom Level A-C. Im Socatal befinden sich weitere Nebenbäche, mehr oder weniger auch Banditruns. Die Befahrung des oberen Soca ab Trenta ist nun wieder erlaubt. Oberhalb von Trenta gibt es ein Befahrungsverbot. Die obere Soca soll schönstes, teilweise stark verblocktes WW sein. Leider konnten wir da oben wegen Wassermangels noch nicht fahren und deshalb haben wir keine verläßliche Beschreibungen. Die erste Klamm ist übrigens so gut wie unfahrbar. Ein Spitzenpaddler berichtete uns, daß eine Befahrung vor einigen Jahren eine ziemlich haarige Angelegenheit war, und er es nicht mehr machen wird.
Die meisten Abschnitte (bis auf die Klammen, WM-Strecke, Große Schlucht und Abseilstrecke) bieten leichtes bis mittelschweres und faires Wildwasser. (siehe Streckenbeschreibungen)

Info zum Wasserstand: In den letzten Wochen wurden wir des öfteren gefragt, wieso man bei wenig Wasser nur noch die Friedhof-, WM-, und die Abseilstrecke fahren kann und weiter oben nicht mehr: dies lässt sich damit erklären, das erst nach und nach Nebenbäche die immer ein gewisses Mindestlevel an Wasser mit sich führen in die Soca münden. Zudem ist schon oberhalb von Czesoca das Bachbett geweitet, daß das wenige Wasser im Kies und Geröll versickert und somit der Eindruck entsteht, als ob der Bach "beinahe trocken" ist. Erst kurz vor Beginn der Friedhofstrecke rücken die Ufer näher zusammen, die Verblockung nimmt stark zu, nimmt dem Wasser den Platz in der Breite und somit "steigt" auch der Pegel wieder. Nicht zuletzt durch das Zuschußwasser von [Koritnica], Boka, Ucja und Co. Logisch...?


Lagebesprechung in einem Kehrwasser.

Gastronomie: Hauptsächlich einheimische- und italienische Küche in den vielen Restaurants ider umliegenden Ortschaften. In Bovec mehrere Pizzerien wie "Pri Kovacu" bei der Polizei, "Letni Vrt" an der Hauptstrasse, "Stari Kovac" and so on. Fischrestaurant in Czesoca, gehobeneres Restaurant "Kotlar" in Kobarid, ebenso wie einige weitere mit lokaler Küche. Grillen darf und kann man auf den Campingplätzen auch fast überall, Metzgereien gibt es in jeder größeren Ortschaft. Spezialitäten sind: Raznjici und Cevapcici, aber auch Forelle und Kotlet. Ebenso viele Eisdielen in Bovec (Slastice, Alp) und Kobarid. Bereits für 5.-DM gibts nen Riesenbecher


Zwei Old-School Paddler vor ihren neuerworbenen New-School Schüsseln

Supermärkte gibt es ebenso in jeder Ortschaft, allerdings möchten wir Euch hier ein paar Tips zum Geldsparen geben: Gerüchteweise hört man immer wieder, dass es in den Supermärkten in Bovec eine Art "Spezialrabattaste" für Einheimische gibt. Einfach auf die kleineren ausweichen, falls Euch das auffällt. Dies erklärt wohl auch den Grund wieso die Artikel in den Märkten so teuer sind (z.B. 1 Bier = 185Tol / 1,80DM), was sich wohl kaum ein Einheimischer bei deren Einkommen auf Dauer leisten könnte, 40DM für einen Kasten Bier sprechen einfach für sich.
Die Restaurants sind im Vergleich zu den letzten Jahren auch deutlich teurer geworden, grob geschätzt um die 20-30%, was wohl auf den vermehrten (Kajak) Tourismus zurückführt. Benzin ist im Vergleich zu Österreich und Deutschland immer noch sher günstig, bei Diesel gibt es kaum einen Unterschied.

Campingplätze: Drei Campingplätze in Bovec direkt an der Koritnicamündung in Vodenca, ein weiterer oben vor der Stadt. Die drei Hauptcampings sind "Liza", "Toni" und "Kovac", wobei Camp Liza aufgrund der hygienischen Bedingungen (Reinigung mehrmals täglich) und vielen Schattenplätzen klar ganz vorne liegt. Weitere Campingplätze in Trnovo ob Soci direkt an der WM-Strecke und Kobarid, Camp Koren (zwar mit Sauna, dafür aber die Toiletten in der Hauptsaison unter jeder Kritik) in Kobarid.


Hiasi verteidigt vor dem Basislager und Desert-Strike Fahrzeug den Bierkasten.

Sportliche Alternativen: Sollte es mal vom Wasserstand nicht ganz passen, das Wetter zu schlecht (?!?) sein, das Bier vom Vorabend zu viel oder sonstiges, bieten sich Alternativtätigkeiten an. Am Flugplatz in Bovec kann man für ca. 250DM im Tandemfallschirmsprung aus dem Flugzeug stürzen, auf den umliegenden Bergen Klettern oder Wandern gehn. Mountainbike fahren ist der absolute Hammer, da es jede Menge
"Kriegsstraßen" im Gelände gibt, aber Vorsicht vor Rasern auf den Hauptstraßen. Joggen, am
Ufer chillen oder Nacktbader beobachten ;-)))... *war 'n Scherz* ...wären weitere sinnvolle
Tätigkeiten...

Paddelläden: Die nächsten Paddelläden befinden sich in Czesoca (Prijon Sport Shop) und in Trnovo (Alpin-Action). Im Prijon gibts die gesamte Prijon WW-Flotte und die gesamte Prijon Ausrüstungspalette. Im Alpin-Action die gesamte Dagger WW-Flotte und Ausrüstung.


Der 106m hohe Bokafall - eine echte Sehenswürdigkeit

Sehenswürdigkeiten: Der 106m hohe Bokafall bietet sich als ein sehr schönes Wanderziel hervorragend an, von Bovec aus Richtung Kobarid sind es nur ein paar Kilometer und Minuten mit dem Auto.
Ein Ausflug über die Mautstraße auf die Mangrtalmen (Abzweigung kurz nach dem Predilpaß) bietet ein irres Panorama. Desweiteren eine Besichtigungstour zur wunderschönen 2. Klamm oder 1. Klamm, sowie ein kleiner Ausflug zur Koritnicafestung mit Blick in die unfahrbare, 62m tiefe Koritnicaklamm. Wenn man sich für Geschichte und Kriege interessiert, empfiehlt sich eine Wanderung zu den alten Stellungen in den Bergen (immer noch Granatwerfer und Geschütze vorhanden) und natürlich der Besuch im Kriegsmuseum in Kobarid, wo man mit der ganzen grausamen Geschichte der Isonzoschlachten konfrontiert wird (nix für schwache Nerven).

Sonstige Infos: Die Slowenische Währung heißt "Tolar", und 1DM ist momentan 110SIT wert. Passt vor allem auf die Slowenischen "Radar-Bulls" auf, sie achten besonders auf Raser und auf Fahrzeuge, die ohne Licht fahren. "In Slowenien ist Licht, auch am Tage Pflicht" ;-)
Der Predilpaß ist nach dem verheerenden Murenabgang im November 2000 dank zweier Behelfsbrücken wieder gut befahrbar, auch mit Wohnmobilen!

Viel Spaß in Slowenien wünscht Euch Team Soulboater: Toni, Jan-Peter, Nils & Darko!
Fotos © Hiasi & Darko



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