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Soca Revierbericht
Lage & Geschichte: Die Soca befindet sich im äußersten Nordwesten Sloweniens,
nur durch einen Gebirgszug von Italien und Österreich getrennt, in wunderschöner
Umgebung. Traurige Geschichte machte dieses Tal im Ersten Weltkrieg, als sich
Italiener und Österreich-Ungarn einen erbitterten und im Endefekt sinnlosen
Stellungskrieg über Jahre hinweg lieferten. Die Frontlinie und damit Stellungslinie
führte vom Rombon über den Ravelnik, querte die Soca nördlich von Cezsoca und
führte dann über Javorcek und Vrsic (der Berg) weiter nach Süden zum Krn und
von dort nach Tolmin und weiter die Soca abwärts. Im Zuge einer Schlacht wurde
ein Teil des Tals von Österreich-Ungarn unter Giftgas gesetzt, insgesamt forderte
dieser Krieg weit über 1 Million Menschenleben.

Am Eingang zur Großen Schlucht bei zu wenig Wasser
Flußtechnisches: Die Julischen Alpen durch die die Soca fließt ist Karstgebiet,
was zum einen landschaftlich sehr schön ist, aber auch den Nachteil hat, daß
das Kalkgestein sehr weich ist und deshalb leichter ausgespült wird als z.B.
Granit und den Bach dadurch auch gefährlich macht. Dies sieht man sehr gut,
wenn der Fluß gewachsenes Gestein, wie z.B. im Bereich der Klammen, durchbricht.
Die vielen Siphone sind aber vor allen Dingen durch den natürlichen Blockfall,
sprich Bergstürze o.ä., entstanden, indem grobes Geröll über- und nebeneinander
abgelagert wurde.
Eine weitere Besonderheit des Karstes ist, daß Regenwasser wie durch ein Sieb
in ihm versickert, sich in großen Höhlensystemen sammelt und dann meist in Quelltöpfen
austritt. Hierdurch kann es nach starken Regenfällen innerhalb kürzester Zeit
zu einem schlagartigen Ansteigen des Wasserstandes auf der Soca kommen. Es schon
vorgekommen, daß auf der Friedhofsstrecke der Wasserspiegel um über einen halben
Meter in fünf Minuten gestiegen ist.
Anfahrt: Vom Norden (Tauernautobahn) her kommend am besten über den
Predilpaß. Am Kreuz Villach Richtung Udine, in Tarvisio unmittelbar nach den
Tunnels abfahren und immer Richtung Predel/Slowenien/Bovec. Der Predilpaß hat
nur wenige Spitzkehren und ist daher noch relativ einfach zu fahren. Anders
sieht es am sehr steilen Wurzen- und Vrsicpaß aus. Hier fordern insgesamt über
50 Spitzkehren des Fahrers Können und Nerven. Die Ausfahrt zum Wurzenpaß befindet
sich einige Kilometer vor der italienischen Grenze, Arnoldstein bei Villach.
Fährt man von Italien aus, geht das über Udine, Gorizia, Kobarid, Bovec und
etliche andere kleinere Grenzübergänge und Schleichwege. (Ucja-Tal).
Wildwasser: Die Soca bietet Wildwasser aller Stufen. Von Zahmwasser
bis WW 5-6 (X) und von der Gefährlichkeitsstufe vom Level A-C. Im Socatal befinden
sich weitere Nebenbäche, mehr oder weniger auch Banditruns. Die Befahrung des
oberen Soca ab Trenta ist nun wieder erlaubt. Oberhalb von Trenta gibt es ein
Befahrungsverbot. Die obere Soca soll schönstes, teilweise stark verblocktes
WW sein. Leider konnten wir da oben wegen Wassermangels noch nicht fahren und
deshalb haben wir keine verläßliche Beschreibungen. Die erste Klamm ist übrigens
so gut wie unfahrbar. Ein Spitzenpaddler berichtete uns, daß eine Befahrung
vor einigen Jahren eine ziemlich haarige Angelegenheit war, und er es nicht
mehr machen wird.
Die meisten Abschnitte (bis auf die Klammen, WM-Strecke, Große Schlucht und
Abseilstrecke) bieten leichtes bis mittelschweres und faires Wildwasser. (siehe
Streckenbeschreibungen)
Info zum Wasserstand: In den letzten Wochen wurden wir des öfteren gefragt,
wieso man bei wenig Wasser nur noch die Friedhof-, WM-, und die Abseilstrecke
fahren kann und weiter oben nicht mehr: dies lässt sich damit erklären, das
erst nach und nach Nebenbäche die immer ein gewisses Mindestlevel an Wasser
mit sich führen in die Soca münden. Zudem ist schon oberhalb von Czesoca das
Bachbett geweitet, daß das wenige Wasser im Kies und Geröll versickert und somit
der Eindruck entsteht, als ob der Bach "beinahe trocken" ist. Erst kurz vor
Beginn der Friedhofstrecke rücken die Ufer näher zusammen, die Verblockung nimmt
stark zu, nimmt dem Wasser den Platz in der Breite und somit "steigt" auch der
Pegel wieder. Nicht zuletzt durch das Zuschußwasser von [Koritnica], Boka, Ucja
und Co. Logisch...?

Lagebesprechung in einem Kehrwasser.
Gastronomie: Hauptsächlich einheimische- und italienische Küche in den
vielen Restaurants ider umliegenden Ortschaften. In Bovec mehrere Pizzerien
wie "Pri Kovacu" bei der Polizei, "Letni Vrt" an der Hauptstrasse, "Stari Kovac"
and so on. Fischrestaurant in Czesoca, gehobeneres Restaurant "Kotlar" in Kobarid,
ebenso wie einige weitere mit lokaler Küche. Grillen darf und kann man auf den
Campingplätzen auch fast überall, Metzgereien gibt es in jeder größeren Ortschaft.
Spezialitäten sind: Raznjici und Cevapcici, aber auch Forelle und Kotlet. Ebenso
viele Eisdielen in Bovec (Slastice, Alp) und Kobarid. Bereits für 5.-DM gibts
nen Riesenbecher

Zwei Old-School Paddler vor ihren neuerworbenen New-School Schüsseln
Supermärkte gibt es ebenso in jeder Ortschaft, allerdings möchten wir
Euch hier ein paar Tips zum Geldsparen geben: Gerüchteweise hört man immer wieder,
dass es in den Supermärkten in Bovec eine Art "Spezialrabattaste" für Einheimische
gibt. Einfach auf die kleineren ausweichen, falls Euch das auffällt. Dies erklärt
wohl auch den Grund wieso die Artikel in den Märkten so teuer sind (z.B. 1 Bier
= 185Tol / 1,80DM), was sich wohl kaum ein Einheimischer bei deren Einkommen
auf Dauer leisten könnte, 40DM für einen Kasten Bier sprechen einfach für sich.
Die Restaurants sind im Vergleich zu den letzten Jahren auch deutlich teurer
geworden, grob geschätzt um die 20-30%, was wohl auf den vermehrten (Kajak)
Tourismus zurückführt. Benzin ist im Vergleich zu Österreich und Deutschland
immer noch sher günstig, bei Diesel gibt es kaum einen Unterschied.
Campingplätze: Drei Campingplätze in Bovec direkt an der Koritnicamündung
in Vodenca, ein weiterer oben vor der Stadt. Die drei Hauptcampings sind "Liza",
"Toni" und "Kovac", wobei Camp Liza aufgrund der hygienischen Bedingungen (Reinigung
mehrmals täglich) und vielen Schattenplätzen klar ganz vorne liegt. Weitere
Campingplätze in Trnovo ob Soci direkt an der WM-Strecke und Kobarid, Camp Koren
(zwar mit Sauna, dafür aber die Toiletten in der Hauptsaison unter jeder Kritik)
in Kobarid.

Hiasi verteidigt vor dem Basislager und Desert-Strike Fahrzeug den Bierkasten.
Sportliche Alternativen: Sollte es mal vom Wasserstand nicht ganz passen,
das Wetter zu schlecht (?!?) sein, das Bier vom Vorabend zu viel oder sonstiges,
bieten sich Alternativtätigkeiten an. Am Flugplatz in Bovec kann man für ca.
250DM im Tandemfallschirmsprung aus dem Flugzeug stürzen, auf den umliegenden
Bergen Klettern oder Wandern gehn. Mountainbike fahren ist der absolute Hammer,
da es jede Menge
"Kriegsstraßen" im Gelände gibt, aber Vorsicht vor Rasern auf den Hauptstraßen.
Joggen, am
Ufer chillen oder Nacktbader beobachten ;-)))... *war 'n Scherz* ...wären weitere
sinnvolle
Tätigkeiten...
Paddelläden: Die nächsten Paddelläden befinden sich in Czesoca (Prijon
Sport Shop) und in Trnovo (Alpin-Action). Im Prijon gibts die gesamte Prijon
WW-Flotte und die gesamte Prijon Ausrüstungspalette. Im Alpin-Action die gesamte
Dagger WW-Flotte und Ausrüstung.

Der 106m hohe Bokafall - eine echte Sehenswürdigkeit
Sehenswürdigkeiten: Der 106m hohe Bokafall bietet sich als ein sehr
schönes Wanderziel hervorragend an, von Bovec aus Richtung Kobarid sind es nur
ein paar Kilometer und Minuten mit dem Auto.
Ein Ausflug über die Mautstraße auf die Mangrtalmen (Abzweigung kurz nach dem
Predilpaß) bietet ein irres Panorama. Desweiteren eine Besichtigungstour zur
wunderschönen 2. Klamm oder 1. Klamm, sowie ein kleiner Ausflug zur Koritnicafestung
mit Blick in die unfahrbare, 62m tiefe Koritnicaklamm. Wenn man sich für Geschichte
und Kriege interessiert, empfiehlt sich eine Wanderung zu den alten Stellungen
in den Bergen (immer noch Granatwerfer und Geschütze vorhanden) und natürlich
der Besuch im Kriegsmuseum in Kobarid, wo man mit der ganzen grausamen Geschichte
der Isonzoschlachten konfrontiert wird (nix für schwache Nerven).
Sonstige Infos: Die Slowenische Währung heißt "Tolar", und 1DM ist momentan
110SIT wert. Passt vor allem auf die Slowenischen "Radar-Bulls" auf, sie achten
besonders auf Raser und auf Fahrzeuge, die ohne Licht fahren. "In Slowenien
ist Licht, auch am Tage Pflicht" ;-)
Der Predilpaß ist nach dem verheerenden Murenabgang im November 2000 dank zweier
Behelfsbrücken wieder gut befahrbar, auch mit Wohnmobilen!
Viel Spaß in Slowenien wünscht Euch Team
Soulboater: Toni, Jan-Peter, Nils & Darko!
Fotos © Hiasi & Darko
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