Die Dolomitenmannstrecke der Drau
- Einmal jährlich im Spätsommer findet in Lienz der Wettbewerb um den Dolomitenmann statt. Teams aus Mountainbikern, Gleitschirmfliegern, Bergläufern und Kajakfahrern wetteifern in einer Art Staffellauf um den begehrten Titel. Die Kajakfahrer müssen dabei von einer 6 Meter hohen Brücke in die Drau springen und den Fluß bis zum Zusammenfluss mit der Isel runterpaddeln, wobei allerlei Sonderaufgaben zu bewältigen sind. Die Wettkampfstrecke kann an anderen Tagen aber auch als schöner Playrun befahren werden, der bei moderaten Schwierigkeiten eine interessante Alternative zur Befahrung der Isel z.B. morgens gleich nach dem Frühstück ist. Da die Strecke nur um die 5 Kilometer lang ist, sollte man sich ruhig Zeit nehmen, um an den reichlich vorhandenen Spielwellen zu surfen, Kehrwasser zu fahren und auch der Gabi noch einen Besuch abzustatten.
Der normale Einstieg für diese untere Strecke der Drau ist am Kraftwerkszufluss im Lienzer Nachbarort Amlach. Dort reicht das Wasser mit Sicherheit, wenn Wasser aus dem Kraftwerk abgelassen wird, auch wenn der Fluss oberhalb nahezu trocken liegt. Wir hatten bei unserer Befahrung das Glück, dass es die Nacht zuvor geregnet hatte und damit genug Wasser von oben und aus der Galitzenklamm kam, so dass wir direkt an der Brücke zur Klamm ungefähr 1 Kilometer oberhalb einsteigen konnten.
Bis zu besagtem Kraftwerkszufluss geht es über mehrere aus groben Blöcken bestehende schräge Wehre im breiten Kiesbett relativ leicht dahin.
Wenn von rechts das Zuschusswasser dazukommt, wird die Drau aber doch interessanter, es geht leicht verblockt mit vielen kleinen Spielwellen bergab bis zum linksufrig stehenden Bootshaus des OKC – Osttiroler Kajak Club.
Hier nimmt die Verblockung zu und es hängen Seile für die Stangen der lokalen Slalomstrecke über dem Bach.
Nach dieser Stelle fließt der Fluß über mehrere 100 Meter fast schnurgerade dahin, man kommt am Pegel mit kleiner Surfwelle unter dem Falkensteinsteg vorbei und viele Kehrwasser an den Seiten laden zum Eddy-Hopping ein.
Bald darauf kündigt sich mit mehr Gefälle die Gabi an. Nein, kein leichtes Mädchen sondern eine bei unserem Wasserstand eher kleine und unregelmäßig pulsierende Welle mit bald darauf folgender ziemlich rückläufiger Walze, die zu allerlei Spielereien einlädt und in der ab und zu Rodeos veranstaltet werden. Kurz danach ist dann auch schon der Ausstieg erreicht, mit dem Auto leicht zu finden, weil er direkt gegenüber dem Parkplatz vom Lienzer Dolomitenschwimmbad liegt und eigens als Ausstiegsstelle für Paddler gekennzeichnet ist.
Kurzinfo: Ein guter Pegel für eine Befahrung ist um die 90 cm am Pegel Falkensteinsteg Einstieg in Amlach am Parkplatz Galitzenklamm oder unterhalb beim Kraftwerkszufluss
Ausstieg am Dolomitenschwimmbad oder unterhalb vom Zusammenfluß von Isel und Drau an der Brücke nach Tristach
Streckenlänge ca 4 - 5 Kilometer je nach Wahl des Ausstiegs, Schwierigkeitsgrad WW II
Zur Übernachtung und auch als Urlaubsquartier bietet sich der nicht weit von der Strecke entfernt liegende Campingplatz Amlacherhof an.
Jan-Peter |