Der Kraftwerksschwall der Luhe in Luhdorf
- Norddeutschland ist nicht gerade reich an Wildwassern, wenn man von den steilen Bächen im Harz einmal absieht. Dafür gibt es jede Menge Playspots, die für Anfänger wie auch für Fortgeschrittene gut zum Park % Play geeignet sind.
Ein Klassiker ist dabei der Luhdorfer Kraftwerksschwall der Luhe.

Schon seit jeher fahren die Norddeutschen Wildwasserfahrer an diesen Kraftwerksauslauf einige Kilometer südlich von Hamburg, um vor Touren in die Alpen oder nach Skandinavien Kehrwassertechniken zu üben oder aufzufrischen. Auch die Slalomfahrer des ansässigen Kanuvereins nutzen den Schwall zum Training und auch für Wettkämpfe und Meisterschaften.

Vor einigen Jahren wurde das abgebrannte und danach stillglegte Wasserkraftwerk von einem Privatinvestor renoviert, so dass die Energie des vorher durch eine Betonrinne schießenden Wassers in „sauberen Ökostrom“ umgewandelt wird. Wenn die Turbinen laufen, kommt das Wasser zügig strömend aber doch relativ ruhig aus dem Kraftwerk, ist jedoch immer noch gut geeignet für Anfänger zum Queren üben und Kehrwasserfahren.

Nach Regenfällen und auch des öfteren mal zwischendurch zur Bachspülung wird das Wasser wieder durch die alte Rinne geleitet und dann ergeben sich für den Playboater interessante Möglichkeiten.

Direkt nach der Schussrinne noch unter der Strassenbrücke bildet sich eine sehr schnelle Welle, die bei viel Wasser auch zur heftig haltenden Walze mutieren kann.

Auch wenn man es nicht schafft, sich auf der Welle im Surf zu halten, ist doch allein die Durchfahrt unter der Brücke hindurch im wahrsten Sinne des Wortes mitreissend.

Der Schwall selber bildet sehr schön abgegrenzte Eddylines und eignet sich gut zum Unterschneiden mit anschließenden Überschlägen oder Wheels in die Kehrwasser hinein.

Falls man schwimmt, wird man schnell in einen flachen Bereich getrieben und kann sein Boot am Sandstrand ausleeren.

Der Playspot ist einfach zu erreichen über die Autobahn A25 Hamburg – Lüneburg, Abfahrt Winsen-Ost. Dort weiter Richtung Luhdorf und dann den Schildern Richtung Friedhof folgen.
Auch wenn der Playspot nicht sehr stark von Spielbootfahrern frequentiert ist, sollte doch auf die Slalomfahrer Rücksicht genommen werden, die an der Strecke das Hausrecht besitzen und regelmäßig in der Woche nachmittags ihre Trainingseinheiten absolvieren.
Jan-Peter |