Die Kamniska Bistrica in Slowenien
- Slowenien bietet in der Nähe von Laibach (slowenisch:Ljubljana) viele schöne Wildbäche in klammartigen Schluchten, deren kristallklares Wasser mit einem Hauch von türkiser Farbe eine echte Konkurrenz zu den für viele Paddler ausgetretenen Pfade des Isonzo (auch unter dem Namen Soca bekannt) darstellt.
Ihnen allen ist gemeinsam, dass die beste Befahrungszeit im Frühjahr besteht, wenn die Schneeschmelze in den karnischen und julischen Alpen noch voll im Gange ist, das mediterrane Klima südlich des Alpenhauptkamms aber schon angenehme frühsommerliche Temperaturen und eine stabile Hochwetterlage verspricht.
Als Standquartier bieten sich die Campingplätze um Bled und hier besonders der Campingplatz Sobec mit seiner für den abendlichen Spasssurf gut geeigneten Spielwelle an.
Von hier ist die Kamniska Bistrica in einer guten Stunde nach 60 Kilometern Fahrt über Autobahn und regionale Strassen gut zu erreichen.
Der Ausstieg befindet sich an einer an der Leitplanke mit einem Soulboater-Sticker gekennzeichneten Brücke über eine kleine Klamm einige Kilometer oberhalb der Ortschaft Stahovica.

Autos hier abzustellen ist eher ungünstig, weil die enge Sandstrasse häufig von schweren LKWs frequentiert wird, deren Fahrer nicht unbedingt glücklich über am Strassenrand geparkte Paddlerautos sind, wenn sie deshalb ihren Lastzug am Abgrund hin- und her rangieren müssen, um knapp vorbeizukommen. Wenn dann plötzlich mal ein mit Dachträgern und Ovalbügeln geziertes Paddelmobil ganz von alleine in den Wildbach gerollt ist, sollte man sich nicht all zu stark wundern...
Den Einstieg erreicht man von dieser Stelle aus, wenn man ungefähr 5 Kilometer der windungsreichen und teilweise engen aber gut befahrbaren Strasse flussaufwärts folgt an einem kleinen nach links abzweigenden unscheinbaren Weg, der nach wenigen Metern mit einer Brücke über den Wildbach führt. Wir haben auch diesen Abzweig von der Strasse durch einen Soulboater-Sticker auf der Rückseite eines Verkehrszeichens gekennzeichnet.

Blickt man dann von dieser Brücke tief hinunter in die tosende Klamm der Kamniska Bistrica, kann einen das nackte Grauen packen, wenn man sich ausmalt, dass Paddler irrtümlich schon oberhalb dieser Stelle eingesetzt haben. Die durch den Fels gurgelnden Wasserfälle sind absolut unfahrbar und auch für Schwimmer aufgrund der meistens dort unten verklemmten Baumstämme 100% tödlich.

Trotzdem parkt man nach der Brücke sein Auto auf oder neben alten Bunkeranlagen aus dem ersten Weltkrieg und trägt sein Boot auf schmalen Pfaden rechtsufrig entweder ans Ende der Klamm oder auf einem anderen steilen Waldweg in die Klamm, wo sie sich kurz einmal öffnet.

Dieser Einstieg ist dann direkt vor einem leider oft mit Baumstämmen verlegten Genusshüpfer in die letzte um die 100 Meter lange Schlussklamm.

Wer hier einsteigt, sollte auf keinen Fall mit seinem Boot umkippen und schwimmen, weil die Klammwände zum Teil meterweit unterspült sind und keine Chance zum Festhalten besteht.
Nach diesem landschafts- und wildwassertechnischen Highlight fliesst die Kamniska Bistrica in eine steile Schlucht, es geht im mittleren Schwierigkeitsgrad ohne Pause bergab.

Der Bach ist aber auf keinen Fall ein Playrun für fortgeschrittene Anfänger, denn es ist jederzeit mit querliegenden Bäumen zu rechnen, vor denen nur schwer angehalten werden kann.

Wenn ein Fahrer kentert und sein Boot nicht gleich halten und an Land bringen kann, ist damit zu rechnen, dass es kilometerweit schwimmt

und erst an einem der später folgenden Katarakte mit Glück an einem Stein hängen bleibt.

Zum Glück gibt es einen rechtseitig den Fluß begleitenden Wanderpfad, so dass sich Paddler ohne Boot nicht auch noch durch weglose Uferwildnis schlagen müssen.

An der Ausstiegsbrücke ist dann nach gut einer Stunde, wenn es keine Zwischenfälle gab, die Fahrt zu Ende und lockt nach einer Wiederholung nach dem Motto „Second Run – Double Fun“
Jan-Peter |