Die obere Oker im Harz – Der Spielbach im Norden
Die obere Oker ist der wohl meistfrequentierteste Wildbach Deutschlands. Kein Wunder, ist sie doch das einzige Wildwasser in weitem Umkreis, das regelmäßig im Sommer wie im Winter die gleiche Wassermenge von 6,5 Kubikmetern pro Sekunde (Hochwasserkatastrophen mal ausgenommen) führt und die Dank der Initiative einzelner Kanuten logistisch so gut erschlossen ist, dass kaum noch Wünsche offenbleiben. Eine Kanuten-Hotline der Harzwasserwerke, gesicherte Ein- und Ausstiege, ein mächtiges Gitter zur Entschärfung eines sechs Kilometer langen Unterwasserstollens und auch die Rettung vor einer Sperrung aus vermeintlichen Naturschutzgründen sind auf die Gemeinschaftsarbeit von DKV und freien Paddlergemeinschaften zurückzuführen.
 6,5 Kubik werden in die Luft geblasen
Die Fahrstrecke ist im Normalfall nur etwas über einen Kilometer lang, bietet aber aufgrund der Häufung geeigneter Spielstellen bei klassischem Pool&Drop-Charakter Potential für eine stundenlange Paddelsession.
 Der erste Grundgesteinsriegel der oberen Oker
Es gibt 2 Möglichkeiten zum Einstieg zu kommen, je nachdem, ob das Wasser aus der Okertalsperre in den Flußlauf direkt unter der Talsperre abgelassen wird oder ob es erst die Turbinen des Kraftwerks Romkerhalle antreiben muß und dadurch erst einen Kilometer unterhalb zu paddelbarer Wassermenge verhilft.
 Michael Küsel im 2. Katarakt
 The President of the HKN, HGL und Michael Küsel surfen die Oker...
Den ersten Einstieg erreicht man bei einem Parkplatz direkt oben an der Talsperrenmauer der Okertalsperre, wenn man von der Ortschaft Oker Richtung Altenau in den Oberharz fährt. Von diesem Parkplatz aus trägt man die Boote ungefähr 80 Höhenmeter auf kleinen Pfaden runter bis an den Fuß der Mauer und setzt dort am Ende der Nachstauanlagen nach einem hohen Wehr ein. Diese obere Paddelstrecke führt über mehrere Abfälle, die sich durch schräg verlaufende Grundgesteinsriegel bilden, zur zweiten Einstiegsmöglichkeit, dem Parkplatz am Wasserfall des kleinen Königreichs Romkerhall.
 Die Oker ist auch was für OC-Piloten
In der Regel ist die Oker erst ab hier paddelbar, da von rechts das Wasser aus dem Turbinenhaus zufließt und die berühmte Kraftwerkswalze bildet, an der schon mehrere Wildwasserrodeos veranstaltet wurden. Wer hier ins Wasser gelangen möchte, hat zwei Möglichkeiten: Entweder von einem auf Wasserniveau extra für die Paddler angelegten Metallsteg oder über eine Schrägrutsche unter der Leitplanke hindurch mit anschließendem kurzen Freiflug. Die meisten Paddler wählen die zweite Möglichkeit.
 Klaus Koch in der Kraftwerkswalze
Die Oker fließt auf der folgenden Strecke zunächst unter der Strasse und einem Hotel hindurch und über einige künstlich aus Steinen angelegte kleine Surfwellen und natürliche Abfälle.
Nach ca 500 Metern wird es ernst, auf der rechten Seite befindet sich eine Art Rampe, die von nicht sattelfesten Paddlern unbedingt zum Ausstieg genutzt werden sollte.
 Jan-Peter in der Geisterbahn
Was jetzt folgt, ist Wildwasser im III. und IV. Schwierigkeitsgrad mit Verblockungen in der Hauptsrömung, an der sich regelmäßig gefährliche Verklemmungen ereignen, die einmal auch schon tödliche Folgen hatte.
 Uwe Rotermund im Kernstück
Die Slalom-Acht sollte deshalb nur mit Hilfsschlingen ins Kehrwasser befahren werden, niemals durch die Mitte der Felsen, der anschließende Hexenritt aktiv gepaddelt und die Geisterbahn mit ihrer anfangs rückläufigen Schlußstufe bei der persönlichen Erstbefahrung unbedingt besichtigt werden, um dann bei der anschliessenden Befahrung eine wirksame Sicherung aufgebaut zu wissen.
 Eieiei.......
 ...und tschüß!
Wer in dieser Stufe schwimmt, hat ohne den rettenden von der Sicherung geworfenen Wurfsack wirklich schlechte Karten, aus dem Gebrodel rauszukommen.
Nach Bewältigung dieser Kernstellen kann man noch 300 Meter den See befahren, die folgende Staumauer umtragen und bei entsprechendem Wasserüberlauf im Winter oder Frühjahr auf der unteren Oker bis in den gleichnamigen Ort weiterpaddeln.
Kurzinfo Obere Oker: Länge: Je nach Wasserablass 1-2 km Schwierigkeit: II-IV Anfahrt: Autobahn A7, Abfahrt Rhüden/Harz Richtung Goslar, weiter Richtung Ortschaft Oker, im Ort weiter Richtung Altenau. Einstieg je nach Wasserablass in Romkerhall oder unterhalb der Staumauer Wasserablass fast jeden Tag, 10 Sondertermine für Norddeutsche LKVs und HKN Die Oker ist ein "Privatfluß" der Harzwasserwerke GmbH Kanuten-Hotline der HWW mit aktuellem Wasserstand: 05326/908300
Hier gehts zur Bachbeschreibung der Unteren Oker
Bechreibung: Jan-Peter Bilder: Jan-Peter, Ralf Gentsch
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