Río Sor/Nordgalicien - Mittlerer Flussabschnitt
Wir schreiben das Jahr 2006 und in Galicien gibt es noch immer neue Bäche oder unbekannte Teilabschnitte auf halbwegs befahrenen Flüssen. Nach einem Jahr in Galicien mit Diskussionen über verbaute Bäche und noch zu zerstörenden Flussabschnitten, haben wir uns diese Saison entschlossen “Neues” kennen zu lernen. Der Sor wurde von uns schon öfters auf seinem Unterlauf befahren, dort ist er eher ein Bach zum playboaten ohne nenneswerte Schwierigkeiten.

Der Sor ist der nördlichste Fluss Spaniens und fliesst ca. 80 km lang durch ziemlich einsames Gelände, was das “Aufspüren” eines interessanten Teilabschnittes ziemlich kompliziert macht. Dazu kommen fehlerhafte Gebietskarten. Deshalb wählen wir den Einstieg nach langer Suche recht weit oberhalb, um eventuelle Wildwasserstücke nicht zu verpassen. Das führt zunächst erstmal zu einem längeren paddeln auf WW I-II.
 Lange Flachwasserstrecke
Fast fühlen wir uns wie in Norwegen
Der Sor verträgt ziemlich viel Wasser, durch unzählige Zuflüsse wird er bei Regen recht schnell zu einem Wuchtwildwasser. Bei längerer Trockenheit ist der Sor aber auch ziemlich schnell nur noch ein Rinnsal.
 Das Gefälle nimmt zu
Bei einer Erstbefahrung ist die Beurteilung der Strecke nicht ganz einfach. Das Unbekannte erhöht den Faktor der Schwierigkeit nicht unerheblich.
Wuchtige Abfälle
Die lohnenswerte Strecke ist ca. 4km lang. Die Schwierigkeiten lagen bei unserer Befahrung bei WW IV, mit einer Ver Stelle mit gefährlichem Rücklauf über die ganze Flussbreite. Leider gibt es keine Pegel. Es muss aber schon ordentlich regnen, um genügend Spass zu haben.
In der Schlucht
Der Sor ist zwar kein Stürzerbach, aber wer sich im Norden Galiciens aufhält sollte die Gelegenheit für eine Befahrung schon nutzen.
 Eine der Kernstellen
Allein schon die wilde Schönheit der Küste hier am Nordkap Spanienes lohnt einen Abstecher. Paddler kommen hier normalerweise nicht vorbei, das traditionelle Wildwasserrevier Galiciens liegt eben etwas weiter im Süden.
 Chicken-Way
In einer der Kernstellen haben wir einen Chicken-Way zwischen zwei Granitblöcken gewählt. Das Hauptwasser fliesst links und bildet zwei hübsche Rückläufe.
 Schluchtausgang
Viel zu schnell erreichen wir das Schluchtende und noch liegen mindestens eine Stunde erneutes Flachwasserpaddeln vor uns. Unterwegs kommen wir an einer Brücke vorbei, aber dort steht leider noch nicht das Auto. Beim nächsten mal müssen wir die Einstiegspunkte vor und hinter dem Wikdwasserstück unbedingt finden.
Anfahrt: Von Frankreich aus kommend immer die Nordküste entlang bis zum nördlichsten Punkt Spaniens. In O´Barqueiro nach links in Richtung Mañon. Der beste Einstieg ist letzte Brücke vor einer Zone genannt “Aguas Caidas” und der Ausstieg die erste Brücke nach “Aguas Caidas”. Charakter: Beiter, wuchtiger Bach mit schönen Gefällstücken in einer einsamen tiefen Granitschlucht. Schwierigkeiten: WW 4/4/b, eine Stelle V, starker Rücklauf, unterspülte Felswände.
Bericht: Thomas Schmidt www.ondabrava.com Fotos: Carlos Ares, Thomas Schmidt Paddler: Carlos Ares, Thomas Schmidt und Anxo Augusto
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