Die Salzachöfen gehören sicherlich zu einer der bekanntesten Schluchten in Österreich. Dort wo Tennengebirge und Hagengebirge aufeinander treffen, hat sich die Salzach einen spektakulären Weg durch den Fels gesucht. Die bis zu 100 m tiefe und etwa 2 km lange Schlucht ist bereits im Jahre 1931 von Adolf Anderle in einem Faltboot befahren worden. Die zahlreichen Marterl im Dom zeigen jedoch die traurige Bilanz der gescheiterten Kanuten.
 Alex Meindl und Robert am Einstieg
 Alex und Robert am Beginn der Salzachöfen
Fährt man erst einmal in die Salzachöfen ein, gibt es kein zurück. Die glatten und senkrechten Felswände bieten keine Möglichkeit für einen Notausstieg. Wer durch die Salzachöfen fahren will, sollte sich seiner Sache ganz sicher sein. Die Wände sind größtenteils unterspült, einmal sogar syphoniert und ein Schwimmer hat keine guten Überlebenschancen. Die Rolle sollte daher zu 100% sitzen! Noch besser ist, erst gar nicht zu rollen!!
 Andrew und Christoph unter riesigen Eiszapfen;Photo: Christoph Dertnig
 Vor dem "Dom"; Photo: Christoph Dertnig
 Nicht nach Links! Paddler: Robert und Maggo
Ähnlich wie bei den Lammeröfen gibt es einen gebührenpflichtigen Steig, von wo aus die Klamm besichtigt werden kann. Die kostengünstige Alternative wäre, die Salzachöfen von unten her zu besichtigen. Hierfür fährt man von Golling kommend rechts in eine Industriestraße ein und parkt am besten noch vor der Brücke. Links führt ein kleiner Pfad von unten in die Öfen hinein. Eine Besichtigung der gesamten Strecke inkl. des "Hufeisens" sollte auf jeden Fall vor einer Befahrung erfolgen. Das "Hufeisen" am Schluchtausgang ist die Schlüsselstelle der Öfen, wo eine sehr stark angespülte Wand und ein kräftiges Loch bei bestimmten Wasserständen vom Paddler höchste Konzentration abfordern (angeblich ist rechts noch ein Syphon!?). Zu beachten ist, dass die Salzachöfen kraftwerkgeregelt sind und sich der Wasserstand sehr kurzfristig ändern kann!
 Alex am Beginn des Hufeisens (NW)
 Maggo und Robert im Hufeisen
 Hiasi bei der Anfahrt zum Hufeisen (Pegel ca. 130cm); Photo: Mia
 Jetzt heißt es kräftig am Löffel ziehen, um nicht zur Unterspülung zu kommen; Photo: Mia
Wegbeschreibung: Von Salzburg kommend auf der Tauernautobahn Richtung Villach und die Ausfahrt Golling nehmen. In Golling teilt sich die Straße nochmals Richtung Lammertal und Pass Lueg/Werfen. Auf der Straße Richtung Pass Lueg bleiben. Nach etwa 3 km hat man die Salzachöfen erreicht. Als Einstieg bietet sich die nächste Ausweiche nach der Passhöhe an. Als Ausstieg bietet sich eine kleine Sandbank bei der Eisenbahnbrücke nach den Salzachöfen an. Um dorthin zu gelangen, biegt man bei der ersten Möglichkeit nach der Lammerbrücke rechts ab (Biker Kneipe) und "folgt" dem kleinen, verwinkelten Weg. Alternativ bietet sich eine Weiterfahrt zum Kuchler Schwall an.
 Die Salzachöfen bei absolutem NW
Kurzinfo: Einstieg: Erste Ausweiche oberhalb der Öfen Ausstieg: Gleich nach den Salzachöfen hochtragen oder weiter bis zur Eisenbahnbrücke Beste Befahrungszeit: nach langer Trockenperiode; Herbst / Winter Charakter: Wuchtige Schwälle und Blockstellen mit mächtigen Pilzen und Presswassern in einer uferlosen Klamm Pegel: Golling Besondere Gefahren: Plötzlich ansteigender Pegel (Kraftwerk); im Winter/Frühlingsanfang Gefahr durch Eisschlag und Lawinen Technische Schwierigkeiten:
- WW III 3/B bei NW (ca.90cm bis 110cm am Pegel Golling)
- WW IV 5/B bei MW (ca. 110cm bis 130cm, deutlich wuchtiger)
- WW IV 5/B bei HW
(Ist die Felsplatte beim Einstieg überspült, hat man sicherlich einen Pegel über 110cm) Gefahren: plötzlich steigender Wasserstand, Unterspülungen, (Syphon?!?)
Danke an Christoph Dertnig, Robert Machacek von www.Paddeln.at und Mia für die Photos
Text: Hiasi |