Das Riesengebirge, die Heimat Rübezahls, ist eines der abwechslungsreichsten Mittelgebirge Europas. Unfern seiner höchsten Erhebung, der 1602 Meter hohen Schneekoppe, entspringt ein kleines Rinnsal, das nach 1091 km als einer der drei großen Flüsse Deutschlands in die Nordsee mündet. Bereits auf den ersten Kilometern schwillt die Elbe durch zahlreiche Zuflüsse zu einem beachtenswerten Wildbach an. Kurz unterhalb des bekannten Wintersportortes Spindlermühle ist allerdings ersteinmal Schluss.


Nur selten lässt der Stausee genügend Wasser für die Befahrung der folgenden Elbeschlucht ab. Zumindest einmal im Jahr, wenn Anfang Mai für drei Tage im Rahmen der tschechischen Meisterschaften im Wildwasserslalom und in der Wildwasserabfahrt die Schleusen der historischen Sperrmauer geöffnet werden, ergibt sich auch für den Normalpaddler die Chance, diese Strecke zu befahren. Bis Hohenelbe (tschech.: Vrchlabi) bietet die Elbe abwechslungsreiches WW II und III mit einer 300 m langen Passage WW IV sowie zahlreichen netten Spielstellen. Die Straße geht auf diesem Abschnitt immer am Fluss entlang und wenngleich dies nicht unbedingt den landschaftlichen Reiz erhöht, so ist es für die Logistik doch ungemein praktisch.


Eine Weiterfahrt durch Hohenelbe ist nicht empfehlenswert, da es dort einige unangenehme, kaum zu umtragende Wehre gibt. Am Ortsausgang befindet sich der Einsatz für eine leichte Wildwasserstrecke durch die sogenannte Rote Schlucht, die zwar keine richtige Schlucht ist, aber beim entsprechenden Wasserstand die eine oder andere gute Stelle zum Surfen und Wheelen aufweist. Je nachdem, wo man einsetzt, müssen zwei bis drei Wehre umtragen werden, immerhin eines ist fahrbar.


Abgesehen vom Paddeln, lohnt sich ein Ausflug ins schöne Böhmen eigentlich immer. An der richtigen Zubereitung von Pizzas müssen die Tschechen zwar noch arbeiten, aber bei der Fertigung von Knödeln und Pivo (0,5 Liter für umgerechnet 50 Cent) macht ihnen so schnell keiner etwas vor.
Text: Nils Kagel
Fotos: Fritz Kagel |