Allgemeine Diskussionen

Kanumagazin: Ahoi und Adios!

aus Wildwasserzentrum Buchholz/Nor
am 15. Dezember 2016 um 20:47

Das Editorial des neuen Kanumagazins klingt wie ein Abschied.

Was ist da los?

am 17. Januar 2017 um 12:43

Die komplette Redaktion wird ausgetauscht.

Die Zeitschrift wird beim Atlas Verlag verlegt, das eigentliche Redaktionsbüro war bisher redgun in Augsburg (Redaktionsbüro Glocker Und Neumann). redgun hat alle Verweise auf das Kanumagazin auf der eigenen Website schon entfernt.

Atlas hat vor einiger Zeit die Zeitschrift Unterwasser vom Olympia Verlag übernommen. Die Redakteure dieser Zeitschrift machen künftig auch das Kanumagazin. (Lars Brinkmann, Alexander Kassler). Quelle: Mediadaten Kanumagazin 2017.

Das neue Redaktionsteam ist in der Kanuszene sicher noch nicht aufgefallen, also wird die Qualität des Heftes künftig sicher stark davon abhängen, wie viele "fest freie" Autoren man binden kann. Gleiches Prinzip wie beim kajak-Magazin. Dort umfasst die Redaktion auch nur eine Person, die die Inhalte koordiniert.

aus Essingen / Pfalz
am 27. Januar 2017 um 08:39

Merci für die Info. Weiß jemand die Verkaufzahlen von Kanu- und Kajakmagazin ? Am besten der letzten 3-5 Jahre ? Würde uns mal interessieren.. Gut gebooft ist ja halb gefrühstückt timo

aus Brunsbüttel
am 09. März 2017 um 11:26

Die Qualität des KMs lässt auch ziemlich nach.

Letztes Jahr war es schon schwach, aber jetzt ist der KANU-SPORT vom DKV schon besser. Die Fotos vom Faltboottest sind sehr amateurhaft gemacht und die Bilder vom Wintertrainingsbericht sind durchweg unscharf. Hoffentlich kauft die Redaktion viele Bilder bei Klatt, Lintner und ähnliche ein.

am 14. März 2017 um 15:41

Merci für die Info. Weiß jemand die Verkaufzahlen von Kanu- und Kajakmagazin ? Am besten der letzten 3-5 Jahre ? Würde uns mal interessieren.. Gut gebooft ist ja halb gefrühstückt timo

Zahlen gibt es da ganz offiziell im Netz:

Hauptzweck einer solchen Zeitschrift ist zunächst die Verbeitung von Werbung. Weil die Werbekunden gerne wissen möchten, wie sich eine Zeitschrift verbreitet und dies wesentlich zur Preisfindung bei Anzeigen beiträgt, gibt es die IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V.). Über die Website des IVW  bekommst Du (mit langer Historie) Auflagenzahlen sehr vieler Zeitschriften in Deutschland: http://www.ivw.eu

Kanu-Magazin und Kanu-Sport des DKV sind dabei, das Kajak-Magazin allerdings nicht.

am 14. März 2017 um 15:43

Die Qualität des KMs lässt auch ziemlich nach.

Letztes Jahr war es schon schwach, aber jetzt ist der KANU-SPORT vom DKV schon besser. Die Fotos vom Faltboottest sind sehr amateurhaft gemacht und die Bilder vom Wintertrainingsbericht sind durchweg unscharf. Hoffentlich kauft die Redaktion viele Bilder bei Klatt, Lintner und ähnliche ein.

Nicht nur die Bildqualität ist zu belächeln, die Inhalt ist auch eher schwach:

- Ein Uhrentest mit Uhren, die mehr als ein handlaminiertes Seekajak kosten? WTF? Welcher Paddler will das Lesen?

- Trainingstipps für den Winter, veröffentlicht zum Saisonbeginn im März? Die Auftragsarbeit lag wohl auch schon mal länger in der Schublade und musste raus.

- Padddeln im Südpazifik? Klar ist sofort als nächstes Ziel vorgemerkt. Garaniert praxisnah und treffend für alle Leser.

Ach ja, das Bild auf Seite 44 vom neuen Chefredakteur im Faltkajak sieht nicht so aus, als hätte der Herr Spaß an der Sache. Vielleicht liegt es am Schuhwerk. Herr Brinkmann, im Kajak trägt man üblicherweise keine Gummistiefel (Foto Seite 56), außer vielleicht als ahnungsloser Verleihkunde. Andere hätten auf vollständige Kajakausrüstung geachtet (Schwimmweste, Spritzdecke, Jacke) und natürlich darauf, dass auch die Herstellernamen auf den Fotos noch gut zu erkennen sind (Productplacement).

Der Mitbewerber aus dem Modellsport-Verlag ist da, was eigene Bilder betrifft, konsequenter. Ich glaube, ich habe noch nicht ein Bild gesehen, in dem der dortige Chefredakteur aktiv unseren Sport ausübt. Er wird fürs Editorial immer nur ganz brav *neben* Booten fotografiert. Ist nicht schlimm, sondern ehrlich.

Ansonsten fallen unscharfe Bilder, noch dazu als Aufmacher (Seite 62) auf. Und Fotos mit dicken Wassertropfen sind nicht authentisch, sondern nur geknipst, nicht fotografiert. Das will ich in einem Hochglanzmagazin nicht sehen (Seite 69 unten).

Für den Atlas-Verlag: War das "alte" Kanumagazin manchmal deutlich zu wildwasserlastig, merkte man doch, dass es Leuten gemacht wurde, die das Thema kennen. Jetzt ist es breiter aufgestellt (Uhren!), aber nicht besser. Eher sogar weniger...

Am Zeitdruck kann es nicht gelegen haben. Die Bilder von wesentlichen Berichten sind offenkundig alle im Sommer / Frühherbst aufgenommen worden, der Redaktionswechsel ist intern offenkundig schon länger in der Vorbereitung.

Auch wenn ich dieses Heft eher als Fehlgriff empfand. Positiv formuliert müsste man sagen: Da ist noch gewaltig Luft nach oben.

aus Wildwasserzentrum Buchholz/Nor
am 14. März 2017 um 22:05

Lange habe ich überlegt, ob ich auch meinen Senf dazu geben soll, habe ich in den letzten Jahr(zehnt)en doch für alle drei erwähnten Kanuzeitschriften mehr oder weniger regelmäßig Berichte verfasst.

Aber nachdem ich mir auch noch Feedback von einigen Mitpaddlern geholt habe, die meine ersten Eindrücke bestätigen, sollen jetzt doch ein paar natürlich rein subjektive Anmerkungen zum neuen KM auch von mir kommen:

Insgesamt soll das Heft nach dem Editorial des neuen Redaktionsleiters sein vertrautes Gesicht behalten. Schön wäre es, aber mir scheint, ausser den "alten" Autoren Björn Nehrhoff und Christoph Scheuermann, die wie gewohnt gut lesbare Lektüre liefern, geht es durch den Rest der "neuen" Mannschaft mit dem KM den Bach runter, ausser es ändert sich in den nächsten Ausgaben etwas ganz gewaltig in der Fachkenntnis und Qualität sowohl vom Schreiben als auch vom Bildmaterial.

Zu den Uhren, deren Beschreibungsaufmachung auch einem Werbeprospekt von Karstadt entnommen sein könnte, ist jedes weitere Wort überflüssig. .. Welchen Paddler interessiert, ob das Gehäuse aus hochfestem U-Boot-Stahl besteht, der auch noch schwarz beschichtet ist? Mir scheint, der Artikel wurde einfach aus einer Taucherzeitschrift übernommen, um irgendwie Kontent in das Heft zu bekommen. Mit sechs Seiten Werbefotos absolut vergeudetes Papier.

Der Bericht über Neukaledonien von dem "Vollblutjournalisten" Win Schumacher passt vom Stil und Inhalt in eine Zeitschrift wie Geo, ist auch gut geschrieben, das Paddeln wird aber so vernachlässigt (hat der Mann eigentlich für mehr als ein paar Fotos überhaupt im Boot gesessen?), dass dieser Artikel in einem Kanumagazin nichts zu suchen hat. Wieder verschwendete Seiten...

Die Krönung ist aber der Bericht der neuen "ständigen Mitarbeiterin" Lisa Huber, die auch noch Sportlehrerin, Kanutrainerin, Jugendwartin und mit allen Wassern gewaschen ist, also eine Koryphäe fürs Paddeln sein sollte:

Vom Stil her ein Schulaufsatz aus der achten Klasse, dem vom Deutschlehrer wegen der Wortwahl und Dramaturgie höchstens ein "ausreichend" gegeben werden dürfte. Abgesehen davon, dass die Wildbäche in Norwegen nicht nur aus "Stellen" bestehen (ich habe diese Vokabel allein elfmal im Text gezählt), ist der Bericht auch aus paddlerischer Sicht mau und schlecht recherchiert: Da wird die Grimsa als Nebenbach der Folla bei ausreichend Wasser befahren, die Folla als Hauptfluss soll dann mangels Wasser nicht mehr fahrbar sein und später die Unsetaa und Driva auch nicht. Ok, Mitte Juli ist in der Hedmark das Wasser schon knapp, das weiss ich aber vorher, bevor ich dort in den Urlaub hinfahre. Diese Bäche in Schluchten mit Engstellen lassen aber auch Befahrungen bei deutlich weniger Wasser mit viel Spass zu. Beschreibungen der Bäche mit Bildern von teilweise Anfang August und trockenen Sommern gibt es hier auf Soulboater so einige, gebt einfach mal die Bäche über die Suchfunktion ein....

Peinlich ist aber schon, dass das Bild auf Seite 32 die Grimsa als "leichtes Wildwasser in herrlicher Landschaft" sein soll.... Das Bild zeigt einen Fluss mit mindestens 50 Kubik, ich tippe mal auf die Sjoa....

Eine Stelle ;-) im Text gefällt mir so gut, dass ich sie zitiere: .... und es folgt eine steile Rutsche, bei der das Wasser unten in ein Loch fällt ...  WOW! *g*

Insgesamt habe ich bei diesem Bericht den Eindruck, da musste schnell was geschrieben werden, um das Heft zu füllen, Qualität und Mehrwert für den Leser sind zweitrangig...

Mir sind noch viele andere Dinge aufgefallen, sie wurden zum grossen Teil aber oben schon von den anderen Kritikern genannt, deshalb will ich sie nicht wiederholen.

Aber einen hab ich noch....

Die Bezeichnung  "Schaumschläger"-Fraktion habe ich für uns Wildwasserpaddler noch nie gehört, da habe ich wirklich was dazu gelernt ;-)

am 17. März 2017 um 06:20

Nebenan im Kanuforum vom DKV hat übrigens jemand recherchiert, dass der Südkatalonien-Artikel wortgleich seit 2015 in mindestens fünf anderen Publikationen, allesamt nicht zum Kanusport gehörend, veröffentlich wurde...

am 17. März 2017 um 06:21
Die Bezeichnung  "Schaumschläger"-Fraktion habe ich für uns Wildwasserpaddler noch nie gehört, da habe ich wirklich was dazu gelernt ;-)

Schau mal in die Lustige Kajakschule von Nealy.

aus
am 13. Juni 2017 um 17:50

Nach drei Heften ärgern in Folge Abo (der fast ersten Stunde) gekündigt. Schade