Paddler und ihr Shuttlebunny

Autor: MPE alias Martina
07.11.2017
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Wie – fast – jedes Jahr war soulboater Reporterin Martina auch 2017 mal wieder im Herbst an der Durance. Hier ein kleiner Bericht über die Touren und die Probleme, die das Solopaddeln so mit sich bringen kann...

 Dieses Mal alleine, weil der geplante Paddelkumpel leider beruflich verhindert war. Aber die Strecken, die ich da normalerweise fahre, kann man meiner Meinung nach auch ganz gut alleine paddeln – wenn man wie ich schon so lange Jahre Erfahrung hat und zudem noch den Ruf, Master of chickenline zu sein...

Es lief auch alles ganz toll, das Wetter war super, wie eigentlich immer im Herbst an der Durance.

Man wußte gar nicht, was man zuerst machen sollte: Paddeln, Klettersteige oder mit dem Hund auf Tour gehen. Einzig das Rad hatte ich zuhause gelassen – schon in der Vorahnung, dass das zu viel wäre.

Also Paddeln: Wie üblich startete ich mit der Strecke l'Argentière – St. Crépin, dabei ein bißchen Spielen auf der Slalomstrecke zum Eingewöhnen.

Die Tour ist im Herbst bei den niedrigeren Wasserständen maximal WW II, selbst die Slalomstrecke ist dann recht einfach. Zudem liegt ein Vorteil auf der Hand: Man hat die Strecke in der Regel für sich...

Es geht durch das wunderschöne Durancetal und man kann die Aussicht optimal genießen.

Unterwegs traf ich zwei niederländische Paddler, es gab ein bißchen Smalltalk, bevor ich mich davonmachte.

Leider war ausgerechnet an meinen Paddeltagen die Sonne dann doch mal weg und mit dem üblichen Wind wurde es auch relativ frisch.

Die zweite Tour ging traditionsgemäß von der Rabioux nach Embrun – seit Zeiten mit der Essener Kanuschule meine Lieblingsstrecke. Auch sie ist im Herbst bei niedrigeren Wasserständen maximal WW II. Gestartet wird unterhalb der Rabioux. Wer will, kann sich da oberhalb reinwerfen, aber mir persönlich liegt dieses Loch nicht so richtig...

Auch an diesem Tag war die Sonne leider nicht zu sehen, aber der Wasserstand war für mich optimal. Die Tour ist aber auch bei schlechterem Wetter wunderschön, es gibt haufenweise schöne Schwälle und Spielstellen.

Die beste Stelle - finde ich - ist die an der alten Straßenbrücke ein paar Kilometer oberhalb von Embrun. Man kann sie sich auch gut vorher ansehen - bei Hochwasser ändert sich immer wieder mal was. Im Bild unten die Stelle von der Brücke aus - einen Tag vorher war irgendwie mehr Sonne...

Sehr interessant: Ganz am Ende in Embrun haben die Franzosen eine neue Spielstelle eingebaut, in die ich schön hineingeplumpst bin – mal wieder völlig jede Art von Boof verpeilt...

Als letzte Tour der Woche hatte ich den Unteren Guil eingeplant und wollte bis zur zweiten Slalomstrecke auf der Durance paddeln. Außer meinem Hund fand das auch keiner besonders aufregend.

Mit meinem männlichen Shuttlebunny, äh, Ehemann, hatte ich verabredet, dass wir uns an der ersten Brücke zum „Fotoshooting“ treffen. Wir hätten da mal klären sollen, was wir jeweils unter dem Wort „Brücke“ verstehen...

Ich fuhr los und genoß die kurze Tour durch das grandiose Guiltal.

An der ersten Brücke wartete ich, also innerhalb der Schlucht an der Fuß- und Radfahrerbrücke. Keiner zu sehen. Ich dachte, daß Hannes wohl noch mit dem Hund unterwegs sei und wartete erst mal. Aber keiner kam. Ok, dann halt zur nächsten Brücke – für mich die zweite – Straßenbrücke am Kreisverkehr beim Mont Dauphin. Aber auch da Fehlanzeige. Kein Mensch zu sehen – jedenfalls kein bekannter...

Das war dann der Moment, wo mir langsam klar wurde, dass wir ein Problem hatten: Ich wollte ja bis zur zweiten Slalomstrecke auf der Durance fahren, und eigentlich sollte Hannes dort warten. Da er mich aber an der vermeintlich vereinbarten Stelle nicht getroffen hatte, würde er jetzt annehmen, dass irgend etwas passiert sei – bei WW I zwar sehr unwahrscheinlich und für mich auch schwer nachvollziehbar, aber für ihn der Supergau.

Ich beschloss also, bis zum Ende weiterzufahren – halt leider etwas schneller als geplant – und dort zu warten. Schade, weil ausgerechnet da die Sonne mal wieder schien...

Oben der Zusammenfluß von Guil und Durance

Oberhalb der Slalomstrecke angekommen stieg ich aus und schaute mich um: Keiner da. Auweia, wo war das Shuttlebunny hin?

Nach einer gefühlten Stunde sah ich das Auto kommen und ein verzweifelter Mensch springt heraus...Hannes hatte tatsächlich an der zweiten Brücke gewartet und als keiner kam, war er in die Guilschlucht gelaufen und hatte mich dort gesucht...zum Glück wurde ihm dann klar, dass ich wohl schon vorbeigefahren war und er kam zum Ausstieg...Die Stimmung war irgendwie hinüber und ich fuhr nur noch die paar Meter hinunter bis hinter die Brücke und das war's...

Fazit: Alleinepaddeln ist ganz sicher - für mich - eine schöne Sache, aber es ist schon angebracht, eventuelle Pausenpunkte genau vorher zu definieren. Und im Zweifel wartet das Shuttlebunny einfach am Ausstieg und macht sich erst dann Sorgen, wenn Paddler deutlich nach der vereinbarten Zeit noch nicht da ist....Das Risikobewußtsein der Beteiligten sollte außerdem schon einigermaßen zusammenpassen – das macht das Ganze deutlich leichter....

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