Erneute Befahrung des Rheinfalls durch Schorschi & Frank

Autor: Schorschi Schauf
26.08.2003
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Illegaler Husarenritt nur dank historischem Niedrigwasser möglich „Rückfalltäter“ Schauf paddelte wieder den Rheinfall hinab

Nach seiner Erstbefahrung der Rheinfälle bei Schaffhausen (Schweiz) vor sechs Jahren befuhr der bayrische Extrem-Paddler „Schorschi“ Schauf am Sonntag nun auch als erster die noch schwierigere zweite Seite von Europas größten Wasserfall (24 Meter Höhe). Die eigentlich unfahrbare Route war erst durch den historisch niedrigen Wasserstand des Hitzesommers möglich geworden.


Schauf bei der Anfahrt zum Rheinfall (Christiane Müller)

Der 33jährige Georg „Schorschi“ Schauf aus Eisenbrechtshofen bei Augsburg schrieb gestern, Sonntag, ein weiteres Stück Paddelgeschichte. Gemeinsam mit seinem Kollegen Frank Preuss (29) befuhr er vor den Augen Tausender erstaunter und entsetzter Touristen die von unten gesehen linke Seite von Europas mächtigstem Wasserfall. Hintereinander bewältigte die beiden diese eigentlich als unbefahrbar geltende Route. Weil das Befahren dieser Strecke auch behördlich verboten ist, paddelten Schauf und Preuss danach sofort über die nur zwei Kilometer entfernte deutsch-schweizerische Grenze.


Unmittelbar vor dem letzten Teil des Rheinfalles (Richard Walch)

Dort zeigten sich die beiden Extremsportler euphorisch: „Jeder Kayaksportler auf der Welt weiß, was das bedeutet.“ Die beiden hatten sich die Route tagelang eingeprägt. „Ich hatte mir 22 Punkte gesucht – Wellen, Steine, Strudel-, diesen bin ich dann exakt gefolgt“, meint Schauf. Ein Fehler oder ein Defekt wäre mit ziemlicher Sicherheit tödlich. „Bei diesen gewaltigen Scherkräften könnte sich auch ein Schwimm-Weltmeister nicht retten“, so Schauf, der Nachahmern dringend abrät: „Ich mach es sicher auch nie mehr!“


Schauf bei der Querung zur linken Seite (Stefan Aufschnaiter)

Für den langjährigen deutschen Nationalteamfahrer war der Husarenritt über den Rheinfall schon der zweite. Im Januar 1997 befuhr er als erster den Wasserfall auf der anderen Seite. Damals startete der gebürtige Hesse im Winter, heuer machte erst das historische Niedrigwasser des Rekordsommers die Rekordfahrt möglich.


Schorschi Schauf (li) und Frank Preuss nach der Fahrt vor dem Rheinfall (Stefan Aufschnaiter)

Außer Schauf und jetzt Preuss wagte sich noch nie ein Wassersportler an den Fall heran, ein tschechischer Stuntman, der sich zur Hälfte abseilte und dessen Boot dann zerbrach, überlebte nur, weil er mit Sauerstoffmaske unterwegs war.


Schauf (li) und Preuss nach der Flucht über die Grenze /Stefan Aufschnaiter)

© Text & Bilder: sportsandnews.com & schorschi.com

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