Wir bauen uns eine Surfwelle

Autor: Team Playspotbau
05.08.2017
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Fast jeder hat einen Bach in der Nähe, der im Wechsel strömende und ruhige, tiefe und flache Abschnitte hat. Prädestiniert also zum Spielbootfahren, wenn er doch nur auch einen Playspot hätte. Aber was nicht ist, kann ja noch werden ;-)

 - Playspotbau mit einfachen Mitteln Teil 2

 - Die Biertischmethode: 

Biertische und -bänke eignen sich zum Bau von Surfwellen wegen ihrer Robustheit in schneller Strömung. Während haltende Walzen bei ruhigem, stärker überhöhtem Oberwasser entstehen, sind Surfwellen eher eine Erscheinung an schnellen Stromzungen, wie Du es vom Wildbach kennst. Oft schwingt schnelles Wasser hinter einer sogenannten „Störung“ beim Weiterfließen um den mittleren Wasserspiegel langsam aus.  

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Die „Störung“ ist dann meistens ein Steinwall am Flussgrund. Genau so häufig entstehen Wellen beim „Ausbremsen“ einer Stromzunge, wenn sie in tieferes und daher langsameres Wasser gelangt.

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Diese beiden Effekte kannst Du Dir zum Wellenbau kombiniert zunutze machen: Am besten suchst Du eine flott strömende Stelle am Bach und bestimmst den Punkt, wo es dahinter gerade tiefer wird, denn dort kannst du nachher am besten paddeln.

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Wenn Du nun die Strömung ein wenig oberhalb ( mindestens 2-3 Meter ) einschnürst, wird das Wasser erheblich schneller und tiefer, sodaß Du  vorzugsweise vorher mit Steinen einen kleinen Wall am Flussgrund errichten solltest. Dann stellst Du die ausgeklappten Tische der Bierzeltgarnitur mit den Beinen flußabwärts schräg von beiden Seiten in die Strömung und beschwerst sie mit vorher zurecht gelegten, großen Steinen.

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Ein Vorteil der Methode ist die Möglichkeit zur Veränderung der Position - Du kannst und solltest nun die Tische etwas flussauf und flussab verrücken, dichter oder weiter stellen, anders anwinkeln, etc. und wirst erstaunt sein, wie groß die Auswirkung kleinster Veränderungen auf die Welle ist. Eine grüne Welle ist im Gegensatz zur Walze hochsensibel, da sie einen wenig gedämpften Schwingungsprozess darstellt ( daher die vielen Folgewellen).

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Wenn Du die Welle unterhalb des Fahrbereichs noch mit einem zweiten Wall als Strömungsbrecher versiehst, staust Du damit das Unterwasser höher, verstärkst das Ausbremsen der Welle und veränderst ihren Charakter in Richtung einer Walze:

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Die Welle beginnt eine Schaumkrone zu bekommen und hält stärker, aber Du erkaufst diesen Effekt mit weniger Geschwindigkeit („Druck“) im oberen Kammbereich, d.h. die Welle sackt jeweils unter Deinem Boot ein wenig zusammen und fährt sich am besten mit seitlicher Beweglichkeit (= Carving ).

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Die Tische werden durch diese "Zweckentfemdung" jedenfalls mal wieder schön sauber und leiden nicht besonders durch den Einsatz im Fluss, da sie wasserfest verleimt sind. Es bietet sich an, im Anschluss an die Surfsession die Tische ihrem ursprünglichen Zweck zuzuführen und ein zünftiges Paddler-BBQ zu starten, sofern man rechtzeitig den Grill angezündet und Getränke im Kehrwasser hinter der Welle kaltgestellt hat.

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Zum Schluss noch ein Hinweis, bevor ihr die Biergärten stürmt und den Ausflüglern die Sitzgelegenheiten unterm Hintern wegzieht, um sie in den Abwassergraben zu stellen: Bevor ihr beginnt, in Naturschutzgebieten künstliche Tsunamiwellen herzustellen, informiert euch bitte vorher über die gesetzlichen Vorschriften der Gewässernutzung und haltet diese Regeln ein. Wir stellen in unserer Serie über Playspotbau nur die Techniken des Walzen-und Wellenbaus anhand von einigen Beispielen aus der Praxis vor. Falls jemand auf die Idee kommen sollte, ähnliches zu machen, übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung für möglicherweise auftretende Schwierigkeiten mit Behörden oder Grundeigentümern.

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