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16.11.2005 Interview mit Flemming Schmidtgeschrieben von:  Ferry 

Interview mit Flemming Schmidt

Soulboater: Hallo Flemming, wie geht ´s dir und deiner Familie?
Flemming Sehr gut, danke!

SB: Wie lange paddelst du schon? Bist du immer noch dabei?

F: Nach 30 Jahren ist es ein bisschen weniger geworden, aber natürlich bin ich immer noch aktiv. Im Sommer habe ich was fürs norwegische Fernsehen gemacht und ein oder zwei Kajak-Kurse gegeben.

SB: Womit beschäftigst du dich, wenn du nicht gerade paddelst?
F: Ich klettere in Bäumen herum und baue Kletteranlagen, gehe mit meinem Hund spazieren und verbringe viel Zeit mit meiner Familie.

SB: In welchen Ländern der Erde bist du bisher gepaddelt?.
F: Norwegen, Kanada, USA, Island, Europa, Neuseeland.

SB: Was ist der deiner Meinung nach schwerste norwegische Bach?
F: Kein bestimmter, in ganz Norwegen gibt es viele anspruchsvolle Flüsse. Die Schwierigkeiten hängen immer vom Wasserstand und äußeren Faktoren, wie die Nähe zur Straße usw., ab

SB: Welcher Bach Norwegens ist deiner Meinung nach der schönste?
F: Der Farris Elva in Larvik, weil er nur an zwei bis drei Tagen im Jahr läuft und ich dort gute Erinnerungen ans Slalomtraining habe.

SB: Dein Lieblingsbach in Norwegen?
F: Viele!

SB: Lieblingsboot?
F: Muss ich erst noch bauen.

SB: Lieblingspaddel?
F: Lettmann Pro Extrem

SB: Was benutzt du ansonsten für Material?
F: Ein Sweet-Helm, eine Noname-Spritzdecke, ein vier Jahre alter Ulli-Pulli, eine Kokatat-Jacke und einen gelben Robson-Sportster.
 
SB: Grenzerlebnisse?
F: Eine Tour auf dem Aurdøle vor einigen Jahren. Ich schwamm in eine Höhle und wurde gerettet, indem ich an einem Seil, das sich um meinen  Hals geschlungen hatte, herausgezogen wurde. Ich hatte echte Atemprobleme ...  

SB: Verletzungen?
F: Eine Pilzinfektion an meinen Zehennägeln. Es war ziemlich schwer, sie wegzubekommen.


Flemming auf der Unteren Rauma. Foto: Dan Armstrong

SB: Ist eine erhöhte Risikobereitschaft beim extremen Wildwasserpaddeln in Norwegen festzustellen?
F: Nicht wirklich, das Risiko ist immer schon da gewesen. Die Leute präsentieren sich, anders als früher, mehr vor der Kamera. Heutzutage hat jeder eine Videokamera zur Hand und der Vorbereitungsaufwand ist entsprechend groß. Die Szene ist gewachsen und automatisch fahren deshalb mehr Leute auf einem hohen Niveau. Die Risiken sind die selben geblieben. Du musst dich immer noch bis zu dem Punkt vorarbeiten, an dem du in der Lage bist, mit einer bestimmten Situation umzugehen. Es kann manchmal Monate dauern, bis du physisch und psychisch auf eine Befahrung vorbereitet bist. Das wird sich nie ändern. Die heutige Ausrüstung eröffnet uns völlig neue Möglichkeiten, zu paddeln und zu überleben. Hier besteht ein enger Zusammenhang mit der Gestaltung von Bootshüllen, Paddeln, Helmen etc. Im Endeffekt ist es die mentale Vorbereitung des Paddlers, die über Erfolg oder Verletzung entscheidet.
  
SB: Welche Reisen planst du nächstes Jahr?
F: Ich habe keine Pläne

SB: Welche Zukunftspläne hast du?
F: Ich will einen guten Platz zum Leben finden und vielleicht ein Boot bauen.

SB: Wie sieht die norwegische Wildwasserszene aus, wie ist sie organisiert, wie entwickelt sie sich?
F: Die norwegische Wildwasserszene besteht hauptsächlich aus lokalen Gruppen, die ihre örtlichen Wildwasserstrecken paddeln und gemeinsam zu Veranstaltungen fahren. Die norwegischen Paddler sind im Allgemeinen sehr vielseitig und mögen viel Wasser. In Norwegen ist vor allem Creeken angesagt. Wir haben schließlich jede Menge geiler Bäche. Park ´n Play spielt hingegen keine so große Rolle. 

SB: Wie schätzt du die Situation in Bezug auf Umweltschutz und
Kraftwerksbau ein?
F: Leider wird die Wasserkraftnutzung weiter ausgebaut, aber das ist wohl eine Folge des Bevölkerungswachstums und des gesteigerten Stromkonsums.

SB: Was hast du zu norwegischen Küche zu sagen?
F: Es gibt viele interessante Gerichte. Probier sie einfach.

SB: Was hältst du von deutschen Paddlern?
F: Sie sind kompetent, sicherheitsorientiert und sie trinken viel Bier.

SB: Danke fürs Interview!
F: Danke fürs Gespräch, hat mir gefallen!

 

Das Interview wurde geführt von Ferry

Fotos: © Flemming Schmidt

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